Die OECD wartet mit interessanten neuen Studien auf. Sie beschäftigt sich darin mit dem Zusammenhang zwischen Wasserpreis und -verbrauch. Das mit Fakten untermauerte Fazit der OECD: Je höher der Wasserpreis, desto geringer der Verbrauch und die Verschmutzung. Ganz direkt betroffen davon ist auch die Landwirtschaft. Ihr Wasserverbrauch ist weltweit höher als derjenige von Industrie und Privatkonsumenten zusammen genommen. Ihre Gesamtbezüge: rund 70 Prozent des gesamten Frischwassers. Die OECD konstatiert einen höheren Nahrungsmittelbedarf bei sinkendem Wasserangebot und fordert von der Landwirtschaft folgerichtig einen effizienteren Umgang mit dem Wasser. Die Organisation nennt als Beispiel Australien, das den Wasserverbrauch für Bewässerung halbiert und gleichzeitig den Output verdoppelt hat. Ein derartiges Erfolgsmodell braucht aber eine gute Infrastruktur und neue Technologien. Beides ist in Schwellenländern nur beschränkt und in Drittweltländern kaum vorhanden. Deshalb wird sich die Schere zwischen Norden und Süden durch teureres Wasser – eine Forderung, die übrigens auch Nestlé-Verwaltungsratspräsident Brabeck bei jeder Gelegenheit deponiert – weiter öffnen. Schon heute bezahlen die Menschen in weniger begüterten Weltgegenden im Verhältnis deutlich mehr fürs Wasser als diejenigen in unseren Breitengraden. Nicht zu reden vom Aufwand, der für die Wasserbeschaffung getrieben werden muss. Wer einmal einem Afrikaner zugeschaut hat, wie er einen Kanister über Kilometer, manchmal Dutzende, mühselig nach Hause transportiert, der vergisst das nicht so schnell.
(Bild aus Nordindien AP/Anupam Nath)