Archiv für die Kategorie ‘AgrInnovation’

Mehr oder weniger Milch produzieren reicht nicht

Mai 21, 2013

Fütterungssituation von Schweizer BetriebenIm Schweizer Milchmarkt scheint sich langsam eine Post-Kontingentsausstiegs-Normalität abzuzeichnen. Die gröbsten Exzesse beim Preisdumping sind eingedämmt, die Produktion orientiert sich stärker an den Preisen als auch schon und der vor Jahresfrist noch sich türmende Butterberg ist zu einem Hügelchen geschmort, wie uns der LID dieser Tage vorrechnete

Die Branchenorganisation Milch (BOM) konnte dank tieferer Produktion eine Richtpreiserhöhung durchsetzen, die langsam aber sicher auch wirksam wird. Vermutlich wird diese Preiserhöhung zu einer erneuten Erhöhung der Produktion führen, was wiederum die Produzentenpreise etwas erodieren lassen dürfte, wobei die Ausschläge nach unten kaum mehr derart grob ausfallen dürften wie bis anhin, nimmt doch die Kuhzahl tendenziell ab und lässt sich auf kurze Frist auch nicht beliebig erhöhen. Der Markt beginnt zu spielen und die Akteure scheinen etwas gelernt zu haben. Wenn heute die oppositionelle Big-M eine Medienmitteilung verschickt in der sie uns aufgrund einer Umfrage weis machen will, dass es für die Schweizer Milchproduzenten keine Zukunftsperspektiven gibt, bin ich deshalb völlig anderer Meinung.

Allerdings wird man für eine Milchproduktion mit Perspektiven schon etwas mehr tun müssen, als bei tiefen Preisen weniger und bei höheren mehr zu produzieren. Der Schweizer Markt für Frischmilch ist nach wie vor durch ein Importverbot geschützt. Dieses ist zwar noch nicht grad am Wackeln, aber sowohl im Parlament wie auch in der Branche gibt es mögliche Profiteure und Bestrebungen für die Liberalisierung der sogenannten “weissen Linie”. So haben etwa kürzlich die in der Fromarte zusammengeschlossenen Käser die Prüfung eine Erweiterung des Käsefreihandels auf eine sektoriellen Marktöffnung gegenüber der EU gefordert.

Käme eine solche, würde das den Markt noch einmal kräftig durcheinanderwirbeln. Milch ist Milch ist Milch, und diese ist im europäischen Umfeld definitiv billiger erhältlich als im Inland. Eine Chance hat die Schweizer Milchproduktion dann nur noch, wenn sie sich von derjenigen auf den Spotmärkten in der Nachbarn abheben kann. Zum Beispiel durch hohen Grasanteil bei der Fütterung, ein Erfolgsbeispiel ist die österreichische Heumilchbewegung.

Hierzulande tobt seit langem ein Glaubenskrieg um die “Graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion” (GMF). Ein Bericht im jüngsten “Schweizer Bauer” über eine gleichnamige Tagung an der HAFL in Zollikofen, so heisst das landwirtschaftliche Technikum mittlerweile, zeigt aufschlussreich, wie die Fronten verlaufen. Während die Zollikofer Forscher Peter Thomet sowie Fritz Rothen von IP Suisse und Urs Vogt von Mutterkuh Schweiz vereint für eine “Graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion” plädierten standen Milchproduzentenvertreter Kurt Nüesch und UFA-Mann Samuel Geissbühler auf die Bremse. Das erstaunt nicht, ersterer muss aufpassen, dass er keine Mitglieder verärgert, zweiterer muss schauen, dass die Kraftfutterverkäufe weiter ansteigen.

Deren Niveau ist schon beachtlich, vor allem im Tal, wo der grösste Teil der Milch produziert wird. Wie eine kürzliche Studie von Agroscope zeigt - ich hoffe ich kann sie demnächst hier verlinken – füttern hier 50 Prozent der Betriebe weniger als 70 Prozent Gras. Das oft bemühte Argument, Schweizer Milchproduzenten verabreichten nur in homöopathischen Dosen Kraftfutter, ist also in den meisten Fällen ein Märchen. Dabei ist die GMF in der Vollkostenrechnung durchaus konkurrenzfähig, wie der “Schweizer Bauer” eine Vollkostenrechnung von Markus Höltschi, LBZ Hohenrain LU zitiert. Neu will der Bund bei einem Anteil von mindestens 90 Prozent Grasfütterung (Gras, Heu, Grassilage) 200 Franken pro Hektare bezahlen. Zugreifen, würde ich sagen. (Grafik Agroscope/”Schweizer Bauer”)  

Leicht verschämtes Hoch auf Hors-Sol

Mai 18, 2013

Cherrytomaten Hors-SolEs war böse, als wir junge Agronomiestudenten waren. Von Hors-Sol wollten wir gar nichts wissen. Die bodenlose Anbaumethode mit Pflanzen im Substrat war der Inbegriff der Industrialisierung des Gemüsebaus.

Ich bin älter geworden und will hier 25 Jahre später ein leicht verschämtes Plädoyer für die Kulturtechnik placieren. Natürlich ist die im Hüsli im idyllischen Pflanzblätz unbegrenzt wurzelnde rare Tomate immer noch ein Ideal, aber zu fest idealisieren sollten wir es nicht.

Cherrytomaten Hors-Sol2Für die Tomate ist das Schweizer Klima, besonders in Jahren wie heuer, eine Grenzlage. Ohne Gewächshaus ist ein Tomatenproduzent heute chancenlos gegen die ausländische Konkurrenz. Und unter Dach macht ein Anbau im Substrat durchaus Sinn. Das ist mein bescheidenes subjektives Fazit einer Exkursion der Schweizer Agrarjournalisten ins Seeland, an der ich heute teilnahm.

Auf dem Betrieb von Thomas Hurni und Adrian Tschachtli in Kerzers erhält man einen guten Einblick in die Gemüse- und Beerenproduktion, neuester Stand. Von Gartenromantik ist da wenig mehr geblieben. Wer im Rennen um Grossverteiler-Regalplatz mithalten will, muss die Produktion mindestens ein Stück weit industrialisieren. Dabei machen geschlossene Kreisläufe wie Hors-Sol Sinn. Die Nährstoffapplikation kann genau dosiert werden, überschüssige Flüssigkeit wird aufgefangen und gelangt zurück in die Verteilzentrale. Das Substrat besteht aus Kokosfasern und das einzige was nicht rezykliert werden kann ist die Plastichülle der Substratballen und die synthetische Schnur, die verwendet wird, um die Tomaten hochzubinden im Gewächshaus, wie Hurni erläuterte.

Himbeeren Hors-SolDer Anbau im Boden soll hier nicht schlechtgeredet werden, aber auch dieser sieht nicht aus wie Grosis Gärtli, und die Nährstoffproblematik ist weniger kontrollierbar, mit entsprechenden potenziellen Auswirkungen auf das Grundwasser. Hurni und Tschachtli bauen übrigens auch Beeren im Hors-Sol-Verfahren an, mit denselben Vorteilen. Oben ein Himbeerenbestand, unten Erdbeeren in Hochlage mit ergonomisch idealer Position für die PflückerInnen.
Erdbeeren Hors-Sol

Pink Lady® und der Club der Rockobststars

April 30, 2013

Pink LadyDiese Woche hat mich ein Bekannter auf ein Phänomen aufmerksam gemacht, das ich bisher nur vom Hörensagen kannte: Die Clubsorten. Das sind die Rotarier unter den Äpfeln, die Rockstars unter den Früchtchen. Ihr Name ist ein Brand, geschützt mit einem dieser ®, die sonst  Medikamenten und Soft Drinks vorbehalten sind. Die Marke wird international an ausgewählte Lizenznehmer vergeben, welche wiederum das Recht zu Anbau und Vermarktung der Sorte an ebenso handverlesene Produzenten und Detailhändler vergebem.

Bekanntestes Beispiel ist in der Schweiz Pink Lady, die 1973 vom Australier John Cripps als WPink Cripps” vollzogene Kreuzung zwischen Golden Delicious und Lady Williams, die unterdessen weltweit geschützt ist und vermarktet wird (vorsicht beim Öffnen dieser Homepage, wenn Sie nicht auf Pink stehen). Lizenzinhaber für die Schweiz ist der Frucht-Logistiker Füglister. Dieser hat hierzulande ein gutes Dutzend Produzenten unter Vertrag, welche auf insgesamt gut 50 Hektaren ihr exklusives Früchtchen anbauen. Auch die Detaihandelsschar ist handverlesen: Migros, Globus, Coop und Volg. 

Pink Lady VermarktungDas Interessante an der Clublizenz ist für Füglister nicht zuletzt, dass die gut eingeführte Marke nicht nur aus Schweizer Produktion bedient werden kann, wie rechtsstehende Grafik von der Pink-Lady-Website (klicken zum Vergrössern) zeigt. Als Teil des Lizenznehmernetzwerks erhält die Firma exklusiv Pink Lady aus den übrigen Produktionsländern, darunter Australien, Neuseeland, Südafrika und Chile, welche gegenüber Europa eine um ein halbes Jahr verschobene Erntezeit haben und damit die Sommermonate in der Schweiz überbrücken können, ohne dass dem Konsumenten gross auffiele, dass sein gewohnter Apfel jetzt halt plötzlich nicht mehr aus dem Aargau sondern aus Australien stammt.

Sortenclubs gibt es übrigens nicht nur für Äpfel, sondern beispielsweise auch für Kartoffeln, wo Migros einen solchen für Amandine unterhält. Was ist davon zu halten? Interessant finde ich, dass gerade unsere Grossverteiler, die gerne vollmundig den freien Markt predigen in derart protektionistischen Gebilden wie Sortenclubs investieren. Sie haben viele Vorteile: Die Preise können dank gesteuerter Produktion auf allen Stufen relativ fix festgelegt werden und die Produzenten sind via einen zwischengeschalteten Logistiker straff an der Leine.

Für die Produzenten wiederum bringen Clubsorten eine Mischung aus Sicherheit und Abhängigkeit. Sie dürfen, wenn ich die Funktionsweise des Systems richtiv verstanden habe, im Prinzip keinen einzigen Apfel vom Pink-Lady-Baum ausserhalb der vorgeschriebenen Kanäle, also zum Beispiel im Direktverkauf oder im Most verkaufen. Gleichzeitig haben sie einen gesicherten Absatz zu relativ anständigen Preisen, solange die angebauten Mengen von den Verantwortlichen gut auf die Nachfrage abgestimmt werden, wobei hier witterungsabhängig immer grössere Schwankungen möglich sind. Äpfel werden nach wie vor im Freiland angebaut.

Der Vollständigkeit und Fairness halber muss erwähnt werden, dass nicht nur die Grossverteiler in derartige geschlossene Systeme investieren. Man denke nur an die Tierhaltung, wo etwa die Fenaco, das längst autonom agierende Unternehmen in de iure bäuerlicher Hand ähnlich agiert. Tochterfirma Ufa liefert exklusiv Futter auf Höfe, die ihre Tiere exklusiv via Tochterfirma Anicom vermarkten, um nur ein Beispiel zu nennen.

Die Teilnahme in solchen System ist freiwillig, unter dem Strich überwiegen für die Bauern die positiven Aspekte solcher – um es etwas derb auszudrücken – Teufelspakte, denn die Risiken, als Einzelmaske im unprotegierten Markt zu agieren, sind mindestens gleich gross, wie diejenigen in Clubsystemen. Nur die wenigsten wissen daraus Profit zu schlagen. Meist sind es Bauern mit einem idealen Mix aus gewieftem Unternehmertum und idealen Bedingungen für Absatzwege, die direkter zum Konsumenten führen und so ohne Clubmitgliedschaft höhere Margen ermöglichen, als unter Normalbedingungen. 

Thermofarming: Neues Business im Untergrund?

März 25, 2013

Thermofarming St. GallenDieses Wochenende hat es mich nach St. Gallen verschlagen. Der dortige Brückenweg  ist eine hochinteressante, streckenweise spektakuläre Zeitreise und ein Muss für jeden Brückeningenieur. Aber auch landwirtschaftlich hat das Türli einiges zu bieten. Zu Beginn findet man sich unvermittelt im Appenzeller Grünland wieder, wo statt weidender Kühe ein bellender Bläss für Aufsehen sorgt.
Deutlich weniger idyllisch ist es dann im Sittertobel, wo es neben dem Festivalgelände für das alljährliche Openair neuerdings auch eine Attraktion für Geologen gibt.
Die Stadt St. Gallen macht hier eine Geothermie-Bohrung bis in 4000 Meter Tiefe, wo man heisses Wasser vermutet, dass dereinst über 20000 Haushalte versrogen könnte. Derzeit steht man bei knapp 1000 Metern.
Etwas verschupft steht neben dem grossen Areal ein Bauernhöfli, das durch die danebenstehende Abwasserreinigungsanlage zusätzlich bedrängt ist. Nicht unbedingt ein schönes Bild, und doch denke ich mir, könnte das ja eines Tages eine neue Einkommensquelle für Landwirte sein. In einer Zeit, wo Einfamilienhausbesitzer im Vorgärtli eine Bohrung machen können, um die Stube zu heizen, sollte das doch auch für Bauern in geologisch geeigneten Gegenden möglich sein: Wenn nicht Warmwasser aus dem Boden pumpen, so doch wenigstens das kühle Nass mittels Wärmepumpe erhitzen und umliegende Haushalte mit diesem versorgen und eventuell noch ein Sprudelbad für die Gäste auf dem Hof . Mit Thermofarming wäre auch schon das passende Label gefunden.  
Das kleine Hirngespinst haben offenbar auch schon andere gehabt, selbigen Abends finde ich im “Schweizer Bauer” einen Artikel über mögliche neue Energiequellen für Landwirte im Kanton Aargau. Auch die Geothermie kommt im Eldorado der Sprudelbäder kurz zur Sprache. Der Kanton hat soeben ein Geothermie-Gesetz verabschiedet. Das Eisen, oder besser das Wasser ist also heiss, wird allerdings noch viel Anlass zu Kontroversen bieten: Einerseits hat eine grossangelegte Geothermiebohrung in Basel vor einigen Jahren zu einem Erdbeben geführt und andererseit befürchtet man eine Vermengung mit allfälligen Probebohrungen für Fracking, die SP ist jedenfalls schon mal präventiv aufgeschreckt. 

Selbst ist und plättelt die Bäuerin

März 12, 2013

Monika HauensteinFür einen Beitrag in einem Buch über das 175-Jahr-Jubiläum des Bauernverbands Aargau bin ich in letzter Zeit öfters in diesem (für mich) grossen Unbekannten von Kanton unterwegs. Auch heute wieder. Auf Umwegen hat es mich auf den Wochenmarkt in Wettingen verschlagen. Dort gab es – etwas verloren auf dem riesigen Platz vor dem Rathaus – zwar nur zwei Stände, aber vor allem der eine hatte es in sich.
Seit mehr als 20 Jahren bäckt Monika Hauenstein aus Tegerfelden Brot für Märit, zwei Läden und den eigenen stattlichen Haushalt. Dafür braucht sie “ein paar” der 6 Hektaren Weizen, die auf ihrem Betrieb in Tegerfelden angebaut werden. Das Geschäft läuft. Im Moment baut sie eine neue Backstube à 6 Steinöfen. Sie sei grad am plätteln, sagt sie nebenbei, das hat sie sich beigebracht im hauseigenen Partyraum mit 300 Quadratmetern Plättlifläche. Man spare halt schon viel, sagt die Wittwe, wenn man alles selber mache.
Das ist nur ein kleiner Ausschnitt ihrer Aktivitäten, ich war recht beeindruckt von ihrer Power und der Selbstverständlichkeit, mit der sie darüber berichtete. Und das Brot, ich habe es schon beim Kaufen geahnt, da könnte sich manch ein Beck eine Scheibe davon abschneiden. Die Nachfolge ist gewährleistet, die Schwiegertochter schlägt Monika nach: Neben dem Haushalt führt die zweifache Mutter Lastwagen und alles andere, was es an Motorisiertem im hauseigenen Lohnunternehmen so gibt. Das Buch übrigens erscheint am 9. August. Mehr Details dort.

PostkartE mit Hofladen(-Wettbewerb)

Februar 20, 2013

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Liebe BlogleserInnen
Ich bin in Bergün. Es ist sehr schön. Wir gehen jeden Tag in den Schnee. Vorher und nachher gibt es viel zu essen aus dem weitgereistesten Hofladen der Welt. Er ist ein alter Eisenbahnwagen von der Appenzeller Bahn und Romy, die Bäuerin hat extra ihre Garten gerodet für die Schienen. Ich finde das eine sehr coole Idee. Drum mache ich jetzt grad spontan wie man so ist in den Ferien einen Wettbewerb. Er heisst “Hofladen Of The Year Award” und geht ca. bis Anfang März. Schickt mir Bilder/Webadressen von Kandidaten an adimali@gmx.ch! Muss nicht immer grad fahrbar sein. Es gibt schöne Preisli für EinsenderInnen & SiegerInnen.
Viele liebe Grüsse von
Adi

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Indias farmers acting on Land Rejuvenation

Januar 8, 2013

Guruswami and wife ShantaMy old Blog-Pal Heidi has sent me the link to an interesting picture gallery on the BBC-India-Site. Under the title: “Natural ways of increasing Indian yields”, the pictures and their captions describe a rather large-based approach to solving some of the enormous problems of Indian small scale farmers. They often lack water, proper production factors and Know-how, just to name a few. As the rural population is still very large, India has a large poverty problem, although it is at the same time one of the fastest growing economic powers in the world. One numeric fact that may highlight the problems is, that 40 percent of the children in India are malnourished. 
The above-mentioned project is summoned under the name of Bhoochentana (“Soil Rejuvenation”) and implemented under authority of the International Crops Research Institute for the Semi-Arid Tropics (Icrisat) and the Government of Karnataka, a large state in the south of India. Bangalore, the biggest city in Karnataka is one of the economic capitals of India, but the majority of the states population is rural: “Nearly 56% of the workforce in Karnataka is engaged in agriculture and related activities. A total of 12.31 million hectares of land, or 64.6% of the state’s total area, is cultivated. Much of the agricultural output is dependent on the southwest Monsoon as only 26.5% of the sown area is irrigated”, writes Wikipedia.
Farmer with banana plants in troughAccording to Icrisat, Karnataka has the second largest area under rainfed (meaning non-irigated) agriculture after Rajasthan in the country. This means that the very concentrated precipitation during the monsoon-period has to be treated very carefully. One of the activities of the project is therefore to preserve the rainwater by building embankments around the fields as shown in the above picture.
Other activities include the improvement of cultivars, fertilizing and capacity-building. It’s always difficult to assess the quality of such a project from far away and with a relatively low level of information. But although there is a lot of institutions and bureaucracy involved, it seems that the method is concentrating on strengthening the farmers by building on their knowledge and trying to improve it, instead of just confrontating them with modern expensive technology and not taking into account social conditions and local traditions. When I look at the picture of one of the portrayed farmers and his wife above and below (presenting Azolla fern that they produced in their own pond to fertilize and feed the cattle), it seems to me, that they are quite involved and enthusiastic about the support to self-empowering that they receive. And that is the most important. (Pics Alina Paul Bossuet/Icrisat)
Guruswami and wife Shanta scooping handfuls of algae from their pond 

Zum Rutsch die Agro-Kalender meines Vertrauens

Dezember 25, 2012

Ganz-Kuh-KalenderGerade weil heute jede Frau ihren Kalender digital im Täschli und jeder Mann den seinigen in der Hosentasche mit sich herumträgt, sollte man die schöne Tradition des Wandkalenders trotzdem nicht als hinfällig betrachten. Zumal für diese monatlich wechselnden Bilderreigen nach wie vor viel Sorgfalt und Zeit aufgewendet wird, ist eine Honorierung dieses Schaffens mehr als angesagt. Gesagt getan: Ich empfehle Ihnen auf den Jahreswechesl hin zwei Kalender meines Vertrauens.
Da wäre einmal “Ganz Kuh 2013″. Der Kalender aus dem Fona-Verlag, den man hier bestellen kann, fokussiert ganz auf die behornte Kuh. Er ist nicht nur geeignet für den Landwirt mit Hornkuh, sondern auch für denjenigen mit hornlosem Bestand zum Bekämpfen von allfälligem Phantomschmerz im Hornbereich. Ebenso schön macht sich der Jahresbegleiter im urbanen Haushalt, der vom abwechslungsreichen Landleben im Alltag nur wenig mitkriegt.
Das gilt auch für meine zweite Empfehlung: Faszination Landwirtschaft. Ein schönes Kaleidoskop aus dem Hause LID, das man hier bestellen kann. In diesem Klassiker finden der und die etwas weniger Kuh-fokussierte auch Bilder von Pferden, Geissen (siehe unten) und prächtigen Landschaften.
Beide Kalender sind übrigens auch Teil des Gabentempels im Kuhbild-Wettbewerb. Die Einsendefrist ist abgelaufen, die Jury tagt voraussichtlich noch vor Ende Jahr. Bleiben Sie auf diesem Kanal dran. Ich wünsche weiterhin frohe Festtage!
LID-Kalender   

Alte Kollegen & neues Wissen zu Geissen(-käse)

Dezember 8, 2012

Geissen und Kalber in der KiesgrubeImmer wieder schön zu sehen, was so aus den alten StudienkollegInnen geworden ist: Direktoren (-innen gibts da leider kaum), Beraterinnen, Kommunikatoren, Forscherinnen, Instruktoren, (Agrar-)JournalistInnen. Zum Glück gibt es auch noch ein paar, die zurück zu den Wurzeln des Agro-Business gegangen sind. Einer von dieser raren Spezies habe ich diese Woche in Uerkheim AG besucht. Georg Dällenbach bewirtschaftet dort ein Heimetli mit gut 6 Hektaren, schön arrondiert, mit Mutterkühen und Geissen, die er im wärmeren Halbjahr ausleiht zur Beweidung von stillgelegten Kiesgruben.
Geissen fressen mit Vorliebe einjährige Brombeerentriebe und schälen junge Weiden, kurz, sie beugen der Verbuschung vor, die in diesen Ökotopen dem Gedeihen von rarem Getier, zum Beispiel thermophile Reptilien und Gewächs abträglich wäre. Hier ein Artikel und oben ein Bild dazu.
Georg mit GeissDass Geissen ziemlich rabiat aufräumen können mit Grünzeug habe ich gewusst. Eine andere Tatsache, von der mir Georg erzählte, hat mich aber mehr überrascht: Das gute Dutzend Muttergeissen, mehrheitlich von der gemsfarbigen Gebirgsrasse, sind deutlich pflegeaufwendiger als sein halbes Dutzend Mutterkühe. Ein grosses Problem ist – ähnlich wie bei den Schafen – die Verwurmung. Zudem gibt es gewisse Krankheiten, die die volle Aufmerksamkeit des Betreuers verlangen, z.B. ein bakterieller Durchfall, der die Tiere innerhalb weniger Tage  dahinraffen können, wenn man nicht höllisch aufpasst und rechtzeitig interveniert. Als sein Bestand letztes Jahr betroffen war, stand er jemals zweimal pro Nacht auf, um den Gesundheitszustand der Ziegen zu beobachten. Aufmerksamkeit verlangt auch die Winterfütterung, die klaren Hierarchien in der Herde sorgen dafür, dass schwächere Tiere von den stärkeren immer wieder vom Futterplatz vertrieben werden, es braucht deshalb viele Fressmöglichkeiten, damit die Inferioren nicht buchstäblich verhungern. Unter dem Strich sind die Meckerer also nicht die pflegeleichten Mitlauftiere, für die man sie gemeinhin hält.
Wenn man ihnen aber gut schaut, den Ziegen, dann tun sie Gutes. Zum Beispiel Ökoleistungen und Fleisch produzieren, wie bei Georg. Oder Milch produzieren, wie auf dem wunderschönen Maiensäss Doro in der Leventina, wo ich als junger Student Freunde besuchte, um dort meine Prüfung vorzubereiten, die dann diskussionslos missglückte, weil die Beschäftigung mit Geissen und Käseherstellung im Vordergrund stand. Der Zufall will es jetzt, dass ein lieber Arbeitskollege familiär verstrickt ist mit den Besitzern von Doro und mir dieser Tage ein Stück Geisskäse von dort mitbrachte. Dieser schmeckt immer noch so ausgezeichnet, wie anno dazumal. Auffallend ist aber, dass der Käse nicht mehr auf der Seite geprägt ist – dort stand früher Doro – sondern neu auf der Oberfläche (siehe Bild unten mit Ziegenhörnern). Frank berichtet, dass dieser Wechsel Folge einer neuen Vorschrift sei. Eine Anfrage beim grössten mir bekannten Alpkäsekenner in dieser Sache läuft, Details folgen. (Bild oben Lenzburger Bezirks-Anzeiger)
Geisskäse aus Doro

ChinAg daily(3): Das EFH für den Selbstversorger

November 10, 2012

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In Peking wird man immer wieder mal an stark frequentierten Ecken, das heisst fast überall, mit Werbeprospekten und Flyers bedient. Das kann grad in unbekannten Weltgegenden sehr interessant sein und deshalb habe ich schon am ersten Tag herzhaft zugegriffen. Und siehe da, es war ein Volltreffer. Ich erhielt nicht weniger als drei Prospekte für Einfamilienhüsli(EFH)-Siedlungen in denen jede Einheit über ein eigenes Treibhaus verfügt. Getreu der eisernen Journalistenregel wonach drei vom gleichen einem Trend entsprechen, würde ich jetzt für China mal den Megatrend zum suburbanen Minibauernbetrieb diagnostizieren.
Das muss durchaus kein Blödsinn sein in einem Land, das über genügend Fläche verfügt und an einer unglaublichen Umweltzerstörung leidet. Erstens ist man mit dem selber produzierten Gemüse und ev. Fleisch (warum nicht noch ein paar Chüngel oder Hühner halten?) sicher, wie produziert wurde, was in China wo skrupellose Geschäftemacher bereit sind, Tote in Kauf zu nehmen für ein gutes Business (s.z.B. diverse Milchpulverskandale) keine Selbstverständlichkeit ist. Zweitens kann die kleine Farm einen kleinen Beitrag zur Reduktion der Autofahrten leisten. Der explodierende Autobestand und die damit einhergehende Luftverschmutzung ist eines der grossen Probleme in den chinesischen Millionenstädten. Drittens schafft ein solcher Treibhausgarten landwirtschaftliches Bewusstsein bei Gross und Klein. Meine mageren Chinesischkenntnisse haben mir leider nicht erlaubt herauszufinden, ob und wie die Treibhäuser geheizt werden. Sollte dafür Erdöl verwendet werden, wäre dann der schmalbrüstige Ökoeffekt schon wieder verpufft.
Die Bodenpreise übrigens liegen im oben gezeigten Fall bei 200 Yuan, umgerechnet etwa 25 Franken pro Quadratmeter, kein Pappenstiel für chinesische Lohnverhältnisse.

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