Archive for the ‘Kuhbild der Woche’ Category

Die Kälber sind die neuen Hähne

Juli 20, 2014

Schwarzbuntes Closeup2Diese hübschen Close-ups von meiner treusten Kuhbildlieferantin laden geradezu ein zu etwas Schleichwerbung. Seit gut einem Jahr schreibe ich jetzt beim bioaktuell, dem Leader im Bioagrarmedienmarkt, der zugegebenermassen klein ist.

Mein letzter Artikel (das ganze Heft 6/14 findet sich bald hier) handelte von den Kälbern aus der Biomilchproduktion, die zu rund zwei Dritteln im konventionellen Kanal vermarktet werden. Warum ist das so? Der Hauptgrund: die Nachzucht der modernen Milchrassen – und hier kommen wir jetzt zu den Schwarzbunten – ist für extensive Mast, wie sie für Bio obligatorisch ist, unbrauchbar. Sie werden ohne massiven Milchpulverinput, wie er in konventioneller Kälbermast üblich und bei Bio verboten ist, schlicht nicht fleischig genug.

So weit wie in Neuseeland, wo solche für die Milchnachzucht nicht benötigten Kälber reihenweise und amtlich bewilligt direkt nach der Geburt getötet werden (hier ein interessanter Blogbeitrag eines Kollegen) sind wir in der Schweiz noch nicht. Eine Schwarzziffer gibt es, aber es ist sicher noch keine grosse Zahl von Kälbern.

Trotzdem zeigt das Phänomen der verschmähten Biokälber, dass die moderne Milchproduktion in diesem Punkt alles andere als nachhaltig ist. Das gilt auch für die konventionelle Mast von Milchtypen, die dafür nicht geeignet sind, da sie sehr hohen Futterinput benötigen. Wenn man nicht in die gleiche Bredouille geraten will, wie die Eierproduzenten mit den getöteten Eintages-Hähnen, sollte die Branche umgehend fleischbetontere Milchstiere einsetzen, damit würde man etwas Milch verlieren, könnte aber gleichzeitig ein potenzielles Reputationsrisiko entschärfen. (Bilder Monika Schlatter, besten Dank!)
Schwarzbuntes Closeup

Gast 2: Blumige Formationen am Flügespitz

Juli 3, 2014

Guschti zu viert kleinHeute ein Stammgast, bzw – gästin. Monika Schlatter ist zum Glück wieder zu Fuss auf dem Land unterwegs und hat mir ein paar hübsche Rinderbilder geschickt.
Guschti zu dritt“Nun doch endlich wieder einmal ein paar Kuhbilder – von meiner Rundwanderung in der Gegend um Amden am vergangenen Donnerstag”, schreibt Monika, “die beigefügten Fotos habe ich unterhalb des Flügespitz aufgenommen. Wenigstens eine hatte Hörner…..mit gutem Zureden bewegte sich diese weg vom Weg, so dass ich passieren konnte…” Wie immer herzlichen Dank, Monika!
Guschti allein

Gast 1: Gutalpenländisches Rammeln in Cuzco

Juni 29, 2014

20140629-122100.jpg

Wenn einem die Musse zum bloggen fehlt, ist es schön wenn man auf freie Mitarbeiter wie meinen guten alten Kollegen Alois Feusi zurückgreifen kann, der nicht nur super schreiben, sondern aut top bekuhbildern kann:
“Lieber Adi.
Ich habe wieder einmal Glück im Leben und darf noch einmal aus Peru berichten. Die verbreitetste Vieh-Rasse in Cuzco und auf dem Altiplano ist die Swiss Brown (oder heisst es Brown Swiss?), vor Jahrzehnten von Schweizer Entwicklungshelfern zwecks Milch- und Käseproduktion bei den Campesinos eingeführt und mittlerweile im gleichfalls stotzigen Land der Inka heimisch geworden:
Schweizer Stierengrinde auf 3500 Metern Höhe bei Maras in der Region Cuzco. Der Drang zu gut alpenländischem Rammeln zwischen jungen Männchen liegt offenbar in den Genen dieser beiden Vertreter der Rasse Swiss Brown und bricht sich auch in dünner Luft und auf staubigen Weiden seine Bahn.
Und dann habe ich hier noch eine kleine Ergänzung aus dem Mercado San Pedro in Cuzco: Wenn die jungen Stiere ihren letzten Kampf verloren haben, enden ihre Innereinen und andere in der Schweiz nicht so gefragte Teile in Peru nicht als Hundefutter oder Futtermehl, sondern sie dienen dem menschlichen Verzehr. Das zeugt nicht nur von der Armut, in der die Leute hier leben, sondern durchaus auch von einer gewissen Ehrfurcht gegenüber den geschlachteten Tieren. Hier werden Nutztiere nicht zu Abfall.
Herzlich.
Alois”
Merci viel mal lieber Lois! ( Bilder Alois Feusi)

20140629-122212.jpg

Letzte Tage: Abdrücken für knipsende Kühe

Juni 13, 2014

Cowcam2Kennen Sie Cowcam? Blog-Leserinnen mit gutem Erinnerungsvermögen erinnern sich vielleicht an diesen Beitrag im November 2010 namens “Kuhbilder der Woche – geschossen von Kühen“. Unterdessen ist unfreiwillige aber umso interessantere fotographische Schaffenskraft der Kühe im ganzen Land ungebrochen, wie man auf der Website des Projekts unschwer feststellen kann.

Höchste Zeit also, die Bilder in einem Buch zu bündeln. Das ist heute schon fast ein Luxus geworden, deshalb braucht es dafür Geld. Auch für die vom Internet und E-Büchern an die Wand gedrückten gedruckten Projekte – kleine IroniE – läuft die Sammlung heute übers Internet, mit sogenanntem Crowdsourcing, wofür es natürlich auch schon entsprechende Plattformen gibt, zum Beispiel hier, wo Cowcam-Gründer Christoph Sigrist und sein Kollege Dänu von Rüti jetzt noch bis am 20. Juni sammeln für diesen Fotoband, ergänzt um Gespräche mit Bauern und Bäuerinnen.

Ich kann Ihnen, liebes Leserinnen und Leser diese Kollekte warm empfehlen. Selbstverständlich wird nach Erscheinen des Buchs ein Exemplar verlost. Ich bin gespannt. (Bild: cowcam.ch)

Neue Talente(2): Martins Simmentaler im Bach

Mai 21, 2014

Simmentaler saufendVor einer wahrscheinlich nicht überlangen Kuhpause hier noch einmal ein neues Talent: Martin aus Unterseen hat mir ein paar schöne Simmentaler zugestellt: “Heute war ich mit dem Velo im Lauterbrunnenental unterwegs. Im Stechelberg habe ich mich an den weidenden, aus dem Mürrenbach trinkenden und im Mürrenbach „badenden“ Kühe erfreut.” Sehr hübsche Serie, besten Dank! (Bilder Martin Moser)
Simmentaler im Wasser

Neue Talente(1): Arnos (& Bundesrat’s) Kalberete

Mai 17, 2014

1 vor der GeburtIm Moment fehlt mir grad etwas die Zeit für längere Ausführungen zu landwirtschaftlichen Themen. Nur ganz kurz ein paar Worte zum jüngst vom Bundesrat in einer Analyse geprüften und mit positivem Verdikt verabschiedeten Vorschlag, die sogenannte “Weisse Linie”, also die Industriemilch dem Freihandel mit der EU auszusetzen. Das ist keine sonderlich intelligente Idee, solange andere Branchen immer noch Heimatschutz, sprich Hochpreisprivileg geniessen und damit die Kosten-Ertragsschere bei den Bauern weiter geöffnet würde (was wiederum gemäss Bundesrat mit läppischen zusätzlichen 100 bis 150 Millionen Franken Direktzahlungen kompensiert werden müsste). Mit Joghurt und anderen Milchprodukten ist es deutlich schwieriger Mehrwert zu generieren, als mit Käsespezialitäten. Denen geht es übrigens auch alles andere als prächtig im Export, wie just diese Woche bekannt geworden ist. Kein sonderlich cleveres Timing, werter Bundesrat…

3 GeburtWenn wir schon bei Kalbereien sind, dann lieber ein gefreuteres Exempel. Ich habe dieser Tage von Arno, einem Kegelbahnkollegen, eine interessante Kuhbilder-Serie erhalten. Aber überlassen wir das Wort doch gleich ihm: “Thomas und Heidi führen einen biodynamischen Bauernhof in Adliswil. Als sie bei uns im letzten November Jassen waren, sind sie mit uns noch ansc5 schwieriges Aufstehenhliessend auf die nächtliche Weide gegangen, da eine Kuh kurz vor dem Kalberen war. Jedoch zeigte sich noch nichts. Am Sonntag sind dann Daniela und ich dreimal schauen gegangen und tatsächlich beim dritten Mal war es so weit: Wir durften eine Geburt auf der Weide miterleben.” Danke bestens, Arno, sie hat sich gelohnt, die Hartnäckigkeit. (Bilder Arno Kerst)
6 Tante Mutter Kind

Kuhwoche (Epilog): Romuhnia

Mai 6, 2014

Rumänische Kühe2Einfach immer wieder schön, die rumänischen Allmendherden, auch dieses Mal wieder. Unter Obhut eines oder mehrerer Hirten verbringen die Tiere ihre Tage auf Gemeindeland, am Abend kehren sie zurück auf ihre Betriebe, wo sie meistens alleine oder allenfalls zu zweit gehalten werden.
AllmendHier noch grad so eine Idylle in der weitläufigen Dobrudscha, die dieser Tage sonst eher von endlosen Rapsfeldern dominiert wird. Das ua. ist das Faszinierende an der rumänischen Gegenwart: Parallel finden sich auf engem Raum Landwirtschaftsszenen aus verschiedenen Jahrhunderten.
Kleinbauer RumänienHier ein Kleinbauer, der seine Kuh nach getaner Fressarbeit zurück in ihren Stall führt.
Rata rumaneascaUnd zum Schluss noch dies: Rotvieh, rumänischer Flügel, ein eher seltenes Bild. Aber die Hörner sind omnipräsent: Ich habe in acht Tagen keine einzige hornlose rumänische Kuh gesehen. Das hätte dem Biorebell Armin Capaul auch gefallen. Er will jetzt, falls das noch nicht überall bekannt sein sollte eine Initiative für den Hörnerfranken lancieren. Endlich ein Volksbegehren mit Hand, Fuss und Horn…

Kuhwoche (3): Selbsthilfe-Wettbewerb

Mai 1, 2014

Stettbach2Natürlich braucht so eine Kuhwoche auch noch einen Wettbewerb. Wer mir als erstes meldet, was das für eine Rasse ist, der erhält ein Priisli. Ich habe ehrlich gesagt selber keinen blassen Schimmer. Deshalb eine Art Selbsthilfe-Wettbewerb, viel Glück!

Noch schwieriger wäre übrigens wäre zu erraten, wo das Bild aufgenommen wurde, aber das verrate ich jetzt: Stettbach am Zürcher Stadtrand, aber schon Dübendorf, merci no mal vilmal, Monika! (Bild: Monika Schlatter)

Kuhwoche (1): Urs im Unterland

April 25, 2014

Kalb Freienstein“kuhbilder von der velo-spargeltour winti-flaach-eglisau mit kind und  kegel. schöne tour mit feiner hof-beiz (für den schlemmer adi)”, schreibt mir mein lieber Freund Urs. Garniert mit tollen Bildern. Oben eine Kuh mit frischem Kalb in Freienstein.

Jungrinder in NeftenbachHier “drei geniesserische jungrinder bei neftenbach”

Kind und Kegelund Kind und Kegel. Sehr empfehlenswert die Gegend übrigens! Und merci vilmal! (Bilder Urs Wiskemann)

Wasserbüffel zum Sonntag

April 12, 2014

Wasserbüffel 2Heute wieder mal ein Kuhbild, einfach so, bzw. ein Büffelbild. Meine bewährte Bildkorrespondentin Monika Schlatter war zum Glück wieder einmal wandern, diesmal in Ftan. Ich danke Dir herzlich Monika!

Das hat mich dann inspiriert, noch schnell ins Archiv zu steigen, um nach meinen Wasserbüffelchen zu suchen, die mir vor nicht allzu langer Zeit an einer Landwirtschaftsausstellung unweit von Zürich vor die Linse gekommen sind, sie sehen aus wie Labradore, wenn auch nur bis die Hörner wachsen. ZürcherInnen, die auf dem Sonntagsspaziergang ein paar dieser urtümlichen Mütter (samt Kälbern und Muni) des weltbesten Mozzarellas besichtigen möchten, rate ich den Weg zum Riedenholzhof in Seebach unter die Füsse zu nehmen.
WasserbüffelchenPS. Wenn Sie übrigens täglich mit Kuhbildern versorgt werden möchten, empfehle ich Ihnen nicht ganz uneigennützig @dailycow auf Twitter.


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 67 Followern an