Archiv für die Kategorie ‘Marketing’

Der Hofladen-Wettbewerb kommt an die Kasse

Juni 9, 2013

Hofladen Fuster AussenansichtRegelmässige BesucherInnen werden sich vielleicht noch erinnern mögen: Irgendwann im Februar habe ich mal einen Hofladen-Wettbewerb lanciert. Erst im Nachhinein dämmerte mir, dass dies möglicherweise nicht der ideale Zeitpunkt ist. Und da der Winter bis vor etwa einer Woche anhielt, blieb der Einsendeschluss von ca. Ende März unbenutzt.

Hofladen Fuster InnenansichtHofladen Fuster WürstePünktlich zum warmen Wetter ist jetzt ein zweiter Kandidat eingetroffen, dafür herzlichen Dank, Monika! Guter Moment, um den Wettbewerb neu zu lancieren. Er kommt jetzt langsam an die Kasse, ohne dass dies irgendwie negativ gemeint wäre. Die Teilnahmefrist wird jetzt massiv erstreckt, und zwar bis irgendwann im Spätsommer. Weitere Vorschläge sind herzlich willkommen, bevor die noch nicht gewählte Jury des ersten “Agroblog Hofladen of the year award” zur Tat schreitet.

Hofladen Fuster PlakateGuter Moment auch, um meinen eigenen zweiten Teilnehmer im Wettbewerb zu lancieren. Irgendwann im Frühling, ja den gabs auch mal, war ich in Gyrenbad im Zürcher Oberland. Dort hats ganz ein schönes Exemplar von Familie Fuster. Oben die Aussenansicht, seitlich die Innenansicht und ein paar gefährlich gute Würstli vom Rauchfleischspezialisten, der aber eine weit darüber hinaus reichende und sehr professionell präsentierte Produktepalette anbietet. Interessant fand ich die zwei Plakätli an der Türe. Sie zeigen exemplarisch zwei der wohl grössten Herausforderungen für Hofladenbetreiber: Die Diebstähle und die Erreichbarkeit, im Gyrenbad dokumentiert anhand des Postautos, dessen Kurse stark reduziert werden sollen.

Hoflädeli Rotzenwil InnenansichtDer zweite Kandidat für heute und der insgesamt dritte (nachdem ja auch schon der Eisenbahnwagen von Familie Schmidt-Amstad in Bergün im Rennen ist), wäre derjenige aus Rotzenwil im sanktgallischen Muolen. Er gehört mir unbekannten Bauern, deren Name ich dann im Falle eines Preisgewinns schon noch rausfinden würde. Der angejahrte Bauwagen namens “Gschänk-Treffpunkt” verströmt einen rustikalen Charme, der ihm im Rennen sicher hilft, vorne mitzumischeln. Besten Dank für diese erste Einsendung aus dem Publikum, wie gesagt, weitere Zusendungen auf adimali@gmx.ch wie gesagt sehr erwünscht! (Bilder unten Monika Schlatter)

Hoflädeli Rotzenwil

Neuer Trend: Internet-Viehschauen

Mai 11, 2013

Kuhwahl BiosuisseHeute eine kleine (unbezahlte) Werbepause. Anlass sind zwei Internet-Viehschauen. Ob das schon ein neuer Trend ist? Demokratischer wärs auf jeden Fall, ob fachfrau/männischer, das ist eine andere Frage. Trotzdem, dies nur als kleiner Einschub vor der Reklame, ich staune schon immer wieder, dass an den grossen Schauen ein einziger Richter das Wetter macht. Wenn der bloss nicht zu stark bearbeitet wird in den Hinterzimmern…

Item, in diesen Fällen hier ist nicht züchterisches Fachwissen, sondern Glück gefordert. Gefragt sind bei den ausgestellten Kühen nicht primär Tiefe im Pansenbereich, gut aufgehängte Euter und ein sauberes Fundament sondern Ausdauer im einen Fall und Aussehen im weitesten Sinn im zweiten Fall.

Biosuisse veranstaltet einen Kuh-Marathon (zu finden bis heute hier, ab Montag hier). Tierschützer gemach, das Vieh wird nicht etwa durch abgesperrte Strassenschluchten getrieben. Die 10 Kühe auf ebensovielen Höfen dürfen zuhausebleiben und werden mit GPS-Sendern ausgestattet. Wer als erste die Marathondistanz von gut 42 Kilometer absolviert hat, ist die Siegerin. Ziel des Anlasses ist aufzuzeigen, dass Bio-Kühe viel draussen unterwegs sind.

Denner wiederum wurde kürzlich von einer Kollegin bei der “Bauern-Zeitung” dabei erwischt, eine österreichische Kuh auf seiner Milchpackung abgedruckt zu haben, eine schöne Pinzgauerin. Nun sucht man in Zusammenarbeit mit der Zeitung ein neues Aushängeschild für die Verpackung. Bemerkenswerterweise ohne Horn. Da tut sich also auch was.

Während der Richter an der Viehschau neben seinem Salär hoffentlich nichts gewinnen kann (ausser Reputation natürlich), winkt den Teilnehmern an den Kuhwettbewerben zwar leider keine Kuh als Preis, aber immerhin Bioferien im einen Fall und ein elektronisches Spielzeug im anderen Fall. Ich wünsche viel Erfolg, sollten Sie Ihr Glück testen wollen.

PS. Natürlich darf man mir zum Dank für diese Reklame jederzeit eine Kuh zustellen, würd’s dann nicht an die grosse Treichel hängen.

Kuhwahl Denner

Suisse per se reicht als Qualité nicht

Mai 7, 2013

SuissegarantieHeute hat der Tages-Anzeiger wieder einmal den Zweihänder ausgepackt: “Schweizer Bauern weniger öko als gedacht“, schrieb das Blatt. Schlechter als ihr Ruf seien die Landwirte. Der Artikel bezieht sich auf eine Vergleichsstudie von Agrofutura (Link zum Schlussbericht ganz unten) im Auftrag der Qualitätscrew im Bundesamt für Landwirtschaft. Darin wird das Umwelt- und Tierschutzniveau in der Schweiz mit demjenigen ausländischer Konkurrenz verglichen.

Der Artikel legt den Finger auf ein paar wunde Punkte: Die unterschiedliche Vollzugsqualität in der Föderalismushochburg, der hohe Tierbesatz mit den entsprechenden ökologischen Auswirkungen und ganz generell die hohe Intensität der Produktion im Vergleich zu anderen Regionen Europas in Frankreich, Deutschland und Österreich, nicht aber in Holland.

Zunächst ein paar Worte zur Verteidigung der heimischen Scholle: Erstens darf man daran erinnern, dass die innere Aufstockung der Betriebe mit der dazugehörigen Intensivierung jahrzehntelang oberste Maxime der Landwirtschaftspolitik war. Aus den durchschnittlich bescheiden bemessenen Heimetli sollte das Maximum herausgewirtschaftet werden. Dieser Strategie, die mit entsprechenden Anreizen ausgestattet wurde haben die Bauern lange erfolgreich nachgelebt. Die ökologischen Probleme heute darf man deshalb nicht ihnen alleine in die Schuhe schieben.

Zweitens ist man auf dem Weg zu einer umweltverträglichen Landwirtschaft angesichts dieser Ausgangslage schon recht weit, was im Agrofutura-Bericht ausführlich und im Artikel weniger gewürdigt wird: “Die Scheiz hat beim Tierschutz eine internationale Vorreiterrolle (…) und eine Vorbildfunktion bei der transparenten Kontrolle des Ökologischen Leistungsnachweises (ÖLN)”, heisst es im Bericht etwa. Man darf ebenfalls daran erinnern, dass die EU daran ist, die Schweizer Agrarpolitik mit einem guten Jahrzehnt Rückstand in allen Bereichen quasi eins zu eins zu übernehmen. 

Trotzdem tut man auch beim Schweizerischen Bauernverband (SBV), dessen Präsident die Interpretation des Berichts reflexartig zurückgewiesen hat, gut daran, die Vorwürfe ernst zu nehmen. Das Image ist eine labile Grösse. Um es hoch zu halten braucht es Vorausdenken. Richtigerweise hat der SBV auf das Referendum gegen die AP2017 verzichtet, welche eine bessere Verankerung und Kontroller der ökologischen Leistungen im Direktzahlungssystem mit sich bringen soll.

Es gibt nämlich noch beträchtliche Löcher im grünen Mantel der Schweizer Produzenten. Es besteht im bäuerlichen Millieu die Tendenz, sich auf den Lorbeeren, beziehungsweise den ökologisch bewirtschafteten Wegrändern auszuruhen. Der Tenor lautet etwa: wir haben jetzt genug ökologisiert, jetzt müssen wir zurück zur produzierenden Landwirtschaft, die sich nicht von Hecken und was darin kreucht und fleucht aufhalten lassen darf. Dabei steht man hier erst am Anfang eines Prozesses, Ökologisierung ist ein Langfristprojekt ohne Ende, so mühselig das auch sein mag.

Dazu gehört auch die Vermarktung des Geleisteten. Dafür braucht es nicht immer ein Bio-Label. Aber die Erkenntnis, dass Ökologie und Produktion kein Gegensatzpaar sein müssen. Und dass die Herkunft Schweiz allein, diese Prognose wage ich gerne, künftig nicht genügt, um die sensibilisierten Konsumenten in ihrer Mehrheit von der Qualität eines Produkts zu überzeugen. Schweiz heisst nicht einfach besser als Ausland. Ich rege mich immer auf, wenn in der Fleischdeklaration im Restaurant nur das Land steht. Das ist ein veraltetes Deklarationsniveau, ich will als mündiger Konsument nicht nur wissen, woher das Fleisch kommt (auch aus welcher Region), sondern auch aus welcher Art von Produktion. 

Die Studie und ihre Interpretation durch ein populäres Publikumsmedium sind gute Warnschüsse gegen Selbstzufriedenheit. Der Druck auf die Landwirtschaft wird nicht kleiner, die Toleranz für Umweltschäden aber schon. Toll, dass das Image gut ist, aber mit geschickter PR alleine wird es nicht weiter florieren. (Bild Frey & Frey, Corporate Architects, Bern)

Pink Lady® und der Club der Rockobststars

April 30, 2013

Pink LadyDiese Woche hat mich ein Bekannter auf ein Phänomen aufmerksam gemacht, das ich bisher nur vom Hörensagen kannte: Die Clubsorten. Das sind die Rotarier unter den Äpfeln, die Rockstars unter den Früchtchen. Ihr Name ist ein Brand, geschützt mit einem dieser ®, die sonst  Medikamenten und Soft Drinks vorbehalten sind. Die Marke wird international an ausgewählte Lizenznehmer vergeben, welche wiederum das Recht zu Anbau und Vermarktung der Sorte an ebenso handverlesene Produzenten und Detailhändler vergebem.

Bekanntestes Beispiel ist in der Schweiz Pink Lady, die 1973 vom Australier John Cripps als WPink Cripps” vollzogene Kreuzung zwischen Golden Delicious und Lady Williams, die unterdessen weltweit geschützt ist und vermarktet wird (vorsicht beim Öffnen dieser Homepage, wenn Sie nicht auf Pink stehen). Lizenzinhaber für die Schweiz ist der Frucht-Logistiker Füglister. Dieser hat hierzulande ein gutes Dutzend Produzenten unter Vertrag, welche auf insgesamt gut 50 Hektaren ihr exklusives Früchtchen anbauen. Auch die Detaihandelsschar ist handverlesen: Migros, Globus, Coop und Volg. 

Pink Lady VermarktungDas Interessante an der Clublizenz ist für Füglister nicht zuletzt, dass die gut eingeführte Marke nicht nur aus Schweizer Produktion bedient werden kann, wie rechtsstehende Grafik von der Pink-Lady-Website (klicken zum Vergrössern) zeigt. Als Teil des Lizenznehmernetzwerks erhält die Firma exklusiv Pink Lady aus den übrigen Produktionsländern, darunter Australien, Neuseeland, Südafrika und Chile, welche gegenüber Europa eine um ein halbes Jahr verschobene Erntezeit haben und damit die Sommermonate in der Schweiz überbrücken können, ohne dass dem Konsumenten gross auffiele, dass sein gewohnter Apfel jetzt halt plötzlich nicht mehr aus dem Aargau sondern aus Australien stammt.

Sortenclubs gibt es übrigens nicht nur für Äpfel, sondern beispielsweise auch für Kartoffeln, wo Migros einen solchen für Amandine unterhält. Was ist davon zu halten? Interessant finde ich, dass gerade unsere Grossverteiler, die gerne vollmundig den freien Markt predigen in derart protektionistischen Gebilden wie Sortenclubs investieren. Sie haben viele Vorteile: Die Preise können dank gesteuerter Produktion auf allen Stufen relativ fix festgelegt werden und die Produzenten sind via einen zwischengeschalteten Logistiker straff an der Leine.

Für die Produzenten wiederum bringen Clubsorten eine Mischung aus Sicherheit und Abhängigkeit. Sie dürfen, wenn ich die Funktionsweise des Systems richtiv verstanden habe, im Prinzip keinen einzigen Apfel vom Pink-Lady-Baum ausserhalb der vorgeschriebenen Kanäle, also zum Beispiel im Direktverkauf oder im Most verkaufen. Gleichzeitig haben sie einen gesicherten Absatz zu relativ anständigen Preisen, solange die angebauten Mengen von den Verantwortlichen gut auf die Nachfrage abgestimmt werden, wobei hier witterungsabhängig immer grössere Schwankungen möglich sind. Äpfel werden nach wie vor im Freiland angebaut.

Der Vollständigkeit und Fairness halber muss erwähnt werden, dass nicht nur die Grossverteiler in derartige geschlossene Systeme investieren. Man denke nur an die Tierhaltung, wo etwa die Fenaco, das längst autonom agierende Unternehmen in de iure bäuerlicher Hand ähnlich agiert. Tochterfirma Ufa liefert exklusiv Futter auf Höfe, die ihre Tiere exklusiv via Tochterfirma Anicom vermarkten, um nur ein Beispiel zu nennen.

Die Teilnahme in solchen System ist freiwillig, unter dem Strich überwiegen für die Bauern die positiven Aspekte solcher – um es etwas derb auszudrücken – Teufelspakte, denn die Risiken, als Einzelmaske im unprotegierten Markt zu agieren, sind mindestens gleich gross, wie diejenigen in Clubsystemen. Nur die wenigsten wissen daraus Profit zu schlagen. Meist sind es Bauern mit einem idealen Mix aus gewieftem Unternehmertum und idealen Bedingungen für Absatzwege, die direkter zum Konsumenten führen und so ohne Clubmitgliedschaft höhere Margen ermöglichen, als unter Normalbedingungen. 

Selbst ist und plättelt die Bäuerin

März 12, 2013

Monika HauensteinFür einen Beitrag in einem Buch über das 175-Jahr-Jubiläum des Bauernverbands Aargau bin ich in letzter Zeit öfters in diesem (für mich) grossen Unbekannten von Kanton unterwegs. Auch heute wieder. Auf Umwegen hat es mich auf den Wochenmarkt in Wettingen verschlagen. Dort gab es – etwas verloren auf dem riesigen Platz vor dem Rathaus – zwar nur zwei Stände, aber vor allem der eine hatte es in sich.
Seit mehr als 20 Jahren bäckt Monika Hauenstein aus Tegerfelden Brot für Märit, zwei Läden und den eigenen stattlichen Haushalt. Dafür braucht sie “ein paar” der 6 Hektaren Weizen, die auf ihrem Betrieb in Tegerfelden angebaut werden. Das Geschäft läuft. Im Moment baut sie eine neue Backstube à 6 Steinöfen. Sie sei grad am plätteln, sagt sie nebenbei, das hat sie sich beigebracht im hauseigenen Partyraum mit 300 Quadratmetern Plättlifläche. Man spare halt schon viel, sagt die Wittwe, wenn man alles selber mache.
Das ist nur ein kleiner Ausschnitt ihrer Aktivitäten, ich war recht beeindruckt von ihrer Power und der Selbstverständlichkeit, mit der sie darüber berichtete. Und das Brot, ich habe es schon beim Kaufen geahnt, da könnte sich manch ein Beck eine Scheibe davon abschneiden. Die Nachfolge ist gewährleistet, die Schwiegertochter schlägt Monika nach: Neben dem Haushalt führt die zweifache Mutter Lastwagen und alles andere, was es an Motorisiertem im hauseigenen Lohnunternehmen so gibt. Das Buch übrigens erscheint am 9. August. Mehr Details dort.

PostkartE mit Hofladen(-Wettbewerb)

Februar 20, 2013

20130220-121141.jpg

Liebe BlogleserInnen
Ich bin in Bergün. Es ist sehr schön. Wir gehen jeden Tag in den Schnee. Vorher und nachher gibt es viel zu essen aus dem weitgereistesten Hofladen der Welt. Er ist ein alter Eisenbahnwagen von der Appenzeller Bahn und Romy, die Bäuerin hat extra ihre Garten gerodet für die Schienen. Ich finde das eine sehr coole Idee. Drum mache ich jetzt grad spontan wie man so ist in den Ferien einen Wettbewerb. Er heisst “Hofladen Of The Year Award” und geht ca. bis Anfang März. Schickt mir Bilder/Webadressen von Kandidaten an adimali@gmx.ch! Muss nicht immer grad fahrbar sein. Es gibt schöne Preisli für EinsenderInnen & SiegerInnen.
Viele liebe Grüsse von
Adi

20130220-121347.jpg

Horseburger: Tip of the iceberg & a chip pass

Januar 29, 2013

Horses before becoming beef burgers2For almost two weeks now, a rather animalic scandal has been sending shockwaves through Englands meat processing and retail industry. When the Irish Food authority released the news about their finding horsemeat in some beefburgers on January 15th, the reactions among consumers and in the farming sector were strong. Unlike the Swiss habit, it’s apparently rather taboo to eat horse in Ireland and in the UK it’s not much more popular.
But even if the Irish would love horseburgers, this wouldn’t make things any better. False declaration is a hyper-sensitive matter in the food sector and for the big retailers involved, eg. Tesco and Aldi, it was and still is a very embarassing story. 
13 days after the start of this Burgergate, the  Irish Minister for Agriculture, Food and the Marine, Simon Coveney has published the “Final Update on Authenticity of Meat Products Investigation”. It confirms, that the source of the equine DNA in the burgers was an ingredient imported from Poland for the burgers of the ABP Food Group’s Silvercrest-Plant, a so called “beef filler made up of fat cuts and trims”. The responsible company reacts as expected: It is sacking a few people, restructuring the organisation, and auditing all third party suppliers, as the ”Farmers Guardian” reports.
What are the lessons out of the Horseburger-Scandal? There is a few. Firstly, the internationally dispersed assembling, processing and production of foods guarantee the lowest possible price, while there’s a higher risk of scandals like the one we’re talking of. A scandal that is costing the involved companies not only a lot of money but also - much more valuable – a lot of consumers trust. Many people are wondering why Ireland as one of Europes leading beef exporters is importing beef for hamburgers – the answer is simple: ABP can save a few pennies per Burger with this measure.
I bet, and the measures taken by ABP prove it, that nothing will change fundamentally about these procedures and the next food scandal will be coming as surely as the amen in the church. We’re talking of the tip of an iceberg here and one day it might destroy the Food-Industry, this multinational Titanic.
And here comes the chance – or as we call it in Switzerland the chip pass – for the british farmers, small processors and groceries. Scandals like this will help to convince a certain if probably small percentage of the consumers (probably at least all of the horse-friends) to no longer buy the cheapest burger at one of the big retailers outlets, but a pure british beef burger from a known source, like a local farmer and a local butcher.
Finally my favourite horseburger-joke: Tesco burger walks into bar. “Pint please”. “I can’t hear you” says barman. “Sorry” replies burger. “I’m a little bit horse”. (Bilder LID, The Grocer)
Horse before becoming beef burger  

Statt nochmal WEFfeln: Der untervertretene Muni

Januar 22, 2013

Verenas MuniEigentlich wollte ich heute zum WEF ante portas ein paar böse Worte los werden. Dann habe ich aber gemerkt, dass ich den Artikel von letztes Jahr grad recyceln kann. Deshalb hier der Link. Am Sachverhalt, dass hier ein paar Multis mit viel schwülstiger Leaderrhetorik und Geschwurbel ein gut kaschiertes Investitionsförderungsprogramm in eigener Sache vorantreiben hat sich nämlich offensichtlich nichts geändert, ausser dass neu 28 statt letztes Jahr 26 Unternehmen daran beteiligt sind. Als Anschauungsunterricht hier der Link zur nurmehr halb so neuen ”New Vision for Agriculture“.
Drum lieber etwas Gefreutes: Soeben ist ein Mail von Leserin Verena eingetroffen. “Ich finde, dass die Muni in deiner Fotogallerie etwas untervertreten sind”, schreibt sie mir, “deswegen hier ein Prachtsexemplar: Artus, der Schotte. Leider inzwischen nur noch in seinen Töchtern und EnkelInnen lebendig, weil schon in der Wurst verspiesen…” Herzlichen Dank, Verena! Tatsächlich liegt das Gewicht auf der Kuh, gibt halt auch viel mehr davon. Drum bin ich natürlich froh um diesen Support. (Bild Verena Broger Ribi)

Emmentaler: Verzögerungstaktik & Nebelpetarde

Dezember 29, 2012

20121229-162625.jpg

Mir als Halb- und Heimwehemmentaler lag das Schicksal des dort beheimateten Grosslochkäses schon immer am Herzen. Deshalb schmerzt es in ausländischen Super- und anderen Lebensmittelmärkten immer wieder leicht auf der Brust des Käsepatrioten. Entweder finden sich dort zu junger und übel zusammenvakuumierter Schweizer Emmentaler oder jede Menge Imitate des Originals. Dieser Tage gab es Anschauungsunterricht im Tirol, wo einer dieser Märkte rund ein halbes Dutzend solcher Kopien österreichischer Herkunft anbot (siehe Bilder). Das erinnert mich immer wieder daran, wie sorglos man es in der Schweiz vergeigt hat, den Emmentaler rechtzeitig ursprungstechnisch und markenrechtlich zu schützen. Wie stark der Name des Produkts ist, beweist ja gerade die Flut der Imitate.
Item, dieser Zug ist längst abgefahren, was bleibt ist der Fokus auf den inländischen Markt. Das Bild, das sich dort bietet ist allerdings eher noch erbärmlicher, als dasjenige im ausländischen Supermarkt. Ich will jetzt hier nicht noch einmal die altbekannten Fakten auftischen. Natürlich wurde der Emmentaler in Unionszeiten missbraucht als Mengenventil und eine Strukturbereinigung war unerlässlich. Das ist aber noch lange kein Grund, ihn jetzt komplett in den Boden zu fahren. Kürzlich hat sich die leider seit Anbeginn zerstrittene und zu wenig entschlossen geführte Sortenorganisation endlich einen Ruck gegeben und grossmehrheitlich beschlossen, beim Bundesrat Allgemeinverbindlichkeit für eine dringend notwendige Mengensteuerung zu beantragen. Der zuständige Agrarminister Schneider-Amman übt sich seither im Lavieren. Die jüngst ins Leben gerufene Task-Force Emmentaler ist ein für ihn typischer Weg, das Fällen eines Entscheids zu verschleppen. Zu dieser Verzögerungstaktik dürften zwei Gruppierungen massgeblich beigetragen haben. Da wäre erstens die Economiesuisse, die sich aus wettbeweblicher Sicht gegen Allgemeinverbindlichkeit ausgesprochen hat. Diese Stallorder scheint den Bundesrat zu beeindrucken, aber wenn seine Vorgänger ebenso folgsam auf diese falschen Freunde der Landwirtschaft gehört hätten, stünde der Bauernstand deutlich schlechter da, als es heute der Fall ist, darauf wette ich ein schönes Kälbli. Dass man Geld nicht auf einem Käseplättli servieren kann, wird man bei der Economiesuisse erst merken, wenn dereinst das letzte Dorf seine letzte Emmentalerkäserei verloren hat.
Die zweite Bremserfraktion stammt aus der Branche selber. Die Handelsfirmen Lustenberger & Dürst (L&D) und Bürki sowie ein paar ihnen zuliefernde Emmentalerkäser bekämpfen die Allgemeinverbindlichkeit ebenfalls. Das Motiv der ehemaligen Mitglieder der Käseunion: weil sie im Moment über ein ausgewogenes Verhältnis von Produktion und Absatz verfügen, fürchten sie die Mengenbeschränkung. Das mag auf den ersten Blick nachvollziebar sein, zeugt aber von mangelndem Weitblick und Solidarität. Wie das (Erfolgs-)Beispiel Gruyère zeigt, kann nur eine stramme Mengenführung über die ganze produzierte Menge funktionieren. Wenn L&D-Geschäftsführer Gander jetzt davon ausgeht, dass ein fortgestzter Zusammenbruch der restlichen Emmentaler-Branche seine vertikal integrierte Wertschöpfungskette “in der alle von der Kuh bis zum Verkaufspunkt weltweit eine Allianz bilden und am gleichen Strick ziehen” mittel- bis längerfristig nicht tangieren wird, dann ist das ein frommer Wunsch. Recht hat Gander dort, wo er strengere Produktionsbedingungen im AOC-Pflichtenheft fordert. Dass er dies nun aber mit der Mengenbeschränkung in Zusammenhang bringt, ist eine Nebelpetarde, mit der er die wahren Absichten zu verschleiern sucht.
Unter dem Strich bleibt für den zögerlichen Bundesrat aus dem Bernbiet nur ein Entscheid, um zu retten, was zu retten ist: Allgemeinverbindlichkeit beschliessen ohne mit Palaver Zeit zu verlieren. Anschliessend kann die Branche zeigen, dass sie mit dem Steilpass etwas anzufangen weiss, inklusive traumhaft schönem Abschluss mit Gander und Bürki in der Sturmspitze zum Beispiel.

20121229-162702.jpg

Giftige Sticheleien im Bienenhaus

Oktober 18, 2012

20121017-231959.jpg

Manchmal finden sich die interessantesten Geschichten in den Leserbriefspalten. So konnte man in den letzten zwei “Bauernzeitungen” einen hochinteressanten Imkerkonflikt verfolgen.
Im Land, wo der Honig fliesst herrscht schon lange nicht mehr nur eitel Sonnenschein. Seit Jahren kämpft die Branche gegen die Invasion der Varroamilben, die schon Hunderte von Bienenvölkern auf dem Gewissen haben. Genau darum, beziehungsweise um die Bekämpfungsmethoden dreht sich auch die erwähnte Kontroverse. In der Ausgabe vom 5. Oktober fährt Richard Wyss grobes Geschütz auf: der Chemieriese Bayer werbe “mit trügerischen Worten” für seine Anti-Varroa-Produkte, schreibt er. Bayer trage mit dem Vertrieb der Neonicotinoide Bayvarol, Check-Mite plus und Perizin selber massiv zu Bienenverlusten bei und verschweige die Rückstände im Honig und die Resistenzbildung. Das sind ungewohnt harte Worte, zumal Wyss nicht irgendein Imker sondern der Zentralpräsident des Deutschschweizer Dachverbands (VDRB) ist. Dieser hat in der selben Bauernzeitung auch ein Inserat geschaltet (siehe unten), in dem die scharfe Kritik bekräftigt wird (“So nicht, es genügt wenn die Agrochemie unsere Bienen auf Feldern vergiftet!”)
Die Replik eines Imkerkollegen folgte in der Ausgabe vom 12. Oktober auf den Fuss. Die Bayer-Medikamente dürfe man angesichts der strengen Zulassungsverfahren bedenkenlos benützen. Er selber habe damit wie zahlreiche Kollegen gute Erfahrungen gemacht. Dagegen kritisiert er den Einsatz von Ameisensäure, welche VDRB-Präsident Wyss in seinem Schreiben als Alternative propagiert. Damit quäle man die Bienen lediglich, schreibt Jakob Bringold aus dem solothurnischen Beinwil, der von Wyss auch eine Entschuldigung für seine Anschuldigungen verlangt. Dass die Produkte Rückstände hinterlassen, bestreitet er nicht, er deklariere sie aber klar.
Das Feuer im Dach des Bienenhauses ist für mich Ausdruck für die Verzweiflung und den Frust der Honigproduzenten. Chemikalienrückstände vertragen sich schlecht mit dem Image des Honigs als Ausgeburt des unversehrten Naturprodukts. Handkehrum wäre ohne chemische Keule, ob Bayer-Produkte oder Säure, wohl kaum mehr ein Bienenvolk am Leben. (Bild oben summ-summ.ch)


Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Schließe dich 55 Followern an