Archiv für die Kategorie ‘Uncategorized’

Ferienstoff (2): Täglich eine schöne Kuh

Februar 22, 2011

Die “Zeit” zum Texas Longhorn: “Das Texanische Longhorn wurde zum Symbol des Wilden Westens. Die Rinder kamen mit den Entdeckern Amerikas in den 1490er Jahren auf den Kontinent. Zuerst nach Santo Domingo, später dorthin, wo heute der US-Bundesstaat Texas liegt. Nach kleinen Ausflügen in die Unterhaltungsbranche findet das Texanische Longhorn wieder seinen Weg auf die Farmen zurück. Geschätzt wird es vor allem wegen seiner Robustheit und seines sehr fettarmen Fleisches.” (Bild Jeremy Hopley & Andrew Perris aus “Schöne Kühe”)

Ferienstoff (1): Täglich eine schöne Kuh

Februar 21, 2011

Vor kurzem ist im deutschen Landwirtschaftsverlag der hübsche Bildband Schöne Kühe erschienen. Das Buch von Valerie Porter mit Bildern von Jeremy Hopley und Andrew Perris kommt mir für die kommenden Tage wie geschliffen, wenig Zeit fürs Bloggen, aber trotzdem etwas fürs Auge. Die ”Zeit” hat verdankenswerterweise ein paar der Bilder publiziert, ich bediene mich gerne dort, danke liebe Kollegen. Wir fangen an mit dem Watussi. Viel Vergnügen.
Zum Watussi heisst es in der “Zeit”: “Kühe geben Milch. Exemplare wie dieses Watussirind (auch Akolerind) sehen noch dazu besonders gut aus. Sie stammen vor allem aus den Ländern westlich des Viktoriasees in Afrika: Uganda, Ruanda und Burundi. Die Tutsi halten die Rinder hier wegen ihrer fettreichen Milch und beeindruckenden Hörner, die bis zu anderthalb Meter lang werden können. Der Abstand von Horn zu Horn misst bis zu 180 Zentimetern. In Afrika wählten die Züchter die Watussirinder vor allem nach Farbe und Muster des Fells aus. Üblicherweise ist es dunkelrot, es kann aber auch schwarz, braun, gelb oder weiß sein, und – wie in diesem Fall – gescheckt. Die Kühe, wie wir sie heute kennen, stammen fast alle vom Auerochsen (Bos primigenius) ab, der mittlerweile ausgestorben ist. Die ersten Menschen begannen in Eurasien vor rund 8500 Jahren, die Tiere zu domestizieren.” (Bild Jeremy Hopley & Andrew Perris)

Agroblog schenkt Ihnen einen Bauernhof

Februar 2, 2011

Der Agroblog ist heute 2-jährig! Deshalb gibt es etwas geschenkt: 2 Geissen, 30 Enten, einen Pflug und ein Stück Land. Das als Dank für Sie liebe Leserinnen und Leser, für Ihre Treue, Kommentare, Aufmunterungen, Tipps für neue Posts undsoweiter. Zumindest symbolisch: Ich spende an HEKS und diese geben dann die Geissen und Co., beziehungsweise das Geld dafür, weiter an Betriebe in der dritten Welt. Eine Geiss kostet 30 Franken, gleichviel blättert man für 30 Enten sowie einen Pflug auf den Tisch und das Stück Land gibts à 77.-. Es gibt übrigens auch Hühner, Webstühle, Zuchtschweine, halbe Mangrovenwälder und viel anderes zu spenden. Falls Sie Lust haben, tun Sie’s mir gleich, es würde mich freuen. So günstig kommen Sie nie mehr zu einem Heimetli!

Grüne Woche (4): Die falsch placierten Hörner

Januar 23, 2011

 

 

 

 

 

Auf den Kuhköpfen sind sie am verschwinden, aber für die Werbung scheinen sie immer noch unerlässlich (links für die Rentenbank, rechts für die Grüne Woche), die Hörner. Mir wäre es lieber umgekehrt…

Grüne Woche (3): Sally braucht Wasser und Geld

Januar 23, 2011

Die Veranstalter der Grünen Woche bezeichnen ihren Anlass gerne als “Davos der Landwirtschaft”. Folgerichtig steht deshalb auch ein Global Forum for Food and Agriculture auf dem Programm. Daran haben am Samstag Landwirtschaftsminister aus 54 Ländern teilgenommen, darunter die Schweiz und – ist es wohl sein erster Konferenzauftritt? – der Südsudan. An der zugehörigen Pressekonferenz standen der EU-Landwirtschaftskomissär Diacan Ciolos, sowie die deutsche Landwirtschaftsministerin Aigner und ihr französischer Kollege LeMaire im Mittelpunkt. Wichtigste Themen: Der Dioxinskandal und der etwas fromme Wunsch der Minister, die Nahrungsmittelpreise mögen der Spekulation entzogen werden. Ferner galt es zu überspielen, dass beim Haupttraktandum WTO erwartungsgemäss kein Ergebnis erzielt wurden. Etwas vergessen ging in der illustren Runde Sally Kosgey. Sie ist seit letztem April für das kenyanische Agrardossier zuständig. In ihrem einzigen Statement erklärte sie, dass das grösste Problem in ihrem Land die fehlenden Investitionen für so grundlegende Dinge wie eine Düngerfabrik sind. Das einzige Land, das Interesse gezeigt habe, wolle sie jetzt nicht erwähnen, man habe aber wegen drohendem Druck aus dem Ausland dankend auf das Angebot verzichtet. Später erklärt sie in einer kurzen Begegnung nach der Medienkonferenz, dass es sich dabei um Iran handle. Das zweite grosse Problem bei der Ernährung der wachsenden Bevölkerung sei das fehlende Wasser. Daneben erschienen die von den EU-Ministern auf äusserst diplomatische Weise ausgebreiteten Probleme bei der Gestaltung der gemeinsamen Agrarpolitik plötzlich fast etwas nebensächlich. (Bild Presse-Service Grüne Woche)

Byebye Stephanie, schade gibt’s Dich nicht mehr

Januar 17, 2011

Landverlust (2): Bauern haben kräftig mitgewirkt

Januar 5, 2011

Auch die Schweiz ist von Landgrabbing betroffen (siehe vorherigen Beitrag) – von einem der anderen Art allerdings. Das Kulturland geht hier nicht an ausländische sondern an inländische Investoren, die auf den Weiden und Äckern in den letzten Jahrzehnten zehntausende von Hektaren mit Hüslihalden und Gewerbegebäuden versiegelt haben. Diese Entwicklung schreitet ungehindert voran, wie der Zähler auf der Homepage der Landschaftsinitiative eindrücklich zeigt. Die Bauern selber haben dabei kräftig mitgewirkt und -profitiert. Manch einer unter ihnen hat mit dem Verkauf von Bauland Millionen verdient, auch wenn man darüber in bäuerlichen Kreisen nicht spricht. Stattdessen beklagt der Schweizerische Bauernverband (SBV) gerne wortreich den Kulturlandverlust, zuletzt an seiner Jahrespressekonferenz von gestern. Das ist durchaus berechtigt, allerdings kämpft der Verband nur halbherzig gegen das Phänomen. Bei der 2008 eingereichten Landschaftsinitiative - sie ist nicht extrem, sondern verlangt lediglich eine bessere Ausnutzung der immer noch gut dotierten Bauzonen und einen Verzicht auf weitere Einzonungen in den nächsten 20 Jahren – steht Brugg abseits. Mit einer gewundenen Erklärung hat der SBV 2007 seine Absenz im Trägerverein begründet. Ich wette schon jetzt einen unüberbauten Quadratmeter Kulturland, dass die Parole des SBV höchstens eine Stimmfreigabe sein wird. Von einem kompromisslosen Kampf der Landwirtschaftslobbyisten gegen den Kulturlandverlust kann trotz des öffentlichkeitswirksamen Lamentos jedenfalls keine Rede sein.    

Bundes-Manna bremst den Strukturwandel

Oktober 25, 2010

“10 000 Bauernhöfe sind verschwunden!” titelt blick.ch heute mit Klick-fördernder Dramatik. Auslöser für den Bericht ist der Agrarbericht 2010, den das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) heute veröffentlicht hat. Seit 2000 hat die Zahl der Betriebe um 1,8 Prozent oder 10 500 Höfe abgenommen, aktuell sind es noch rund 60 000 in der ganzen Schweiz. Was das marktschreierische Berichtlein aber verschweigt: Das ist weniger als in den zehn Jahren zuvor, als die Betriebs-Sterberate doppelt so hoch lag. Hauptgrund ist laut BLW, dass in den 90er Jahren viele Kleinstbetriebe mit unter drei Hektaren eingingen, dieses Potenzial sei heute weitgehend ausgeschöpft. Das heisst mit anderen Worten, dass das Bauern auf Betrieben ab 3 bis vielleicht 15 Hektaren mehrheitlich interessant bleibt. Das sind oft sogenannte Handybauern. Sie arbeiten auswärts und bewirtschaften den Betrieb per Telefon, mit dem sie den Lohnunternehmen Aufträge geben. Die Erträge aus Ernte und vielleicht noch ein paar Mutterkühen alleine wären keine genügende Basis für die Weiterführung des Betriebs, dank den flächenbezogenen Direktzahlungen aber geht die Rechnung auf. Für diese Theorie spricht auch, dass die ausserlandwirtschaftlichen Einkommen zwischen 2000 (18 000 Franken pro Betrieb) und 2009 (24 000 Franken) um über 30 Prozent zugenommen haben. Nun bleibt die Frage: Sind Handybauern Fluch oder Segen? Aus agrarökonomischer Sicht sind sie kaum ein Gewinn. Sie hindern die Haupterwerbs-Betriebe am flächenmässigen Wachsen. Was die Ökologie angeht, dürfte es eher umgekehrt sein: Weil Handybauern nicht das letzte aus Tier und Boden hinauspressen müssen, ist ihre Bewirtschaftung wohl eher ressourcenschonender. (Bild LID

Provence (3 et fin): Kuhlose Milchimpressionen

September 5, 2010

Milchkühe habe ich in der trockenen Provence keine gesehen. Nicht, dass in Frankreich wenig Milch produziert würde, im Gegenteil, die Grande Nation ist auch eine grande productrice de lait und verfügt mit gut 25 Millionen Tonnen jährlich über das zweitgrösste Kontingent EU-weit. Aber die Milchproduktions-Gegenden liegen vorwiegend in der nördlichen Landeshälfte, wo das Klima feuchter und deshalb wüchsiger ist. Eher sieht man im Süden noch die eine oder ander Mutterkuh-Herde, aber das war leider nur aus dem TGV bei der Anreise der Fall. Und der war einfach zu schnell, um ein rechtes Bild zu machen. Deshalb gibt es hier statt einem Kuhbild de la semaine zum Abschluss der Mini-Trilogie zwei Milchimpression ohne Produzentinnen. Dachte ich zumindest. Das obere Bild allerdings täuscht. Der Camion mit dem träfen Namen, so vermutete ich, transportiert Milch ins tendenziell unterversorgte Italien. So kann man sich täuschen: Mutti liefert flüssige Chemikalien. Aber es gefällt mir zu gut, um es nicht zu bringen. Und die Moral von der Geschicht: auch der strenge Agroblog ist nicht immer gefeit vor Etikettenschwindel, bonne semaine!

Der Alt-Traktor-Freak und sein Weekend-Mekka

August 20, 2010

Auf einem Velotürli ins Zürcher Unterland sind wir diesem freundlichen Hobby-Bäuerchen (Selbstbeschreibung) begegnet. Er hat sich viel Zeit genommen, um uns den Weg zur Tössegg zu beschreiben. Und kam sogleich ins Schwärmen, als ich in auf seinen prächtigen Bucher ansprach. Da ist weit und breit kein Tröpfchen Öl zu entdecken, die Maschine mit Jahrgang 1957 sieht aus, als hätte sie soeben das Werk in Niederweningen verlassen. Und zuhause steht (ein sicher mindestens so gepflegter) 53-er Hürlimann, berichtete das bekennende Mitglied bei den Freunden alter Landmaschinen. Der Mann war unterwegs nach Hause, um dort ein Mähermesser für ein ebenfalls angejahrtes Gerät zu schleifen. Morgen wird er wohl den Weg nach Wallisellen unter die Räder nehmen. Der Glatttaler Kurort ist dieses Wochenende das Mekka für das Hobby-Bäuerchen und seinesgleichen: Auf dem Programm steht das Traktorenfest mit den Schweizer Meisterschaft im Pflügen und einem Geschicklichkeitsfahren. Im Rahmenprogramm präsentieren die Freunde alter Landmaschinen antikes Gefährt. Hoffentlich gibt es auf dem Walliseller Gelände eine Grossleinwand mit einer Übertragung vom nationalen Fest der “Bösen” in Frauenfeld. Die Zahl der hin- und hergerissenen Traktoren- und Schwing-Fans dürfte hoch sein.


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