Posts Tagged ‘Bewässerung’

AgReminiszeNZZen aus 13 Jahren (7): Wetter

Juni 20, 2013

TrockenheitTrockenheit und andere Überflutungen, Hagel im Herbst und Schnee im Frühling, Fliessbandarbeit im Dienste von Petrus und anderen Stakeholdern.

Beim Land grabben wird auch Wasser abgegraben

Januar 25, 2013

Weltkarte LandgrabbingDass Landgrabbing ein stark zunehmendes Phänomen ist, das ist bekannt. Nun haben Wissenschafter der Universtitäten von Milano und Virginia in ihrem Paper “Global land and water grabbing” erstmals versucht, die Sache global zu beziffern. Das Ergebnis: Derzeit sind – so schätzen die Autoren –  470 000 Quadratkilometer Landwirtschaftsland und damit die 12-fache Fläche der Schweiz oder rund ein Prozent der globalen für Nahrungsmittelproduktion zur Verfügung stehenden Fläche betroffen von Landgrabbing, das die Autoren wie folgt definieren: “The transfer of the right to own or use the land from local communities to foreign investors through large-scale land acquisitions (more than 200 ha per deal).” Also in etwa: Der Transfer des Besitzes oder des Nutzungsrechts des Landes von lokalen Bewirtschaftern an ausländische Investoren durch grosse Landkäufe (über 200 Hektaren pro Handel).
In der Studie gibt es verschiedene interessante Erkenntnisse, zum Beispiel, dass es Länder gibt, die grabben und selber begrabbt werden. Das ist auf der obenstehenden Karten gut sichtbar, wo die grünen Punkte die gegrabbte Fläche darstellen, während die roten Dreiecke für ein grabbendes Land stehen. Am wichtigsten scheint mir aber die Wasserfrage.
Grafik Land- und WatergrabbingLand Grabbing geht immer einher mit Water Grabbing. Die Landwirtschaft hat einen hohen Wasserbedarf (86 Prozent des menschlichen Wasserverbrauchs geht auf Kosten der Bewässerung). Dieser hat sich im vergangenen Jahrhundert versiebenfacht. Die Autoren der Studie beziffern das Volumen des gegrabbten Wassers auf 310 Mrd. Kubikmeter grünes Wasser (zB. Regenwasser aus Niederschlägen über dem erworbenen Land) und 140 Mrd. Kubikmeter blaues Wasser (zB Bewässerungswasser aus Flüssen und Grundwasser). Zum Vergleich: Der Bodensee hat etwa 48 Mrd. Kubikmeter Volumen.
Das Abpumpen oder Abzweigen von Wasser ist eine der grossen Konfliktquellen in dieser neuen Form des Kolonialismus, da der Verbrauch auf den riesigen gegrabbten Flächen oft denjenigen der einheimischen konkurrenziert, die vorher oft bereits durch den Verlust ihres Landes bestraft wurden.
Viele grabbende Länder sind selber von Wasserknappheit betroffen und versuchen mit dem grabbing von Land nicht primär, ihre Nahrungsmittelproduktion zu steigern, sondern vor allem diese für schwierige Zeiten abzusichern. Indem sie in verschiedenen Weltgegenden und Klimazonen über komfortable Landreserven verfügen, können diese Staaten ihre Ernährungssicherheit erhöhen.
Insgesamt, ein anderes Fazit kann man aus dieser Studie nicht ziehen, wird das Phänomen Landgrabbing die bereits bestehende massive Kluft zwischen Reich und Arm, um das so pauschal auszudrücken, erhöhen. Wir gehen unbeirrt weiter auf dem Weg zu einer Zweiklassenwelt. Das privilegierte Drittel (darunter natürlich auch die Schweiz, siehe unterste Tabelle) sichert sich mit Land- und Wassergrabbing gegen Produktionseinbrüche durch den Klimawandel ab, während die nicht-privilegierten zwei Drittel mit dem Vorlieb nehmen müssen, was übrig bleibt. (Grafiken und Tabellen aus “Global land and water grabbing”)
Grabbed LandGrabbende Länder

 

Ambrüf, bei den Königen des Wassers & des Weins

Juli 22, 2012

Das Wallis ist für mich wie eines dieser Länder, in die man schon lange will und es nie schafft. Dank zwei Terminen am gleichen Tag, der eine davon hier verarbeitet, kam ich unerwartet in den Genuss einer Reise hinter den Lötschberg, was ja heute dank dem neuen Basistunnel deutlich schneller geht als früher. Und es hat sich gelohnt, auch aus landwirtschaftlicher Sicht. Ein paar Dinge sind mir aufgefallen. Zu Beginn die intensive Bewässerung. Die erste sah ich im schmucken Städtchen Leuk, wo Reben aus vollen Rohren berieselt wurden (siehe Bild oben).
Später fuhr ich weiter nach Visperterminen, ebenfalls ein sehenswerter Ort mit einem intakten Kern, der wahrscheinlich auch dank bescheidenem Skigebiet nie verschandelt wurde. Auf der kurvenreichen Fahrt und im Dorf fiel mir auf, dass hier auf gut 1000 Metern sogar die Weiden und Mähwiesen bewässert werden und zwar mit fest installierten Leitungen. Dies ist für Schweizer Verhältnisse ziemlich aussergewöhnlich und hat mit zwei Dingen zu tun. Erstens ist das Wallis mit Wasser reich gesegnet. Wenn die Schweiz ein Wasserschloss ist, dann ist das Wallis der Krönungssaal. Zweitens ist das Klima praktisch mediterran, die Niederschlagsmenge ist nur rund halb so gross, wie in der “Üsserschwiz” und die Temperaturen erlauben den Aprikosen- und Rebbau bis auf über 1000 Meter (siehe Bild rechts). Deshalb ist Visperterminen bekannt für Europas höchsten Rebberg, der mit der lokalen weissen Gebirgs-Sorte Heida (auch als Savagnin bekannt) bestockt ist, drum heisst es auch Heidadorf. Aufgefallen ist mir auch, dass die Walliser seit langem daran gewohnt sind, auch noch aus dem letzten Flecklein Erde das Maximum herauszuholen. Jedes Vorgärtchen wird mit Kartoffeln bepflanzt, zwischen den hübschen Holzhäusern mitten im Dorf findet man immer wieder Gemüsegärten und kleine Getreideflächen von 100 Quadratmetern am Steilhang sind keine Seltenheit, natürlich alles bewässert.
Zu guter Letzt möchte ich noch den Wallisern selber ein Kränzchen winden. In der Deutschschweiz haben sie ja ein bisschen den Ruf, knorrige Bergler im Dauer-Weissweinrausch zu sein, die mit denjenigen hinter dem Berg möglichst nichts zu tun haben möchten. Alle denen ich begegnet sind waren einfach nett und unkompliziert, es war ein schöner Tag. Ich komme wieder ambrüf (rauf, für Nicht-Walliserditsch-Kundige).


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