Mit ‘Kühe’ getaggte Artikel

Kuhmpetition: Was ist denn das?

April 27, 2013

RätselküheHeute wieder mal ein kleines Kuhrätsel. Das Bild stammt von Monika Schlatter, die schon wieder schwer am Wandern ist und natürlich auch wieder fündig wurde im Viehbereich: “Endlich wieder mal Kühe im Freien! Ich ging gestern von Trogen über den Gäbris und Sommersberg nach Gais hinunter. Auf Sommersberg habe ich diese Kühe fotografiert”, schreibt sie mir, um dann zu fragen: ”ist das eine eigene Rasse??”

Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung und setze einmal auf Followerpower, wie man die Leserumfrage in der sozialmedialen Welt heute neudeutsch nennt. Hat irgendjemand eine Ahnung? Ist es am Ende eine ausländische Rasse und deren Kreuzung mit Braunvieh? Um sachdienliche Hinweise wird gebeten. Und natürlich kann man/frau auch etwas gewinnen, wenn es dann stimmt. Hier zur Konfusion noch ein zweites Bildli aus dem Kühlschrank, das mir grad verdächtig ähnlich vorkam. Dies dürfte vermutlich das kreuzungsfreie Original sein.  
RätselkuhBeim nächsten Bild hingegen, auch das von Monika Schlatter, diesmal aus dem Baselbiet, hingegen, sollte die Antwort einfacher sein. Es handelt sich hier um Zebus, erkennbar am Fettbuckel hinter dem Kopf, vermutlich gekreuzt mit Red Holstein.

Schon interessant, was alles so seinen Weg findet auf heimische Wiesen, sind sicher robuste Tiere mit bescheidenen Ansprüchen und gutem Fleischansatz, viel Milch werden sie allerdings kaum geben. Eine Mikro-Recherche bestätigt: Zebus werden von Mutterkuh Schweiz in der Rassenliste geführt, es gibt bereits 11 Betriebe, die mit diesen arbeiten, 64 Muttertiere sind im Herdenbuch registriert, eine kleine Minderheit erst, aber vermutlich mit beachtlichen Zuwachsraten.Zebu2
Herzlichen Dank für Bilder und Denksportaufgabe, Monika!

Doch noch: Frühlingskühe (1)

April 9, 2013

Frühlingskühe am HorizontEs tut sich was am Horizont. Nach langem Winter hat Ürsu das erste Vieh auf der Weide entdeckt. Und ist auch gleich noch näher hingegangen. Häb Dank! (Bilder Urs Wiskemann)
Frühlingskühe

Monikas verräterische Gegensatzkühe

Juni 8, 2012

Vor kurzem hat mir meine regelmässige Kuhbild-Lieferantin Monika Schlatter wieder einmal zwei iher Helgen zugestellt. ”Vergangene Woche war ich unterwegs von Hausen a.A. zum Albishorn und habe dabei zwei totale Kuhgegensätze gefunden; das robuste wuschelige und das Horror-Knochengestell”, schreibt mir die Absenderin in ihrem Mail. In der Tat kommt das schottische Highland wuschelig und gut genährt daher und die untenstehende Kuh gehört eher in die klapprige Kategorie. Man muss aber fairnesshalber festhalten, dass die beiden zwei völlig unterschiedliche Nutzungsrichtungen verkörpern, das Hochlandrind den Fleischtyp, die Braune den Milchtyp. Milchkühe sind nun einmal mägerer als Mutterkühe, deshalb ist es ein bisschen hart, von einem Horror-Knochengestell zu sprechen, habe schon schlimmere gesehen. Es sind eher andere Sachen, die mich an der unteren Kuh samt Weide stören. Das Bild verrät aus meiner Sicht einen Halter, der nicht ganz auf dem neuesten Stand wirtschaftet. Bei näherem Hinsehen erweist sich die Weide auf der die Milchkühe hier fressen als wenig energiereich, viele hochgeschossene Kräuter und schöne Blumen, aber sicher keine Weide mit der man gross Milch produziert. Zudem scheinen die Kühe im Anbindestall gehalten zu werden, darauf deutet die am Schwanz befestigte Schnur zur Aufhängung und die aufgescheurte Stelle am Bein der Kuh. Anbindehaltung muss nicht in jedem Fall schlecht sein, aber wenn man die Kühe angebunden hält, muss wenigstens die Einstreu und der Rest des Lägers stimmen. Das ist hier kaum der Fall.  Aufschlussreiche Bilder, herzlichen Dank! (Bilder Monika Schlatter)

Mini-Gastkuhstall(2): …in den kühlen Norden

April 18, 2012

Brüsker Szenenwechsel: Von Ägypten nach Island. Aus diesem fernen Winkel Skandinaviens erreicht mich ein Mail von Agrarjournalisten-Kollege Christian Mühlhausen aus Deutschland, regelmässigen Lesern bereits bekannt als talentierter Agrofotograf und Inhaber der Bildagentur Landpixel. “Wie könnte ich eine Region der Welt bereisen und beim Anblick von Kühen nicht an Dich bzw. Deinen Blog denken?”, schreibt mir Christian. Er schickt mir aber nicht nur Bilder, sondern auch eine veritable Minireportage zur isländischen Landwirtschaft: “Dort gibt es viel Lava, viel Steinwüste, einige Gletscher, wenig Acker und einiges Grünland. Das wird zwar überwiegend von Schafen und Islandpferden beweidet, aber dennoch gibt es einige Milchvieh- und Mutterkuhbetriebe. Reykjavik und Selfoss beherbergen Molkereien und das Land ist stolz, sich weitestgehend selbst mit Molkereiprodukten zu versorgen. Nun hat Island zwar nur gut 300 000 Einwohner, aber ebenso viele Touristen pro Jahr. Auch beim Gemüse ist man autark: Dank der reichlich vorhandenen und billigen Geothermie gedeihen in Gewächshäusern Tomaten und Gurken und andere Genüsse. Sogar Getreideanbau gibt es auf Island, jedoch nur Sommerungen. Das Steak auf dem Teller sieht aus wie Rind, schmeckt ähnlich (fast noch besser) als Rind, ist aber Zwergwal. Ob politisch korrekt oder nicht: gebraten wahnsinnig lecker, die (extrem stark) geräucherte Variante schmeckt mir auch – für viele Mitteleuropäer ist es jedoch gewöhnungsbedürftig. Auch Papageientaucher und Islandpferdfohlen, Lamm und Hai standen neben reichlich Fisch auf meiner Speisekarte, alles sehr zu empfehlen und eine Erfahrung wert.” Mangelnde gastronomische Abenteuerlust könnte man dem Autor also nicht vorwerfen. Ich hoffe, dass noch viele Reisen folgen und danke Dir herzlich, Christian. Zum Abrunden noch ein paar schöne Kulturlandschaftsbilder von der Insel.
Die Isländer haben die an sich wenig attraktiven Siloballen farblich offensichtlich perfekt auf die Gebäude abgestimmt.
Die Vegetationsperiode ist so kurz wie das Graswachstum bescheiden. (Bilder Christian Mühlhausen)
 

Albanische Stadt-Viehschau mit Potenzial

April 4, 2012

Unterdessen habe ich auch auf der Redaktion einen ziemlich weitreichenden Ruf als Kuhfreund und das zahlt sich aus. In Form von schönen Kuhbildern aus allen Herren Ländern. Heute ist Albanien an der Reihe, herzlichen Dank Elena! Die oberen beiden Bilder stammen aus der Haupstadt Tirana, das unterste aus dem im Süden gelegenen Gjirokastra. Das Bild oben zeigt eine “Magerkuh”, wie sie die Fotografin nennt, mit ziemlich viel Simmentaler Genmaterial, zwischen farbenfrohen Wohnblöcken weidend. Von der albanischen Landwirtschaft weiss ich wenig bis nichts. Aber ein Trend, der bei uns gross im Kommen ist, scheint ähnlich wie in vielen 2.- und 3.-Weltmetropolen umfassend umgesetzt: Cityfarming. Dieser interessante Artikel aus dem deutschen Handelsblatt füllt einige Wissenslücken. Kurz zusammengefasst leidet der Sektor unter den Schatten der Kollektivierung, bietet aber einiges Potenzial. Wer mehr Details möchte, dem empfehle ich diese Diplomarbeit zum Thema Bio-Landwirtschaft in Albanien.
Vieh (etwas besser genährt) beim Transport auf drei Rädern durch Tirana.
Eine schöne Geissenherde säubert ein Bord in Gjirokastra. (Bilder Elena Panagiotidis)

FuKuhshima: Kurze Halbwertszeit der Zahmheit

März 12, 2012

Ein Jahr nach der Atomkatastrophe von Fukushima bin ich gestern auf einen interessanten Artikel von Susan Boos gestossen. Die Chefredaktorin der Wochenzeitung (WOZ) und Autorin eines soeben erschienen Buchs über die Katastrophewar vor einigen Monaten in der Sperrzone rund um das Kraftwerk. In besagtem Artikel berichtet sie über ein ziemlich überraschendes Phänomen: die wild gewordenen Kühe von Fukushima. Als die Milchkuhhalter und Mäster wegen hohen Strahlungswerten die Höfe verlassen mussten, hatten sie weder Zeit noch das Recht, ihre Tiere mitzunehmen. Während die einen Bauern ihre Kühe nach langer Abwägung und Kampf mit dem Gewissen angebunden liessen (und damit dem Hungertod überliessen), haben sie andere freigelassen. Die Legende zu diesem Bild weckte natürlich mein Interesse: “Die verwilderten Kühe haben die leeren Dörfer erobert: Sie verhalten sich scheu wie Wildtiere und sind doch gefährlich.”  Im Text schreibt Boos dann unter anderem folgendes: “Unser Guide wendet und fährt zurück Richtung Zonengrenze. Die Sonne ist verschwunden, die Gegend scheint nun grau und ungastlich. Es beginnt zu dämmern, da müsse man besonders vorsichtig sein, in dieser Phase seien die Kühe am aggressivsten. Kaum hat der Guide es gesagt, tauchen sie auf. Rechts zwischen den Häusern und Gärten, vielleicht zehn Stück. Schwarze Kühe, jede von ihnen hat ein Kalb an der Seite. Die Kleinen sind vielleicht vier, fünf Monate alt. Sie stehen gebannt da. Der Fahrer hält an, wir öffnen die Fenster. Die Kühe starren uns vorsichtig wartend an, bereit, auf uns loszugehen, falls wir es wagen, näher zu kommen. Dann wendet die Leitkuh, die Truppe zieht sich in die Gärten zurück, die nun ihnen gehören. Wir sehen noch mehrere kleine Herden und einzeln weidende Tiere. Sie verhalten sich scheu wie Wildtiere, die sich erst bei Dämmerung auf die offenen Flächen wagen. Sie fürchten die Menschen nicht, aber sie haben aufgehört, mit ihnen zu leben.” Was mich an dieser Geschichte erstaunt ist, wie dünn die Firnis der Zahmheit und Menschenverbundenheit offenbar auch bei den seit Jahrhunderten domestizierten Tiere ist. Umgekehrt ist auch die Toleranz des Menschen mit zurückverwilderten Tieren sehr gering: “Der Guide sagt, es sei beschlossene Sache, die Kühe demnächst alle abzuschiessen. Sie seien zu gefährlich”, schreibt Boos im nächsten Satz. (Bilder Kim Kyung-Hoon/Reuters, Susan Boos/WOZ, Stringer/Reuters, Hiro Komae/Keystone)


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