
In wenigen Tagen begeht die islamische Welt das Opferfest. Eid-al-adha ist neben Eid-al-fitr, dem Fastenbrechen zum Ende des Ramadans das höchste Fest der Moslems. Man gedenkt des Propheten Ismail und seiner Bereitschaft, Allah den Sohn zu opfern. Zum Fest gehört, wie es der Name sagt ein Opfer, meistens ein Schaf. Das führt im Hinblick auf das Fest zu einem riesigen Schlachtschafbedarf.
In Senegal, das hier im Mittelpunkt steht, hat man heuer grössere Sorgen. Wie ein senegalesisches Internetportal meldet, droht Schafmangel. Hauptursache ist die Krise im benachbarten Mali. Statt wie üblich rund 30000 stehen für das Grosse Schlachten vom 26. Oktober nur 13000 Schafe an der Grenze. Die Vorfreude auf Tabaski, so heisst das Opferfest in Westafrika, lässt man sich dadurch aber nich schmälern. Die Behörden versichern, dass jeder der ein Schaf wolle, ein solches erhalten werde.
Seinen Beitrag zur Steigerung der Aufregung vor Tabaski leistet auch das Fernsehen, beziehungsweise die Sendung “Khar bii” (das Schaf), ein Schönheitswettbewerb, aufgezogen wie eine tierische Castingshow. Youtube-Videos zeigen, dass hier mit grosser Ernsthaftigkeit mit Regionalausscheidungen, Profijurys und unter Beizug von Tierärzten gearbeitet wird. Im Onlineportal des Wiener “Standard” fand sich kürzlich eine tolle Bildserie dazu (siehe die zwei Beispiele). Dem Siegertier übrigens winkt als Preis das Überleben von Tabaski. Danke an Überländerin Barbara Kanzian für das Storyspotting. (Bilder Rebecca Blackwell/ap)
Mit ‘Schafe’ getaggte Artikel
Vor Tabaski: Das Casting und der Schafmangel
Oktober 21, 2012Mini-Gastkuhstall(2): …in den kühlen Norden
April 18, 2012
Brüsker Szenenwechsel: Von Ägypten nach Island. Aus diesem fernen Winkel Skandinaviens erreicht mich ein Mail von Agrarjournalisten-Kollege Christian Mühlhausen aus Deutschland, regelmässigen Lesern bereits bekannt als talentierter Agrofotograf und Inhaber der Bildagentur Landpixel. “Wie könnte ich eine Region der Welt bereisen und beim Anblick von Kühen nicht an Dich bzw. Deinen Blog denken?”, schreibt mir Christian. Er schickt mir aber nicht nur Bilder, sondern auch eine veritable Minireportage zur isländischen Landwirtschaft: “Dort gibt es viel Lava, viel Steinwüste, einige Gletscher, wenig Acker und einiges Grünland. Das wird zwar überwiegend von Schafen und Islandpferden beweidet, aber dennoch gibt es einige Milchvieh- und Mutterkuhbetriebe.
Reykjavik und Selfoss beherbergen Molkereien und das Land ist stolz, sich weitestgehend selbst mit Molkereiprodukten zu versorgen. Nun hat Island zwar nur gut 300 000 Einwohner, aber ebenso viele Touristen pro Jahr. Auch beim Gemüse ist man autark: Dank der reichlich vorhandenen und billigen Geothermie gedeihen in Gewächshäusern Tomaten und Gurken und andere Genüsse. Sogar Getreideanbau gibt es auf Island, jedoch nur Sommerungen. Das Steak auf dem Teller sieht aus wie Rind, schmeckt ähnlich (fast noch besser) als Rind, ist aber Zwergwal. Ob politisch korrekt oder nicht: gebraten wahnsinnig lecker, die (extrem stark) geräucherte Variante schmeckt mir auch – für viele Mitteleuropäer ist es jedoch gewöhnungsbedürftig. Auch Papageientaucher und Islandpferdfohlen, Lamm und Hai standen neben reichlich Fisch auf meiner Speisekarte, alles sehr zu empfehlen und eine Erfahrung wert.” Mangelnde gastronomische Abenteuerlust könnte man dem Autor also nicht vorwerfen. Ich hoffe, dass noch viele Reisen folgen und danke Dir herzlich, Christian. Zum Abrunden noch ein paar schöne Kulturlandschaftsbilder von der Insel.
Die Isländer haben die an sich wenig attraktiven Siloballen farblich offensichtlich perfekt auf die Gebäude abgestimmt.
Die Vegetationsperiode ist so kurz wie das Graswachstum bescheiden. (Bilder Christian Mühlhausen)

