Die Güllelöcher und das Butterlager

dscf32541Ist einer ein Schelm, wenn er das Zusammentreffen dieser beiden Meldungen ein wenig lustig findet? Ich finde nicht. Und im zweiten Schritt drängt sich natürlich die Frage auf, ob es denn nicht einen inneren Zusammenhang gibt zwischen diesen zwei Sachlagen. Mehr Tiere geben mehr Milch und machen mehr Gülle. So einfach ist das wohl nicht, aber ebensowenig ganz falsch. Schliesslich und endlich wird wohl in beiden Fällen Väterchen Staat mit etwas Manna für teilweise Abhilfe schaffen. Weiterhin wird es staatlich subventionierte grössere Güllelöcher brauche und schon am Tag zuvor waren wir informiert worden, dass der  Bund 14 Millionen in den Milchmarkt investieren will; unter anderem für die teilweise Tilgung des Butterbergs. Reuen tut mich das nicht. Was sind schon ein paar Millionen gegen die gut 60 Milliarden, mit denen Bund und Bundesbank kürzlich Ramschpapiere der UBS aufkauften? Lieber ein leeres Butterlager und ein paar staatlich subventionierte Güllelöcher als eine Grossdeponie mit toxischen Abfällen der Subprime-Krise.

7 Antworten to “Die Güllelöcher und das Butterlager”

  1. Nico Says:

    Also, der Grössenvergleich der Zahlen hinkt ein bisschen, finde ich. Die 60 Milliarden Staatshilfe für die Banken sind natürlich enorm – aber wenn man die Subventionen an die Landwirtschaft in den letzten paar Dekaden zusammenzählt, wird man vermutlich auf eine ähnlich grosse Zahl kommen, nicht?

  2. adriankrebs Says:

    Keineswegs hinkts dünkts mich, die CH Landwirtschaft wirft nicht nur zehntausende Tonnen von gesunden und regional produzierten Produkten ab, sondern auch eine umfassende Landschaftspflege und eine meist recht ökologische Bewirtschaftung des Grünlands, wenn Du das alles von Gärtnereien und anderen Handwerkern machen lassen möchtest, würde das viel mehr kosten als die rund 3 Milliarden jährlich, die wir in die Landwirtschaft investieren. Für die 60 Milliarden kriegen wir im schlechtesten Fall gar nichts mehr und wenns gut geht vielleicht die Hälfte zurück, befürchte ich.

  3. roland Says:

    Dem kann ich nur beipflichten. Übrigens, Bauern und Banken vergleichen kommt immer gut, finde ich immer wieder super. Nichts zeigt die Ungerechtigkeit der Welt so schön, wie wenn man Bauern und Banker vergleicht.

    http://www.lid.ch/de/medien/presseschau/artikel/infoarticle/20374/

  4. Matthias Daum Says:

    Apropos Gülle: Da hätte ich eine Frage an den Agrar-Experten. Ich war letzte Woche im Emmental beim «Büffel-Bieri» und da kam die Diskussion auf das Jauche-Spritz-Verbot im Winter. Was ist davon zu halten? Gelangt dadurch wirklich weniger Gülle in die Gewässer?

  5. adriankrebs Says:

    Absolut, stell Dir vor im Schangnau mit seinen stotzigen Chrächen ist der Boden gefroren. Wenn Du jetzt Gülle applizierst fliesst sie zum grössten Teil oberirdisch ab (da sie ja nicht versickern kann) direkt in den nächsten Bach. Zudem ist es ein wüstes Bild, wenn Du eine weisse Schneedecke mit Gülle verunstaltest, zudem ist das eine Zumutung für Winterwanderer und Langläufer, also unter dem Strich spricht alles dagegen.

  6. Ellnette Beton Says:

    Why are you not writing about the „Aurochs“ ? They have infiltrated the south west coast of England and who knows what might happen. Look forward to your opinion.
    best Elly

  7. adriankrebs Says:

    Oh Nelly, thanks for your post, you are my first englishspeaking commenter, so you get the visitor of the week award, very interesting subject by the way, the aurox, I’ll put him on the top of my A-List, see you and hope to hear from you again

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