Innerschweizer Abfuhr für die Milchindustrie

milchabfuhr

Die Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) haben ihrem Vorstand, der Geschäftsleitung und der Milchindustrie eine gröbere Abfuhr erteilt. An ihrer Delegiertenversammlung haben die Innerschweizer Bauern den Beitritt zum Verein Schweizer Milch (VSM) entgegen einem Antrag des Vorstands deutlich abgelehnt. Der VSM ist im November gegründet worden. Federführend sind darin die Milchindustrie und die Grossverteiler, die einen Milchpool unter der Ägide der Schweizer Milchproduzenten (SMP) verhindern wollen.  Der VSM würde sich gerne als stufenübergreifende Branchenorganisation deklarieren und sucht deshalb verzweifelt Bauernorganisationen als Mitglieder, damit sie diesem Anspruch gerecht werden kann. Dies ist allerdings nicht einfach, da das Hauptziel des VSM die möglichst umgehende Senkung des Milchpreises ist. Mit dem gestrigen Nein der einflussreichen ZMP hat der VSM einen bösen Dämpfer erlitten. Dafür triumphieren die SMP, weil sich damit ein wichtiger Teilverband hinter die Berner Zentrale stellt, die ebenso verzweifelt wie der VSM nach Legitimation im deregulierten Milchmarkt strebt. Am kommenden 1. Mai wird die Kontingetierung aufgehoben und in der jetzigen Auseinandersetzung geht es um den Positionsbezug im freieren Markt. Noch ein pikantes Detail am Rande: Die Emmi, der grösste Milchverarbeiter des Landes, gehört mehrheitlich den ZMP und ist Gründungsmitglied des VSM…  (Bild Keystone/Martin Rütschi)

3 Antworten to “Innerschweizer Abfuhr für die Milchindustrie”

  1. Nico Says:

    ZMP, VSM und SMP – was für ein Wirrwarr! Was hat denn den Vorstand der ZMP dazu bewogen, einen Beitritt zum VSM zu empfehlen, wenn der Verein doch offensichtlich nicht die Interessen der Bauern zu vertreten scheint?

  2. adriankrebs Says:

    Ja Nico, das Abkürzungsgewirr vernebelt gerne den Blick in der Agrobranche, davon solltest Du Dich aber nicht verwirren lassen. Deine Frage ist schwierig zu beantworten. Ich nehme an, dass sich der Vorstand von den Emmi-Oberen und der ebenfalls positiv gestimmten Geschäftsleitung beeinflussen liess. Die Basis hat dies nun korrigiert. Demokratie in Reinkultur würde ich sagen.

  3. roland Says:

    Naja, die Frage ist schon, wie viel diese Demokratie in Reinkultur bewirken wird. Bei der anderen grossen Firma Nordostmilch jedenfalls (mal ein klarer Name, den man sich merken kann) will man vorerst nichts von einem Pool wissen. Die will ihr Milchgeschäft keinesfalls aus der Hand geben und warnt davor, mit „Holzhammermethoden“ die Verarbeiter zu vertäuben… aber die Hoffnung der Milchbauern stirbt zuletzt.

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