Das Kontingent ist tot, es lebe die Segmentierung

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Mit dem heutigen Tag steigt die Schweizer Milchbranche in eine neue Epoche, um es ein bisschen pathetisch auszudrücken. 32 Jahre  nach Einführung der Milchkontingentierung ist sie Geschichte. Nach einer sehr bewegten Zeit in der viel von Chaos, Butterbergen und unkontrollierten Milchpreisstürzen die Rede war, geht die Branche relativ geordnet in die neue Freiheit. Der Milchpreis ist zwar tendenziell sinkend aber für den grössten Teil der Menge bleibt er wohl auf einem Niveau, das einem Grossteil der Produzenten weiterhin eine Existenz ermöglicht. Das Zauberwort heisst Segmentierung. Die sogenannte Linienmilch bleibt gut bezahlt, für ein kleines Segment muss mit Weltmarktpreisen gerechnet werden. Es soll helfen Überschüsse und damit brutale Preisstürze zu verhindern, wie sie etwa in Deutschland derzeit vielen Milchbauern die Existenz bedrohen. Apropos Ausland: Während die Schweiz in allen übrigen Politbereichen munter die EU-Gesetzgebung nachvollzieht, läuft es bei der Landwirtschaft umgekehrt. Schon bei der Trennung von Preis- und Einkommenspolitik (Einkommen statt über die Produktepreise mit Direktzahlungen sichern und so Überschüsse verhindern) ging die Schweiz pionierhaft voraus. Die EU hat später Elemente davon übernommen. Ähnlich läuft es bei der Kontingentierung. Sie ist in der EU immer noch vollumfänglich in Kraft und soll mindestens bis 2013 beibehalten werden. 

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