Rare Nutztiere: Suchen in Chile – weiden in Bachs

Kuh Pro Specie Rara

„Der zweite Tod der Freiburgerkuh“ betitelte die Pro Specie Rara vergangene Woche eine Pressemitteilung. Der dramatische Titel verfehlte seine Wirkung nicht. Das Echo in der Presse war riesig, das zeigt wieder einmal, wie viel Goodwill die Tierli in den Redaktionen geniessen. Denn das Ereignis war eher bescheidener Natur: Die Organisation, welche alte Sorten und Rassen retten will, hat sich schlicht und einfach getäuscht. Vor einiger Zeit hatte sie gemeldet, dass man in Chile möglicherweise Nachfahren der hierzulande verschollenen beziehungsweise weggezüchteten schwarz-weissen Freiburgerkuh gefunden habe, dies erwies sich aufgrund der Gentests als Fehlannahme. Trotzdem komme ich leicht verspätet auch noch auf diese Geschichte zu sprechen. Aus verschiedenen Gründen: Erstens gibt mir die Meldung Gelegenheit für ein Kuhbild der Woche. Man beachte übrigens die abgefeilten Hornspitzen der chilenischen Kuh, das wäre auch eine Methode um das Unfallrisiko mit behornten Kühen zu vermindern. Zweitens bietet die Meldung Gelegenheit, die Arbeit von Specie Rara zu loben. Sie arbeitet nämlich meistens erfolgreich. Dies zeigte etwa eine Pressekonferenz von Pro Natura Zürich vergangene Woche. Im Bachsertal weiden neu Stiefelgeissen im lichten Wald. Sie ersetzen dort Waldarbeiter, die zuvor in mühseliger Arbeit das Unterholz im Zaum halten mussten. Dass es heute in der Schweiz wieder 500 Stiefelgeissen gibt, ist nicht zuletzt das Verdienst der Pro Specie Rara. Drittens gibt mir die Meldung Gelegenheit, das erste Geissenbild auf Adi’s Agroblog zu präsentieren. Hier ist es:

Stiefelgeissen

PS. Wenn sich übrigens jemand fragen sollte, warum es im Freiburgischen immer noch schwarz-weisse Kühe gibt, dann hier die Antwort. Die Original Freiburger wurden im Verlauf des letzten Jahrhunderts mit aus Kanada stammenden Spermien von ebenfalls weiss-schwarzen ursprünglich aus Holland stammenden Holstein-Friesian-Munis besamt. Dadurch ging der Freiburger Blutanteil sukzessive zurück und bis heute ist er in Reinkultur total verschwunden.

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