„La rage qui vit“ – Rabiate Methoden im Westen

La rage qui vit

Seit gut drei Wochen funktioniert der Milchmarkt postkontingentiert. Funktioniert er? Wenn man aus fernöstlicher deutschschweizer Warte urteilt und sich dabei auch auf die Berichterstattung der alemannischen Agrarpresse verlässt, scheint alles ruhig und etwas weniger dramatisch zu verlaufen als erwartet. In der Westschweiz sieht es offenbar anders aus. Ein Freund schickt mir einen Artikel aus der Freiburger „Liberté„. Der Artikel ist erstens sehenswert wegen dem epischen Bild des Fotografen Alain Wicht. Die Teilnehmer an einer Protestkundgebung drücken mit Gesichtern und Körperhaltung die Empörung aus, die das T-Shirt kurz, originell und prägnant zusammenfasst: „La rage qui vit“ statt „La vache qui rit“. Die Wut lebt. Offensichtlich, denn im zweitens lesenswerten Artikel erfährt man, dass die Bauernorganisation Uniterre ähnlich rabiat agiert, wie französischen Gewerkschaftern, die aus Protest ab und an ihre CEOs zu kidnappen pflegen. Vergangene Woche haben Uniterre-Vertreter den Verwaltungsrat des Freiburgischen Verbands der Milchgenossenschaften FSFL bis um 2 Uhr Morgens nicht aus dem Sitzungssaal in Pringy rausgelassen. Damit wollten sie den Verband zwingen, keine Mehrmengen mehr zu bewilligen. Dieses Ziel erreichten sie zwar nicht, aber immerhin hat die FSFL zugestanden, die Mehrmengen um 40 Prozent zu reduzieren, falls die übrigen Regionalverbände ebenfalls mitziehen. Was lehrt uns das Ereignis? Wenn im Osten alles ruhig ist, heisst es noch lange nicht, dass westlich des Röstigrabens Frieden herrscht. 

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