Dangerous Liaisons: Der SBV am Tisch der Grossen

Nestlé

CoopDer Schweizerische Bauernverband scheint sich derzeit darauf zu konzentrieren, möglichst viele Kontakte, Projekte und gemeinsame Mitteilungen mit multinationalen Unternehmen und Detailhändlern zu absolvieren. Begonnen hat es mit einem Besuch der SBV-Spitze bei McDonald’s Ende April. Man wolle die Zusammenarbeit vertiefen, lautete damals das Fazit. Vor 10 Tagen dann trat das Direktorium an der Bea in Bern mit dem CEO von Nestlé Schweiz vor die Presse. Anlass damals war die Präsentation eines „spielerischen Moduls zum Thema nachhaltige Entwicklung unter dem Motto ‚Genuss für alle‘ .“ Heute schliesslich lesen wir von einem Treffen mit Coop, anlässlich dessen sich der SBV – so lesen wir in der Mitteilung – das Engagement des Grossverteilers für die einheimische Produktion rühmt. Es mag ja durchaus Sinn machen, dass der Verband mit allerlei mächtigen Abnehmern im Gespräch ist. Ich finde es aber keine gute Idee, jedesmal nach solchen Treffen gross an die Presse zu gelangen. Der Bauernverband muss aufpassen, dass er nicht missbraucht wird für billige PR-Aktionen der Grossunternehmen, die – bei allem Respekt für den SBV – kommunikationsmässig in einer ganz anderen Liga spielen. Denn, was gibt es schöneres für einen mächtigen Abnehmer, als einen Bauernverband, der sich lammfromm an seiner Seite zeigt und die Politik des Unternehmens rühmt. Der Bauernverband seinerseits profitiert in kaum, im Gegenteil, er wird nach solchen Verbrüderungsaktionen Mühe haben, wenn er Coop das nächste Mal für ungebührliches Marktverhalten tadeln will.

2 Antworten to “Dangerous Liaisons: Der SBV am Tisch der Grossen”

  1. Bauernverbands-Funktionär Says:

    Und wenn der Bauernverband mit den wichtigsten Abnehmern nicht sprechen würde, wäre augenblicklich der Vorwurf da, der Bauernverband schlafe und kümmere sich nicht um den Markt.

  2. rolandwyss Says:

    Das ist halt die Schwierigkeit des Bauernverbandes, dass er seine Mitglieder nicht recht über solche Gespräche – die sicher nützlich sind – informieren kann, ohne dass es die ganze Presse mitbekommt. Ich finde das kommunikationsmässig auch nicht ideal.

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