Was macht eigentlich der freie Milchmarkt?

Fairer Milchpreis

Seit bald zwei Monaten tobt der freie Milchmarkt. Höchste Zeit, sich wieder einmal diesem ziemlich unschönen Thema anzunehmen. Was ist passiert? Leider nur wenig überraschendes: die Bauern werden von den Verarbeitern und schlitzohrigen Milch-Zwischenhändlern nach allen Regeln der Kunst gegeneinander ausgespielt. Wenn es eng wird, dann ist – begreiflicherweise – jedem Landwirten das eigene Hemd am nächsten. Noch so gerne verlassen sie ihre Organisationen, um einen anderen zu liefern, wenn dieser nur minim mehr zahlt oder beliebig viel abnimmt. Von Mengendisziplin oder Pooling ist keine Rede mehr und der Preis kommt noch stärker unter Druck: Die grossen Verarbeiter wollen ihn demnächst auf fast-EU-Niveau senken ohne dass transparent wäre, warum dies plötzlich so dringend ist. An der Ladenfront ist nämlich rein gar nichts zu spüren von sinkenden Milchprodukte- oder Käsepreisen. Die landwirtschaftlichen Organisationen stehen derweil ziemlich ratlos daneben. Der Produzentenverband SMP kann sich höchstens damit trösten, die ungefreute Entwicklung korrekt vorausgesagt zu haben. Und der Schweizerische Bauernverband verschickte heute eine reichlich hilflos wirkende Pressemitteilung, in der er die Verarbeiter dazu auffordert, vor der geplanten Gründung einer Branchenorganisation am 29. Juni keine Preissenkungen vorzunehmen, ansonsten drohe der geplante Schulterschluss zu scheitern, bevor die Organisation ins Leben gerufen ist. Den Verarbeitern währe dies wohl noch so recht…

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