RoMania(2): Das freiwillige Ökowiesenparadies

BlumenwieseIn Siebenbürgen kommt jedem Botaniker das Augenwasser, dafür würde ich die Hand ins Feuer oder besser in die Blumenwiese legen. Wenn man durch die wildromantische Kulturlandschaft kurvt, möchte man auch als wenig beleckter Blumenkenner ständig anhalten und ein weiteres tolles Bild schiessen von einem Bestand, für den einem hierzulande die Goldmedaille an der Wiesenmeisterschaft (das gibt es wirklich!) blühen würde. Allein in der Gegend von Sinca Noua, dem Kaff in dem ich kürzlich zu Besuch war, wurden bei einer Bestandesaufnahme 24 Orchideenarten gezählt, unglaublich. Zu verdanken sind diese über Jahrzehnte gewachsenen Bestände der extensiven Bewirtschaftung und dem späten Schnitt, der hier seit immer praktiziert wird. In der Schweiz waren die allermeisten Bauern nur unter (Direktzahlungs-)Zwang dazu bereit, spät zu mähen und so Arten zu erhalten, die ansonsten verschwinden würden. In Rumänien mähen die Bauern spät, weil sie der Meinung sind, dass sich die Futterqualität im Alter verbessert. Was den Proteingehalt angeht, mag das falsch sein, aber es soll niemand sagen, dass getrocknete Kräutlein dem Vieh nicht ebensogut tun wie seinem Besitzer. Neu – und das ist das schöne an der Geschichte, werden die rumänischen Bauern jetzt belohnt für ihre naturfreunliche Bewirtschaftung. Seit das Land EU-Mitglied ist, erhält man 190 Euro pro Hektar Ökowiese mit Schnitt nach 1. Juli. Damit kann sich manch ein prekär lebendes Selbstversorgungs-Bäuerchen über Wasser halten. 

Wiesenfuchs

Dieser siebenbürgische Fuchs hat möglicherweise kein grosses Auge für die Pracht der Flora, aber als Tarnung ist sie mehr als willkommen. (Bild Henrik Sandstrom)

Eine Antwort to “RoMania(2): Das freiwillige Ökowiesenparadies”

  1. Michael Schaad Says:

    Die Chancen, mit einer solchen Wiese in der Schweiz bei den Wiesenmeisterschaften die Goldmedaille zu erhalten, sind realistisch.
    Die Wiesenmeisterschaft (http://www.wiesenmeisterschaften.ch/) wurde 2007 und 2008 in bis zu vier Regionen der Schweiz durchgeführt. Im Uno-Jahr der Biodiversität 2010 sollen in verschiedenen Regionen erneut die artenreichsten Wiesen prämiert werden, um den Einsatz der Landwirte für die Biodiversität zu honorieren.

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