ETH goes GVO: 22 Jahre und kein bisschen weiser

Reisanbau

Als ich vor knapp 22 Jahren mein Ingenieur-Agronom-Studium an der ETH Zürich antrat, war die grüne Gentechnologie voll im Aufschwung. Man holte in Basel bei der Ciba-Geigy zwei renommierte Forscher. Besonders lautstark aufgefallen ist damals der mittlerweile emeritierte Ingo Potrykus, der es bis aufs Cover des Time-Magazine brachte. PotrykusEr  betrachtete die GVO-Kritiker als Menschenfeinde und umschrieb seine Forschungsziel mit dem prägnanten Motto: „Mehr Brot für mehr Menschen“. Er forschte damals schwerpunktmässig an einem „Golden-Rice“ mit erhöhtem Vitamin-A-Gehalt und war der Meinung, man könne so in der Reis-essenden dritten Welt den Hunger und die Mangelerscheinungen vermindern. 22 Jahre später ist die grüne Gentechnologie an der ETH keinen Schritt weiter. Der Vitamin-A-Reis ist weit von der Marktreife entfernt und der Vitamin-A-Mangel ist so weit verbreitet wie eh und je. Nun verkündet die ETH erneut Bahnbrechendes: Forscher hätten einen Reis mit sechs mal höherem Eisengehalt entwickelt, heisst es im Magazin ETH Life. Es litten 2 Milliarden Menschen an Eisenmangel und dem Problem wolle man nun an den Kragen. Etwas verschämt heisst es am Ende des Artikels, dass es noch Jahre dauern werde, bis an ein Praxisreife überhaupt zu denken sei, zur Illustration wird auf den „Golden Rice“ verwiesen. Florieren tut derweil nur das schmale GVO-Saatgutangebot von Monsanto, das aber aus Kostengründen nur im Grossbetrieben angebaut wird und keinem einzigen armen Kleinbauer die Lebensqualität verbessern hilft. Genau das haben die Kritiker schon vor 22 Jahren prognostiziert.  (Bild oben DPA)

Eine Antwort to “ETH goes GVO: 22 Jahre und kein bisschen weiser”

  1. Alice Benoschil Says:

    Find ich einen guten Vorschlag

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