Preisabschlag: Fremde Federn auf dem Coop(f)

Hund mit Coop-WurstIm der neuesten Coop-Zeitung wird wieder einmal grossartiges verkündet: Preisabschlag für Wurstwaren. Derartige Inserate finden sich auch bei der Konkurrenz immer wieder. Wer bitte senkt da die Preise? Im Kleingedruckten erfahren wirs. Das Überangebot drückt auf den Schweinepreis. Nun gibt Coop die Senkung an die Konsumenten weiter. Die Preissenkung wird also nicht etwa vom Grossverteiler finanziert, sondern von den Schweineproduzenten. Das kümmert die beiden Krösusse aber wenig. In ihren Inseraten senken sie die Preise und profilieren sich derart als konsumentenfreundliche Tiefpreis-Anbieter. Diese fremden Federn stehen den beiden Grosshändlern nicht gut. Ihre Margen sind nach wie vor deutlich grösser als diejenigen der ausländischen Konkurrenz. Man hat es sich zu zweit gemütlich eingerichtet im helvetischen Märktlein und schont sich beim Preiskampf, seit Aldi und Lidl da sind eventuell etwas weniger. Das hindert die Grossverteiler aber nicht daran, vollmundig die hohen Produzentenpreise anzprangern. Nur zur Erinnerung: Der Milchpreis ist in den letzten knapp 20 Jahren um gegen 50 Prozent gesunken, wenn die Grossverteiler-Margen dies im selben Ausmass getan hätten, wären wir bei den Lebensmittelpreisen heute in etwa auf EU-Preisniveau. Nur dass keine Missverständnisse entstehen: Ich plädiere nicht für Hungerlöhne beim Verkaufspersonal, aber es ist ein bisschen peinlich, den Splitter im Auge des Bauern anzuprangern, wenn man dort selber einen Balken trägt.

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