Land Grabbing – Die Bauern allein auf weiter Flur

Letzte Woche hat sich die internationale Agro-Kongressdiplomatie bei der FAO in Rom zum Ernährungs-Sicherheits-Gipfel getroffen und den Hunger bekämpft; auf dem Papier zumindest, oder nicht einmal dort. Ich habe die Schlusserklärung, die am ersten Tag der Konferenz unterzeichnet wurde, zwar nur überflogen, aber sie scheint auf sieben Seiten ausschliesslich warme Luft zu enthalten. Konkretes blieb unbesprochen. So machte man zum Beispiel einen möglichst weiten Bogen um das Thema Land Grabbing. Kauf, Pacht oder Miete von riesigen Ländereien durch Regierungen und andere Investoren aus allen Herren reicheren Ländern ist vor allem für die afrikanischen Kleinbauern (das Bild stammt von einem Mini-Milchbetrieb in Mali) ein zunehmendes Problem. Mittlerweile ist die Fläche, die derart der lokalen Produktion entzogen wird, auf die Grösse der Bundesrepublik Deutschland angewachsen. Betroffen sind häufig Flächen im Gemeinschaftseigentum, die bisher der Nutzung durch alle Bewirtschafter offen stand. Die afrikanischen Regierungen tun sich schwer, etwas dagegen zu unternehmen. Zu willkommen sind die Devisenzuflüsse, die auf dem Spiel stehen. Niemand will die Investoren verärgern. Die FAO versucht jetzt zumindest ein paar Regeln aufzustellen um eine „Win-win-Situation“ für alle Beteiligten herzustellen. Die NGO Grain, die sich intensiv mit Land Grabbing befasst, bezeichnet die Idee als „Nonsense“: Es gebe kein Win-Win beim Land-Grabbing, sagt ein Sprecher. Loser sind primär die afrikanischen Bauern, denen es an Verbündeten und schlagkräftigen Lobbyisten fehlt.

Eine Antwort to “Land Grabbing – Die Bauern allein auf weiter Flur”

  1. Lina Gross Says:

    Liebe Blogger,

    Ausländische Investoren haben innerhalb von drei Jahren allein in Afrika 20 Millionen Hektar Ackerland aufgekauft! Während die lokale Bevölkerung an Hunger leidet, produzieren die Investoren Nahrungsmittel und Energiepflanzen für den Export.

    Die Bundesregierung kann einiges dagegen unternehmen, doch bislang reagiert sie nur zögerlich. Es ist also höchste Zeit zu handeln!

    Macht mit bei der Prteostaktion von INKOTA und schickt eine Protestmail an die Bundesregierung mit der Aufforderung den Ausverkauf von Land in Afrika und anderswo sofort zu stoppen: http://www.inkota.de/landnahme

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