Carrotmob: Lädeli im karitativen Schwitzkasten

Wieder einmal ist ein neues gesellschaftliches Phänomen über den Ozean nach Europa geschwappt, und am Wochennde erstmals auch nach Zürich: der Carrotmob. Da es den Detailhandel betrifft, dem wir uns hier gerne kritisch widmen, wollen wir den Mob nicht unbemerkt am Agroblog vorbeiziehen lassen. Am Samstag haben sich also 372 sogenannte Mobsters beim Quartier Market der Familie Yesil in Zürich Wipkingen (siehe Bild) mit Lebensmitteln eingedeckt und dort einen Umsatz von 7500 Franken hinterlassen, etwa viermal mehr als die Yesils an einem gewöhnlichen Samstag erwirtschaften. Das besondere daran: Die Rüeblimobbers sind organisiert im Carrotmob Zürich, einer noch jungen Organisation, die bei Yesils die erste Aktion durchführte. Item, die Familie war einer von 22 Läden, der die Offerte zum Mob erhalten hat. Sie haben schliesslich das beste Angebot gemacht. Der Laden erhält den massierten Besuch nämlich nur dann, wenn er verspricht, die Einnahmen am Mob-Tag zu einem guten Teil für die klimafreundlichere Ausstattung des Geschäfts einzusetzen. Yesils wollen zum Beispiel bessere Kühlelemente und Bio-Produkte einführen. Diesen karitativen Schwitzkasten nehmen die Lädelibesitzer also bewusst in Kauf. Der Carrotmob sei übrigens, so die Gründer aus San Francisco quasi die Umkehrung des Boykotts. Fürs Medieninteresse ist ein Menschenauflauf vor einem Lädeli jedenfalls tauglicher als ein boykottierter Supermarkt, wie das Bild aus München zeigt. Ob kleine Läden fürs Klima aber unter dem Strich gesünder sind als grosse, das müsste man wohl noch abklären.

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