Spermasexing: Teure Schöpfungsarbeit im Stall

Seit einiger Zeit flattert mir das Magazin Toro ins Haus. Es ist dies das offzielle Organ der Firma Swissgenetics, die sich auf den Verkauf von Stierensamen spezialisiert hat. Immer öfter findet man darin Inserate für das Produkt SeleXion (siehe Bild). Dahinter verbirgt sich der Handel mit sogenannt gesextem Samen. Gesexte Samen sollen bei der Befruchtung mehr oder weniger garantieren, dass ein Kuhkalb und kein Stierlein resultiert. Damit soll dem Bauern zu weiblichem Nachwuchs von den besten Tieren verholfen werden. Das ganze Sexing hat aber eine Reihe von gewichtigen Nachteilen. Der Auftritt des Bauers als Schöpfer kommt ihn erstens teuer zu stehen. Nehmen wir zum Beispiel den Brown-Swiss-Stier Vasir. Eine normale Samendose von diesem Muni kostet den Bauern 55 Franken, eine „SeleXion“-Portion aber 120. Zweitens ist die Erfolgsquote mit gesexten Samen deutlich geringer. Nehmen wir das Beispiel von Toni Zwahlen aus Gümmenen BE. Er hat laut „Toro“ 11 Tiere besamt, 8 wurden trächtig und zwei gebaren. Dies waren zwar beides Kuhkälber, aber wenn er alle Kühe mit normalen Dosen besamt hätte, wäre die Erfolgsquote wohl mindestens so hoch gewesen. Swissgenetics empfiehlt, nur die fruchtbarsten Tiere mit gesextem Samen zu befruchten, nämlich vorwiegend Rinder. Tiere also, die noch nie gekalbt haben und von denen man noch gar nicht weiss, ob sie soviel Milch geben, wie ihr Stammbaum erwarten lässt. Unter dem Strich spricht bis heute alles für konventionelle Technik und gegen die künstliche Schöpfertätigkeit.  

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