„Food Inc.“: Da irrt der Herr ETH-Professor


Am Mittwochabend hat das TV-Nachrichtenmagazin „10 vor 10“ über den Film „Food Inc.“ des Amerikaners Robert Kenner berichtet. Dieser ist für den Oscar als bester Dokumentarfilm nominiert. Kenner ist so etwas wie der Michael Moore für die Land- und Lebensmittelwirtschaft. Der Dokumentarstreifen zeigt die Exzesse der Branche in der USA. Neben vielen dramatischen Bildern aus Schlachthöfen und Mastställen greift Kenner auch das persönliche Schicksal einer Mutter auf, die ihren Sohn durch eine E.-Coli-Vergiftung verloren hat. Dieser soll sich die Bakterieninfektion mit dem Verspeisen eines Hamburgers zugezogen haben. Grund laut dem Film: Die Rinder werden in Amerika statt wie einst mit Gras nur noch mit Mais gefüttert.  Nun wollten die „10 vor 10“-Reporter wissen, ob so etwas in der Schweiz auch passieren könnte. Als Experten ziehen sie den ETH-Tierernährungs-Professor Michael Kreuzer hinzu. Seine Aussage sinngemäss: Hierzulande ist das unmöglich, da die Rinder ausschliesslich mit Rauhfutter, also Gras und Heu gefüttert werden. Da irrt der Herr Professor: Ein Grossteil der Schweizer Mastmunis wird mindestens zum Teil mit Maissilage gefüttert. Ob sich daraus die Gefahr einer Coli-Infektion ergibt, ist eine andere Frage, aber dass ein Spezialist für Tierernährung derartig blauäugige Aussagen macht, erstaunt doch ziemlich.

3 Antworten to “„Food Inc.“: Da irrt der Herr ETH-Professor”

  1. Fischer Says:

    Da kann ich mir aber gut vorstellen, dass noch ganz andere Baki-Spezies auf unseren Tellern landet.
    Naturgemäss wird ein Hamburger aber ungleich eines Vacherin & Co. kaum roh gegessen (ausser in den USA natürlich).
    Bei welcher Mind.temperatur/Dauer müsste so ein Hamburger also gekocht werden, damit dieser bedenkenlos konsumiert werden kann?
    Besten Dank für die Info und BG
    Fischer

  2. Marianne Bodenmann Says:

    Die Zeiten, als Rinder und Kühe ausschliesslich mit Gras/Heu gefüttert wurden, sind längst vorbei und die entsprechenden Blumenwiesen verschwunden. Die vielen Mais- und Futtergetreidefelder, die Futtermittelimporte, Soya aus Brasilien usw. zeugen von der heute üblichen Fütterungspraxis.
    Wer mehr über die „E.-Coli-Vergiftung“, Nahrungsqualität, Ernährungssicherheit usw. wissen möchte, lese: The End of Food von Paul Roberts, mit 39 Seiten Literaturhinweisen ein gut recherchiertes Buch. Ob die Verschlechterung der Nahrungsmittelqualität wie Starbucks & Co. ebenfalls über den Teich schwappen wird? Roberts gibt Hinweise wie die Probleme angegangen werden können.

  3. Kilian Says:

    Die Aussage des Prof. Michael Kreuzer in 10 vor 10 hat mich als gelernter Landwirt auch sehr erstaunt. Auch in der Schweiz gibt es leider fast keine Bauernbetriebe mehr die ihren Rindern kein Mais bez. Getreide füttern. Scheinbar wurde dies an der ETH noch nicht erkannt.

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