Swissness: Ein Fähnli macht noch keine Klasse

Swissness ist in aller Munde, seit der Bundesrat endlich schärfere Vorschriften für das applizieren des Schweizer Kreuzes auf Tuben, Joghurtbecher und andere Verpackungen installieren will. Mit der gleichnamigen Vorlage will er dafür sorgen, dass künftig nur noch Lebensmittel das Schweizerkreuz tragen dürfen, die aus 80 Prozent Schweizer Rohstoffen bestehen, Ausnahmen sind Kakao und anderes, was hier nicht wächst oder witterungsbedingte Ausfälle von essenziellen Rohstoffen. Ich finde schon das an sich zu soft. Wenn Schweiz drauf steht, soll Schweiz drin sein. Alles andere ist Etikettenschwindel. Dass nun die Verarbeitungsindustrie den minimalen Anteil auf 60 Prozent senken will ist zwar nachvollziehbar aber ein Unsinn. Wie soll man einem Amerikaner, der ein teureres Schweizer Güetzi kauft, weil er bessere Qualität will als das Massenprodukt, erklären, dass darin knapp zur Hälfte genau der gleiche Weizen steckt, wie im US-Cookie? Oder was denkt der Chinese, der den Produkten aus den belasteten Böden nicht mehr traut, wenn plötzlich hinter dem Schweizer Kreuz dieselben belasteten Rohstoffe stecken. Die Skandal-Schlagzeilen sieht man schon vor sich. Statt die Vorlage von Anfang an zu verwässern, sollte man früh vorsorgen, dass Swissness wirklich einen Mehrwert bietet. Nur weil ein Schweizer Fähnchen drauf ist, wird langfristig niemand Schweizer Produkte kaufen, wenn die Qualität nicht überragend ist und damit einen Mehrpreis rechtfertigt.

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