Ein kleiner Etikettenschwindel zum Zmorge

Normalerweise kommen hier eher die Grossverteiler an die Kasse, aber heute müssen wir einmal einen Kleinen unter die Lupe nehmen. Man sitzt also gemütlich am Sonntags-Zmorge-Tisch und da fällt der Blick aufs Amselspitz-Joghurt aus Ana’s Lädeli ums Eck. „1492 m.ü.M. im Kt. Schwyz“ steht auf der Etikette. Auch noch hoch oben, wo die produzieren, denke ich bei mir. Vor dem inneren Auge läuft schon der Film ab: Saftige Bergweiden, fesche Kühe fressen artenreiches Gras vor pittoreskem Panorama. Dann drehe ich das Glas um. Das Joghurt kommt aus Buttikon, Kt. Schwyz, 418 m.ü.M. Soso, die 1492 beziehen sich also, auf den Amselspitz, den Berg, der nach dem Joghurt benannt ist, wo aber natürlich weit und breit keine Molkerei steht (wie man hier gut sieht). Das kann man in guter Treu auch anders verstehen, oder? Und dann haben die Buttiker in ihrem Überschwang auch noch einen Meter draufgeschlagen. Laut Geofinder misst der Amselspitz nämlich nur 1491 Meter. Aber wir wollen nicht pedantisch sein, das Joghurt ist fein und es gibt Aromen, die bisher noch niemand geboten hat. Zum Beispiel Quitte, sehr lecker. Zudem ist die Molkerei Buttikon der einzige Joghurthersteller weitherum, der noch die aufwendige Logistik eines wiederverwendbaren Glases auf sich nimmt. Da darf man schon ein bisschen plöffen im Etiketten-Marketing.

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