Das Schosshuhn als urbanes Modehaustier

„Legen Sie sich Hühner zu!“ hat das Magazin des „Tages-Anzeigers“ kürzlich empfohlen. Nach dem Salatbeet auf dem Fentsersims und dem Kompost auf dem Balkon kommt nun, so wollen uns die urbanen Trendsetter weis machen, der Hühnerstall im Garten. Dabei liessen sich die Zürcher Journalisten, wie könnte es anders sein?, in den USA (siehe Bild) inspirieren. Dort gibt es bereits einschlägige Internetsites wie www.backyardchickens.com, wo man in akribischem Detail erklärt wie sich der Hinterhofhühnerhalter einen günstigen Stall bauen und die besten Rassen auswählen kann. Aber auch in Deutschland ist man nicht untätig geblieben: Bei Hühner-Info.de findet der Interessent reichlich Unterlagen. Anschauungsunterricht liefert auch das belgische Städtchen Mouscron, wo der Bürgermeister gratis Hühner verteilt, um so den Abfuhrbedarf für organische Abfälle zu reduzieren. Für Zürich sehe ich trotz der ermutigenden Nachrichten aus allen Herren Ländern etwas schwarz. Die wenigen Gärten und Terassen sind vor allem in der Innenstadt schlicht zu klein, um dort noch eine Hühnerherde unterzubringen. Dazu, so nehme ich an, unterschätzen die meisten potenziellen Stadthühnerhalter den Arbeitsaufwand. Muss man doch einen Stall bauen, füttern, tränken und misten, bevor man das erste Ei ernten kann. Ein nicht ganz anspruchsloses Haustier, das Huhn. Man stellt sich schon mit Grauen all das ausgesetzte, herrenlose Geflügel vor, das zu Sommerferienbeginn in den Strassenschluchten Zürichs herumirrt…    

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