BOMerang(2): Exemplarisches vom Milchbasar

Schon wieder der Milchmarkt, es braucht noch einmal einen Beitrag dazu. Grund: Die etwas verspätete Lektüre der jüngsten Bauernzeitung. Dort zeigt sich die ganze Problematik exemplarisch. Auf Seite 2 beklagt Markus Zemp, der Präsident der Branchenorganisation Milch (BOM), seinen grossen Frust über die Vorstandskollegen, die die  Beschlüsse systematisch unterlaufen, namentlich das dreistufige Marktmodell. Drei Seiten weiter hinten folgt unter dem Titel „Fakten zum Schweizer Milchmarkt“ die Erklärung: Die Verarbeiter und der Handel, beide gut vertreten im BOM-Vorstand, haben die Margen 2009 markant gesteigert. Für sie ist der Produzentenpreis sekundär, sie verdienen gleich viel oder mehr, wenn dieser im Keller ist. Schliesslich wird in der Regionalausgabe Nordwestschweiz, Bern und Freiburg über die Delegiertenversammlung des Nordwestschweizer Produzentenverbands Miba berichtet. Dieser will seine Mitglieder nach wie vor ungehemmt Mehrmengen melken lassen: „Geben wir ihnen diese Gelegenheit innerhalb unseres Verbands nicht, so wandern sie ab zur Konkurrenz, geben ihr Lieferrecht bei uns weiter und melken dort das Doppelte“, sagte der Geschäftsführer. Zwanzig Zeilen weiter unten lesen wir vom Ultimatum, das die Miba-Bauern der BOM stellen: Sollte diese bis am 6. Mai keine griffige Lösung zur Marktabräumung einleiten, so heisst es in der Bauernzeitung, wollen sie ihr keine Beiträge mehr entrichten. Inkonsequenter geht es nicht mehr, und die Miba steht hier keineswegs allein auf weiter Flur.

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