Grenzwertige soziale Ader des Bauernverbands

Ausser wenn es um die eignen Einkommen geht, sind die Schweizer Bauern nicht gerade bekannt als Kämpfer für soziale Gerechtigkeit. Es war deshalb etwas überraschend, dass sich der Schweizerische Bauernverband (SBV)dieser Tage für die Anliegen der Zoll- und Grenzbeamten ins Zeug geworfen hat. In einer Medienmitteilung solidarisiert man sich mit dem Grenz- und Zollpersonal, das am Samstag gegen einen weiteren Stellenabbau demonstriert hat. Griffige Grenzkontrollen, so ist der Mitteilung zu entnehmen, seien die Voraussetzung, dass der Schweizer Markt und die hiesigen Produzenten von illegalen Importen verschont blieben. Als Beispiel wird dann die Einfuhr von Gammel- und Gewürzfleisch erwähnt. Dazu gilt es zwei Dinge zu sagen: Beim Gewürzfleisch (siehe Bild) bedienen sich die Importeure elegant eines unterdessen teilweise geschlossenen gesetzlichen Schlupflochs, an dessen Benutzung auch eine Armada von Zöllnern nichts ändern wird. Wer, zweitens, illegal Fleisch in die Schweiz importieren will, hat schon heute leichtes Spiel, wenn er es nicht ganz dumm anstellt. Seit dem Beitritt der Schweiz zum Schengen-Raum, sind die Grenzhäuschen derart verwaist, dass man schon fast vergessen hat, dass sie überhaupt je existierten. Dass dies so ist, dazu hat auch der SBV seinen Beitrag geleistet. 2005 enthielt er sich einer Parole zu „Schengen/Dublin“, „da keine direkten Auswirkungen auf die Landwirtschaft zu erwarten sind“, wie es in der SBV-Medienmitteilung vom 26. April 2005 heisst. Nun scheint sich die Ausgangslage geändert zu haben. Womöglich hofft man in Brugg, dass ein hoher Personalbestand an der Grenze längerfristige Abschottungswirkung gegen das ungeliebte Freihandelsabkommen mit der EU entfaltet. (Bild „Schweizer Bauer“)

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