BOM bleibt zahnlos, aber am Horizont dämmerts

Diese Woche hat es der Milchpreis wieder einmal auf die Titelseite des Blicks geschafft. Wahrscheinlich hat SVP-Nationalrat Aebi Res einen guten Draht zum Journalisten, denn um seine jüngste Motion ging es. Frontseitenwürdig ist sie aber kaum, denn ihre Halbwertszeit dürfte genau so gering sein, wie sämtliche übrigen Vorstösse mit denen die Milchproduzenten in den letzten Monaten die Mengensteuerung in der Branchenorganisation Milch (BOM). Aebis Idee, unterstützt übrigens von Bauern aus fast allen Parteien, ist eine Abgabe auf Mehrmengenmilch. Da sollten dann also die Handelsorganisationen oder Verarbeiter, für die Mehrmenge die sie bestellt haben bis zu 30 Rappen pro Kilo an die Schweizer Milchproduzenten entrichten. Dass dies funktioniert ist etwa so wahrscheinlich wie ein freiwilliger Bonus-Verzicht im Grossbankenmillieu. Trotzdem gibt es für die Milchproduzenten Grund zu leichtem Optimismus, zumindest wenn sie noch ein paar Jahre durchhalten mögen. Die OECD hat gestern in ihrem Ausblick 2010 bis 2019 eine Dynamisierung des Agrarsektors und tendenziell steigende Produzentenpreise für Milch, Butter und Käse prognostiziert (siehe Grafik). Die Zunahme liegt je nach Produkt zwischen 16 und 45 Prozent. Namentlich die Butter werde durch die anziehenden Preise für Ölsaaten profitieren. Gute Nachrichten für die Parkwächter am Butterberg. (Bild Landwirtschaftlicher Informationsdienst, Grafik OECD) 
Die blauen Balken zeigen die prognostizierte Zunahme der Produzentenpreise in Prozent gegenüber dem zurückliegenden Jahrzehnt. Die gelben Balken dokumentieren die zeitlich limitierte Preishausse während der Nahrungsmittelkrise 2007/08.

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