Melken und saugen – das ginge auch bei der Kuh

Die Wissenschaft macht sich neuerdings Gedanken über die Kommunikation von Kühen. Das Beispiel des Bioakustikers (ja, auch das gibt es) Gerhard Jahn ist nur eines von mehreren. Dass die Tonalitäten des Muhens nun entschlüsselt werden, ist gewiss lobenswert. Aber für einige Formen der tierischen Kommunikation braucht es keine Übersetzung. Man denke zum Beispiel an das Mitleid-erweckende Muhen der Kuh, wenn man ihr das Kalb wegnimmt. Diese Szene spielt sich täglich in hunderten von Milchvieställen ab. Wenn ich das Landwirtschafts-fernen Gesprächspartnern erzähle, machen sie immer traurige Augen. Daran musste ich denken, als ich kürzlich auf einem Stutenmilch-Betrieb war (siehe Bild). Dort saugt das Fohlen auch während der Laktation fröhlich weiter. Mich erstaunt, dass dies in der Milchwirtschaft noch nicht praktiziert wird. Natürlich gibt es arbeitstechnisch diverse Schwierigkeiten, in Laufställen dürften diese aber leichter zu bewältigen sein als früher im Anbindestall. Bei der Muttergefühl-respektierenden Milch handelt es sich zudem bestimmt um eine Nische mit Preis-Potenzial. Ich sehe schon das mögliche Label vor mir. Ein saugendes Kalb am Euter der Mutter, darum in einem blauen Ring der weisse Schriftzug: „Tierfreundliche Saugmilch – Kuh und Kalb im Einklang“, oder so ähnlich. (Bild Andreas Bodmer/NZZ)

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