Staatsstützung: Harte Kost aus der OECD-Küche

Die OECD hat diese Woche ihren alljährlichen Agrarpolitikbericht publiziert. Die Grafik zeigt den prozentualen Anteil der Staatsstützung am bäuerlichen Einkommen in den vergangenen drei Jahren. Das Bild ist zwar nicht neu, aber es muss jedem unternehmerisch denkenden Landwirten im Land schwer zu denken geben. Vor allem weil das Unterstützungs-Level im 2009 noch einmal einen Sprung nach oben gemacht hat. Im vergangenen Jahr kassierte der Schweizer Durchschnittsbauer gemäss OECD 63 Prozent oder knapp zwei Drittel des Einkommens von Staatsseite, und dies obwohl man mit dem Ausstieg aus der Milchkontingentierung vermeintlich einen Schritt in einen freieren Markt unternahm. Ähnlich hoch war der Anstieg in Kanada (20%, +7), Korea (52%, +6) und im Subventionsparadies Norwegen (66%, +6). Die OECD begründet den Anstieg mit zusätzlicher Stützung für den Milchmarkt in den jeweiligen Ländern. Das ist natürlich in Bezug auf die Schweiz eine gröbere Fehlinterpretation. Vielmehr ist es so, dass sich die Markterlöse vermindert haben und deshalb die mehr oder weniger unveränderte Staatsstützung stärker zu Buche schlug. Trotzdem ist die Tabelle optisch eine Einladung für jeden Liberalisierer, die Axt zu wetzen. Allerdings, und das ist ein weiterer Makel dieser Studie: Die Stützung müsste klarer zugeteilt werden. Der Löwenanteil fliesst in der Schweiz in Form von Direktzahlungen und diese sind gemäss internationalen Handelsregeln zulässig. (Grafik OECD)

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