Neuer Trend? Highland-Trophy statt brauner Muni

Der neue 300-Meter-Schützenkönig, der dieses Wochenende am Eidgenössischen erkoren wurde, heisst Jürg Ebnöther. Das ist aus landwirtschaftlicher Sicht mässig berichtenswert. Ganz anders sieht es mit der Trophäe für den König aus. Es ist das Schottische Hochlandrind namens „Ruppi“, benannt nach dem Ort Rupperswil, einer Schützenhochburg, wo auch ein Teil der Wettkämpfe stattfand. Ruppi ist ein Muni und hiess vor dem Fest Tokyo, dünkt mich fast etwas schicker, aber das nur nebenbei. Erstaunlich an Ruppi ist nicht sein Name, sondern seine Rasse. Bisher waren es an Eidgenössichen Traditionssport-Festen immer Braunvieh- oder Simmentaler-Muni, die dem Sieger überreicht wurden. Das hat sich nun geändert. Ausgerechnet die patriotischen Schützen wählen sich eine Trophäe, deren Haltung bis vor wenigen Jahren noch als Spinnerei von linken Biobauern galt. Bei der Präsentation von Ruppi begründete das OK die Auswahl mit Gemeinsamkeiten von Schottischem Hochlandrind und Schiesssport. „Diese Tiere sind genügsam, robust und verlässlich“, lässt sich OK-Präsident Ernst Hasler zitieren. Ich hätte noch eine andere Erklärung: Anders als die grossmehrheitlich des Horn beraubten alteingesessenen Rassen, trägt das Hochlandrind auf dem Kopf eine Bewaffnung, von der jeder Schütze nur träumen kann. Die Schwinger brauchen noch etwas länger für den Umschwung. Am Eidgenössischen in Frauenfeld steht der hornlose Braunviehmuni Arnold zuoberst auf dem Gabentempel.  (Bilder Schützenfest Aarau, Keystone/Ennio Leanza)

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