Chega! Aber Bayer hats noch nicht begriffen

Seit einigen Jahren importiert die Zürcher Gebana AG diverse Fairtrade-Erzeugnisse, zum Beispiel Bio-Soja aus Südbrasilien, den wichtigsten Umsatzträger. Jetzt sind die Produzenten aus dem südlichen Bundesstaat Parana in der Bredouille. Ihre Ware wurde zurückgewiesen, weil sie mit Rückständen des Insektizids Endosulfan verunreinigt ist. Vertrieben wird Endosulfan unter verschiedenen Markennamen von der Firma Bayer. Das Problem der Kontaminierung ist ein altbekanntes für biologisch und GVO-frei wirtschaftende Betriebe. Es touchiert eine ganze Reihe von Grundsatzfragen, darunter diejenige, wie weit die Freiheit des anders Bewirtschaftenden geht. Ich bin der Meinung, bis an den Feldrand, oder zumindest nicht weit darüber hinaus. Aber am Meisten erstaunt mich an dieser Geschichte, dass ein weltweit operierendes Unternehmen wie Bayer trotz der bekannten gesundheitsschädigenden Wirkung von Endosulfan dieses nicht weltweit zurückzieht, obwohl es bereits in über 60 Ländern verboten ist. Klar ist das Umsatzvolumen sicher immer noch beträchtlich. Aber die Imageschäden, die durch das Festhalten an diesem Produkt entstehen, dürften ungleich grösser sein. Siehe die Aktion Chega! („Es reicht!“ auf Portugiesisch) von Gebana. Das bescheiden bemittelte Unternehmen hat mit einer Website, einer Medienkonferenz und einer Online-Unterschriftensammlung mindestens im deutschsprachigen Raum ein riesiges Medienecho erzeugt. Da wird Bayer noch einige Kindermalwettbewerbe durchführen müssen, um diese Scharte wieder auszuwetzen. (Bilder Gebana AG)

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