Lieber Rose de Berne als Cassis-de-Dijeau

Das Bundesamt für Gesundheit hat heute die Bilanz nach einem halben Jahr Cassis-de-Dijon-Prinzip veröffentlicht. Sie ist ziemlich ernüchternd. Dem Schweizer Markt beschert die Regulierung eine Reihe von Nahrungsmitteln aus der EU, die inländische Standards nicht erfüllen. Zum Beispiel Sirup und Apfelwein mit geschrumpftem Frucht(saft)anteil, Rahm mit geringerem Fettanteil und mit Wasser aufgespritzten Schinken. Der Bauernverband protestiert in einer Medienmitteilung gegen die Unterlaufung von Schweizer Qualitätsstandards, damit werde die bisherige Gesetzgebung zur Makulatur und die Konsumentenschaft getäuscht. Für einmal kann man den Brugger Landwirtschaftslobbyisten keinen Protektionismus-Vorwurf machen. Mit der vollmundig propagierten Qualitätsstrategie des Bundes lässt sich das dünne Cassis-de-Dijeau jedenfalls nicht vereinbaren. Erst recht unverständlich ist, dass Bern die Regulierung freiwillig und ohne Gegenkonzessionen der EU eingeführt hat, angeblich um die Konsumentenpreise zu senken. Nur, so frage ich mich, was nützt einem der billige Sirup, wenn er so wässrig ist, dass man mehr braucht als vom inländischen? Der kleine Mann protestiert ja bekanntlich mit dem Portemonnaie, drum habe ich heute beim Geschenkeinkauf eine klare, bäuerlich hinterlegte Qualitätsstrategie verfolgt: Unverdünnter Bärner-Rose-Chlepfmoscht aus Elfingen und dazu eine deftige Wildsausalami aus Fisibach.  

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