GalloSuisse: VorspEigelung falscher Tatsachen


GalloSuisse, der Verband der Eierproduzenten, hat einen renommierten Werbepreis abgeholt. Ausgezeichnetes Objekt ist ein TV-Spot. Dieser zeigt in den schönsten Farben den idealisierten Alltag eines Schweizer Huhns. Schön wärs, wenn alles so schön wäre wie in diesem Filmli. Zwar muss man den Schweizer Eierproduzenten zugutehalten, dass sie schon vor 19 Jahren aus der Käfighaltung ausgestiegen ist, etwas was die EU als ganzes bis heute nicht geschafft hat. Doch ist es nun beileibe nicht so, dass die Mehrheit der Schweizer Hühner – so wie im Spot – selbstbewusst auf dem Hof herumstolziert, um dann am Abend ein Ei ins strohstrotzende Nest abzulegen. Freien Auslauf dürfte es für kaum mehr als 10 Prozent der Hennen geben. Die restlichen logieren zu Hunderten oder immer öfter Tausenden in häufig geschlossenen Hallen, die im besten Fall noch über einen Wintergarten verfügen, das heisst eine räumlich eng begrenzte und vergitterte Freilandparzelle. Das Leben einer solchen Henne dauert im übrigen meist nicht mehr als ein Jahr, anschliessend wird sie wegen abnehmender Legeleistung buchstäblich entsorgt, weil Suppenhühner heute kaum noch verkäuflich sind. Klar, Werbung darf die Realität schon ein bisschen überzeichnen, aber mit solchen realitätsfernen Bilderbuchträumli setzt man sich etwas gar stark ins Glashaus, oder aber eben in den Hühner-Wintergarten, um das erste und beste Ei zu werfen. (Bilder aus dem TV-Spot)
 

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