Stadt-Landwirtschaft ist längst mehr als Lifestyle


Stadt-Landwirtschaft ist trendy. In westlichen Metropolen spriessen die Projekte von hippen Kreativen, die plötzlich ihren grünen Daumen entwickeln. Natürlich schon länger in New York, wo auf bisher dem süssen Nichtstun vorbehaltenen Dachterassen plötzlich Tomaten wachsen, was dann auf dem entsprechenden Blog auch ausführlich gewürdigt sein will. Mit etwas Verzögerung spürt man auch auf hiesigen Dachterassen Frühlingsgefühle. Kürzlich wies mich ein alter Bekannter (danke YS!) auf die Urban Farmers hin. Ausser einer aufwendigen Homepage mit vielen High-Tech-Ideen scheint hier zwar noch nicht viel zu wachsen, aber die Saat ist gelegt. Nun, nichts gegen das wachsende Bewusstsein gut situierter westlicher Städter, jeder Urban Farmer schafft bei sich und anderen Bewusstsein, dass das Gemüse nicht beim Grossverteiler im Regal gedeiht. City Farming hat aber mehr drauf als das.
Kürzlich begegneten mir erstmals Sembradores Urbanos, ein Netzwerk von Frauen, das in der Megametropole Mexico City mit Stadt-Landwirtschaft zur Versorgungssicherheit beiträgt. 2050 werden gemäss einem interessanten National-Geographic-Spot voraussichtlich 70 Prozent der dannzumal gut 9 Milliarden Menschen in Städten leben, die meisten davon in Schwellen- und Entwicklungsländern. Dort wird Stadt-Landwirtschaft immer wichtiger. Der Bedarf ist erkannt und es gibt erste Organisationen, die sich professionell mit den spezifischen Problemen der Stadtbauern beschäftigen. Ein gutes Beispiel dafür ist Ruaf, die seit über zehn Jahren Stadt-Landwirtschaftsinitiativen in kleineren und grösseren Städten in der Südhalbkugel vernetzt und unterstützt. Übrigens ist City-Farming auch in West-Metropolen wie New York oft mehr als Lifestyle, vor allem in ärmeren Quartieren, wie zum Beispiel der Bronx. (Bilder: oben Vladimir Menkov/Wikipedia, mitte Ruaf, unten G. Paul Burnett/The New York Times) 

3 Antworten to “Stadt-Landwirtschaft ist längst mehr als Lifestyle”

  1. ueli ineichen Says:

    der eintrag im digitalen kartenwerk (agis) des kantons aargau entbehrt nicht eines gewissen zynismus, in zeiten, da ökologie für bauern das stichwort des tages ist: videos zu anbauschlacht etc. http://www.zeitraumaargau.ch/#/detail/16v5uxhl
    (nb: der bauernkalender hat eine längst verblichene kinderzeichnung von michael jackson an der tür zum büro abgelöst!)

  2. bugsierer Says:

    meine empfehlung: schöner podcast über den prinzessinnengarten in berlin:
    http://www.kuechenradio.org/wp/?p=752

  3. Angela Says:

    Back to the roots..Die Menschen wollen wieder wissen, wo Sie herkommen. All das Oberflächliche, Wirtschaftliche, Leistungsorientierte erfüllt den Menschen nicht – die Natur aber bringt Ruhe und Gelassenheit.

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