GVO-Weizen: Nützts nichts so schadets trotzdem

Vorneweg: Nichts gegen landwirtschaftliche Forschung auf höchstem Niveau, auch in einem Miniländli wie der Schweiz. Trotzdem ein paar Einwände zu den jüngsten Erfolgsmeldungen in Sachen Gentech-Weizen, die vergangene Woche von den Bundesforschungsanstalten verbreitet wurden. Während dreier Jahre hat man unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen gentechnisch fabrizierte Mehltau-resistente Weizenstämme im Freiland getestet. Die definitiven Ergebnisse stehen zwar noch aus, aber eine erste Bilanz ist gezogen: Der GVO-Weizen hat erstens weniger Ertrag gebracht und war zweitens weniger Mehltau-resistent als herkömmlich gezüchtete Sorten. Drittens konnten keine Schäden an Bodenorganismen festgestellt werden. Kurz zusammengefasst: Aus produktionstechnischer Sicht bringt der GVO-Weizen wenig bis nichts, aber er schadet auch nicht. Zumindest auf den ersten Blick. Denn sollte das Produkt erst einmal markttüchtig sein, dann werden die Schwierigkeiten erst auftauchen. Das Problem von GVO-Sorten ist nicht, dass sie Bodenorganismen tangieren. Vielmehr sind sie in ihrer Entwicklung derart teuer – das zeigten auch die Schweizer Versuche -dass sie einmal auf dem Markt zwecks Return on Investment brutal forciert werden. Das führt in der Folge zu riesigen Monokulturen, siehe Roundup-ready-Soja, und mit der Zeit zwangsläufig zu einer Zunahme von Resistenzen von Krankheitserregern und sogenannten Super-Unkräutern. Zu schlechter Letzt zielt die nun belobigte Forschungstätigkeit an den wahren Bedürfnissen der Schweizer Bauern vorbei. Ihnen wäre besser gedient mit der traditionellen Züchtung klimatisch angepasster Sorten mit breiten, horizontalen Resistenzen, die auf mehr als einem manuell eingebauten Gen beruhen. (Bild Brigitte Weidmann/LID)

Eine Antwort to “GVO-Weizen: Nützts nichts so schadets trotzdem”

  1. Heidi Says:

    Ja so ist es! Du hast nur etwas vergessen. Die national und international sehr erfolgreiche Schweizer Getreidezüchtung wurde bereits im Rahmen der ersten Redimensionierung der landwirtschaftlichen Forschungsanstalten Mitte der 1990er Jahre massiv gestutzt und dürfte auch bei den nächsten zwei Reorganisationen an Power verloren haben. Die Schweizer Sortenzüchter hatten auf Mehrfachresistenzen gesetzt, ihre Sorten waren diesbezüglich weltweit führend.
    Und … ich lese deine Artikel immer mit grossem Vergnügen!

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