Côtes-du-Rhône? Gueuze de Bruxelles!

Manchmal will das Programm nicht wie der Programmierer, drum sind wir auf unserer Brüsselreise statt auf einem Landwirtschaftsbetrieb in einer Brüsseler Brauerei gelandet. Das war aber auch ganz spannend. Der über 100-jährige Familienbetrieb Cantillon produziert so etwas wie den Wein unter den Bieren. Die Gueuze Cantillon wird nach einer Spontangärung mit wilden Hefestämmen aus der Brüsseler Grossstadtatmosphäre bis zu drei Jahre lang in Eichenfässern und später in Flaschen gelagert (Details entnehme man bitte der Homepage). Bei den Fässern handelt es sich um ausgemusterte Behälter aus französischen Weingütern. Diese geben keinen Holzgeschmack mehr weiter, was den Brauern noch so recht ist. Denn in ihrem Getränk wollen sie nur das reine Gueuzebouquet, allenfalls angereichert durch das Aroma der Sauerkirsche, womit das Getränk dann Kriek heisst und dunkelrot gefärbt an einen prickelnden Rotwein erinnert. Die abschliessende Degustation präsentierte ein gewöhnungsbedürftiges Potpourri aus Geschmäckern, vorwiegend aus der säuerlichen Zone. Der Vorteil daran ist, dass lärmige Gruppen, die primär zum Trinken in der mittelalterlich anmutenden Brauerei auftauchen, schnell wieder abmarschieren. Dem etwas experimentierfreudigeren Besucher bleibt dann Zeit und Ruhe, um mit dem engagierten,  globalisierungs-kritischen Museumsführer die Details der Herstellung zu besprechen, während der sich der an einfachere Geschmäcker gewöhnte Gaumen sich langsam mit dem absonderlichen Getränk anfreundet.  Ausprobieren!

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