Hof-Kunst mit Aussicht und Melkgelegenheit

Schöner Sonntagsausflug nach Samstagern (SZ). Dort hat heute der Garden of forking paths seine (Weide-)Tore geöffnet. Die Ausstellung auf dem Hof Froh Ussicht der Familie Blum ist sehenswert und erfrischend. Auf abgezäunten Wegen flanierte das mehrheitlich aus Zürich stammende Kunstvolk bestaunt von der Braunviehherde von Skulpturen zu Installationen und wieder zurück, um sich anschliessend an Festhütten-Garnituren unter freiem Himmel an Most, Wurst und Grünzeug von den Strapazen zu erholen. Die sonst meist nach den ersten paar Museumsräumen einsetzende Kunstübersättigung bleibt hier vollständig aus. Die urbanen Trendsetter und deren Nachwuchs erhalten zum Ausgleich Gelegenheit, Chüngel zu streicheln, sich im Melken zu üben und einem Kalb die Hand ins Maul zu strecken. Ein umfassendes Hof-Kunsterlebnis. Es findet unter der Ägide des Migros-Museums für Gegenwartskunst statt, kuratiert von Heike Munder. Dass sie ausgerechnet nach Samstagern kam, ist kein Zufall. Der Junior-Chef Martin Blum ist im Nebenamt selber Künstler und hat auf seinem Betrieb schon einiges an lustiger Farmart produziert und produzieren lassen, so hat er zum Beispiel mit dem Künstler Peter Draeger seinen Kühen die Weide als Labyrinth abgezäunt und deren verschlungene Fresspfade dann auf Video festgehalten. An allen Ecken und Enden, auf der Heubühne und an Bäumen findet man frühere Projekte und Objekte. Alles zusammen sehr sehenswert. Das gilt auch für die Etikettengestaltung im Hofladen, bin zwar nicht sicher, ob die auch von Martin Blum stammt, aber es würde mich nicht erstaunen. Aussergewöhnlich an der Ausstellung ist übrigens nicht nur der Ort, sondern auch, dass es gleich mehrere Vernissagen gibt. Angereichert mit neuen Werken finden am 10 Juli und am 4. September zwei weitere „Eröffnungen“ statt. Ein lohnender Ausflug für Land- und Stadtvolk.

4 Antworten to “Hof-Kunst mit Aussicht und Melkgelegenheit”

  1. wiskemann urs Says:

    du, ädu, das isch ämul ä chogä glungne pricht. da müesti ou mau hi.
    grunz urs

  2. barbara kanzian Says:

    Das ist eine sehr nette Geschichte – Grund genug, um endlich wieder in die Schweiz zu fahren. Während andere Blogger zu Ostern Hasen in allen möglichen Variationen durchspielten, bietet Adi Osterkühe, nette Idee! LG aus Wien

  3. christian Says:

    😀 das kuhlabyrinth ist ne geniale idee! kann man das video auch irgendwo im web anschauen?

  4. adriankrebs Says:

    Ja, das kann man, hier: http://www.youtube.com/watch?v=TdALjAy5hH0
    Viel Vergnügen

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