Vorteil „Wiesenmilch“ im Futtermatch vs. Soja

Migros und IP Suisse haben heute die Lancierung von Terra-Suisse-Wiesenmilch bekanntgegeben. Damit erhält die „Ressourcenorientierte Milchproduktion“ einen Schub aus dem Markt, bevor sie – wie zumindest vorgesehen – in der neuen Direktzahlungsverordnung verankert wird. Laut einem Bericht von schweizerbauer.ch ist ein stattlicher Aufpreis von 7 Rappen pro Kilo vorgesehen. Offenbar gibt es beim Grossverteiler die Überzeugung, dass der Konsument diese Anstrengung honorieren wird. Wozu das Ganze, wird sich fragen, wer die Binsenwahrheit „Die Schweiz ist ein Grasland“ verinnerlicht hat. Natürlich ist nach wie vor der grösste Teil der landwirtschaftlich genutzten Fläche in der Schweiz Grünland. Aber in der Fütterung des Milchviehs hat sich unterdessen ein stattlicher Kraftfutteranteil von rund 20 Prozent etabliert. Das ist zwar deutlich weniger als in den umliegenden Ländern, aber ökologisch macht der Import (er hat sich seit 1990 in etwas verzehnfacht) keinen Sinn. Ob er sich ökonomisch rechnet, ist umstritten (siehe dazu Kassensturz-Bericht und Greenpeace-Studie). Folgerichtig müssen die Weidemilch-Produzenten laut den Label-Bestimmungen ab Januar 2013 auf den Soja-Einsatz verzichten. Mit Heumilch gibt es übrigens in Österreich ein erfolgreiches Vorbild für das neueste Schweizer Label. Nicht recht nachvollziehen kann ich die Skepsis der Schweizer Milchproduzenten SMP: Sie halten Wiesenmilch gemäss bisherigen Äusserungen für eher unnötig, der Grasanteil in der Schweizer Milch sei schon hoch genug. An der Basis tönt es etwas anders aus. Zumindest in Solothurn: Dort stimmten die Delegierten des Bauernverbands kürzlich für eine Wiesenmilch-Strategie. Als erstes Bauernopfer demissionierte der Präsident per sofort. (Bild Ruedi Baumann/Züri, häb Dank!)

5 Antworten to “Vorteil „Wiesenmilch“ im Futtermatch vs. Soja”

  1. wiskemann urs Says:

    hallo ädu du alter milchbauer,
    bin sehr für wiesenmilch. die frage ob der konsument das merkt oder merken will ist für mich gross. das wir den bewohnern der soja-poduzentenländern des essen wegfressen weiss man ja schon seid jahren, aber interessieren tuts niemand. vielleicht müsste man auf diese milchpackung, analog zur zigiwerbung ein verhungertes kind draufmachen, damit sich der durchschnittskonsument um diesen zusammenhang kümmern würde (slogan: milch kann ihre weltmitbewohner verhungern lassen).

    gruss urs

  2. adriankrebs Says:

    Super Idee Üsrül, statt noch ein Label mehr ein Kästchen mit einem schwarzen Rand und einem deftigen Föteli drin, wetten das würde auf Twitterbookonline.com einschlagen wie ein Bieli auf dem Schittstock? Gruess Ädu

  3. Stephan Says:

    Man darf aber neben der Milchproduktion die Fleischproduktion nicht vergessen. Und das Verhältnis, wieviele kcal (ausländische) Pflanzennahrung man in ein Rind stecken muss, um 1 kcal Fleisch zu erhalten…

    Beste Grüsse
    Stephan

  4. Stephan Says:

    P.S. Anbei ein interessanter Link zum Thema:
    http://www.zalp.ch/aktuell/suppen/suppe_2003_05/su_ho.html

  5. adriankrebs Says:

    Vollkommen einverstanden, Stephan, ausser beim Melkroboter, wenn der Bauer dort keine Beziehung zum Tier mehr pflegt, rächt sich das schnell, Gruss Adrian

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: