Das arme Vieh Down Under & unser Portemonnaie

Weit verbreitete Empörung in Australien. Die Sendung „Four Corners“ der Australian Broadcasting Company hat am 30. Mai unter dem Titel „A bloody business“ einen Beitrag ausgestrahlt, der zeigt, wie brutal in Indonesien mit Exportvieh aus Down Under umgesprungen wird. Pro Jahr werden rund 300 000 Rinder zur Ausmast und anschliessender Schlachtung in den muslimischen Inselstaat exportiert und das seit Jahrzehnten. Der Dokumentarfilm zeigt drastisch, wie die Tiere geschlachtet werden. Man schlitzt ihnen in einfachen Schlachtanlagen die Kehle auf. Diese Schlachtmethode ist religiös begründet und in der gesamten islamischen Welt an der Tagesordnung. Ich erinnere mich an Szenen auf malinesischen Viehmärkten, die ich nie vergessen werde. Für westliche Augen ist dieser Anblick eine Tortur. Für die Einwohner dieser Länder eine Selbstverständlichkeit. Wenn dies der australischen Regierung nicht bekannt war, dann hat man mit aller Kraft die Augen verschlossen, auch im Interesse eines ansehnlichen Geschäfts, das alljährlich über 300 Millionen Franken Umsatz generiert. Wenn man jetzt ein paar Schlachthöfe sperrt, wird das nichts ändern an den Schlachtritualen in Indonesien. Ganz grundsätzlich ist der sorgsame Umgang mit dem Tier für den Menschen am Existenzminimum kein prioritäres Anliegen. Tierschutz hat seinen Preis. Das stellt der Konsument hierzulande im Laden täglich fest. Nach wie vor ist aber nur eine Minderheit bereit, dafür auch einen Mehrpreis zu bezahlen. Deshalb bleibt die Empörung über schlechte Behandlung der Kreatur in der Haltung, auf Transporten und beim Schlachtprozess – ob nun in westlichen Ländern oder in Indonesien – mehrheitlich reichlich scheinheilig. (Bild Reuters) 

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