Erst wenn sie nichts tut, hagelts Schlagzeilen

Zum 20-Jahr-Jubiläum des Frauenstreiks hat der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV) heute erstmals mitdemonstriert und -gestreikt. Das Medienecho war geradezu epochal. Erst wenn sie nichts tun, interessiert sich die breite mediale Öffentlichkeit für das Leben der Landfrauen (es sei denn, sie kochen am TV um die Wette), wobei nichts getan haben die meisten wohl auch heute nicht. Wie wenig sie für ihre Arbeit zumindest materiell erhalten, hat Charlotte Jacquemart in der letzten NZZ am Sonntag unter dem Titel Aufstand im Heustock sehr gut zusammengefasst und die „Rundschau“ des Schweizer Fernsehens widmete der Streikteilnahme einen längeren Beitrag. Mindestens ebenso wichtig ist, dass die Landfrauen, die sich bisher auf die Bäuerinnenausbildung und politisch auf die Graniumpflege beschränkt haben, auch im Verbandsdschungel auf die Hinterbeine stehen. Kurz nach ihrer Wahl zur Landfrauen-Präsidentin hat Christine Bühler (im Bild) eine Frauenquote in den Verbandsgremien gefordert. Bisher sitzt eine einzige Frau im 21-köpfigen Vorstand des Bauernverbands. Der Widerstand der Duldsamen ist eine kleine rurale Revolution und die säuerliche Reaktion des Präsidenten folgte auf dem Fuss. Zu Unrecht, den Frauen steht eine grössere Rolle in den männlich dominierten Strukturen mehr als zu. Sie spielen in den meisten Betrieben ganz entscheidende Rollen, das merken viele der Landmänner aber erst, wenn sie plötzlich fehlen. (Bild Guy Perrenoud/NZZaS)

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