Jetzt grabben auch Unis afrikanisches Land

Landgrabbing ist – leider – ein Dauerbrenner im Agroblog. Darunter versteht man kurz zusammengefasst das Aufkaufen oder leasen von grossen Ländereien in der dritten Welt durch Behörden und Investoren aus vermögenderen Weltgegenden. Im Normalfall werden die produzierten Lebensmitteln samt Gewinnen exportiert. Das neueste Beispiel ist erwähnenswert, weil offenbar auch Stiftungen von renommierten amerikanischen Universitäten wie Harvard und Vanderbilt ins Landgrabbing investieren und kräftig absahnen. Ihr Haput-Vehikel ist laut dem amerikanischen Oakland Institute (hier der Bericht des „Guardian“ , der auch in der Schweiz aufgegriffen wurde) der „African AgriLand Fund“ der englischen Emergent Asset Management. Die Firma verspricht auf ihrer Homepage einen Return von 25 Prozent auf dem Investment. Das Problem ist, dass die lokale Bevölkerung aufgrund der exorbitanten Gewinnfokussierung bei diesen Deals meist auf der Strecke bleibt. Die Bauernfamilien müssen im schlechtesten aber häufigen Fall ihr seit Generationen bewirtschaftetes Land räumen und Umsiedelungen in Kauf nehmen. Der Guardian beschreibt drastische Beispiele aus Äthiopien und anderen Ländern. An rhetorischem Brimborium zur Rechtfertigung dieses Neo-Kolonialismus mangelt es nicht, wie die Homepage von Emergent zeigt. Das ändert nichts daran, dass man die Probleme des afrikanischen Kontinents durch die Enteignugn der Lebensgrundlage Boden verschärft.  
PS. Hier noch ein kleines Müsterli für Land-Grabbing, Swiss-made. Die in Genf beheimatete Addax Bioenergy hat in Sierra Leone 57000 Hektaren für die Biodieselproduktion gepachtet. Ein paar interessante Details dazu zeigt der Beitrag in der jüngsten Ausgabe des SF-Wirtschaftsmagazins Eco.

2 Antworten to “Jetzt grabben auch Unis afrikanisches Land”

  1. wiskemann urs Says:

    man, sind das deppen! das machen sie zum geld verdienen für die uni um dann darüber zu forschen wieso gewisse regionen nicht wirtschaftlich vorwäts kommen??? haben die auch ein fünkli anstand, kannst du sie das mal fragen, du mit deinen agro-kontakten?
    lieber gruss urs

  2. adriankrebs Says:

    Ok, Urs my man, I asked and they say they have a Fünkli, but only one, bun di

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