RoMania Roadmovie (2&Schluss): Ardeal

Der zweite Teil meiner kurzen Rumänienreise führte durch Siebenbürgen, das sagenumworbene Transsilvanien, in rumänisch kurz Ardeal genannt. Hier sind die Dörfer etwas aufgeräumter. Die ungarischen und deutschen Minderheiten, die das Gebiet besiedeln sind bekannt für ihre Ordnungsliebe und Tüchtigkeit, was sich auch im Strassenbild widerspiegelt. Die schönen Alleen übrigens, von denen gibts immer weniger, da sie Strassenverbreiterungsprojekten zum Opfer fallen.
Unterwegs findet man immer leicht heraus, welches die vorherrschende Kultur ist. In der Gegend um Georgheni zum Beispiel, sind dies Kartoffeln. Das erkennt der Tourist daran, dass vor jedem zweiten Haus eine Schubkarre mit einem Sack Kartoffeln darin als Teaser präsentiert wird. Der Produzent hier verlangt für einen 40-Kilo-Sack 35 RON, wie die Währung seit einigen Jahren heisst, umgerechnet 10 Franken.
Sehr typisch für Siebenbürgen ist auch die traditionelle Outdoor-Heulagerung, die so traditionell ist, dass ich gar keinen Namen dafür weiss. Bei uns nannte man das Schöchli, aber bei dieser Grösse (die durchschnittliche Höhe dürfte 5 Meter betragen), ist die Verkleinerungsform nicht unbedingt angebracht. Also Schochen, wer den richtigen Ausdruck weiss, möge es mir mitteilen, danke!
Noch so ein typisches Phänomen. Bienenhaltung, mobil. So kann man immer den besten Blütenbeständen folgen. Nicht dumm.
Hier das Ergebnis, ein paar hundert Meter höher. Honighandel mit Aussicht.

Meine nächste Station ist die Firma Karpaten-Meat. Zwei Toggenburger Metzger, die eigentlich nach Rumänien kamen, um ins Fleischbusiness einzusteigen, haben gemerkt, dass den Tieren die nötige Qualität fehlt. Jetzt sind sie Grossbauern mit etwa 1000 Stück Angus-Vieh. Ein interessantes Projekt. Der Bedarf für Qualitätsfleisch ist unbestritten. Im Moment sind es vor allem Discounter, die mit Billigangeboten die Kundschaft ködern. Bei Billa in Sibiu (eine Stadt, die alleine die Reise nach Rumänien rechtfertigt) wird das Schweine-Hackfleisch pro Kilo in Aktion für gut 3 Franken angeboten.
On the road again. Ein Dorfhirte am Fusse des spektakulären Fagarasgebirges hütet die Wasserbüffel und die Pferde der Bauern. Offenbar ist er kurz gehalten. Dankbar nimmt er meine Wasservorräte und etwas zu knabbern entgegen und fragt dann noch für ein Nötli. Vor lauter prichten vergisst er die Arbeit und zieht laut fluchend von dannen, um sein Vieh im Zaum zu halten.
Das wars schon wieder. Zum Abschluss gibts nach 1150km mit vielen 1000 Schlaglöchern zur Erholung noch ein Stück Autobahn, nach kurzer Zeit wirds fast ein bisschen langweilig. Immerhin ist auch hier die Landwirtschaft nie fern, man finde das Objekt auf diesem Suchbild. 

2 Antworten to “RoMania Roadmovie (2&Schluss): Ardeal”

  1. adi (nicht krebs) Says:

    Du uns nennt man so ein Heugebilde „Triste“ oder „Heutriste“….

  2. adriankrebs Says:

    Danke für die Ergänzung, Adi

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