Neues in der Höhe(3): Äbnistetter Alpkäse

Geschichten fangen manchmal mit einem Bitzli Käse an. Dieser Tage habe ich im Viadukt in Zürich beim empfehlenswerten Käsehändler Tritt einen Mini-Alpkäsemarkt angetroffen. Beim Erstbesten habe ich, weil mir das angebotene Möckli mundete, ein Stück erstanden. Er kam von der Alp Äbnistetten. Nie zuvor gehört. Sili, die Bäuerin, klärte mich auf. Sie und ihr Mann älplen seit langem hoch über Schüpfheim im Luzernischen, im Winter leben sie auf dem Betrieb im Dorf. Jetzt haben sie beschlossen, auf der Alp eine neue Hütte, oder besser, ein neues stattliches Heimetli zu bauen (siehe Bild rechts). Statt mit Kessel, melken sie jetzt in einem Stand, und neu verfügen sie über eine eigene Käserei. Und statt die Milch ins Tal in die Käserei zu schicken, produzieren sie seit heuer ihren eigenen Alpkäse. Aus den 50 000 Litern machen sie rund 5 Tonnen Käse und verkaufen diesen ab Alp, Hof und via Händler. Das ist ein Milchtropfen auf den heissen Stein. Ketzerische Frage: Rentiert es sich dafür eine eigene Käserei zu bauen? Zwar ist das Unterfangen ein Teures: Ich habe nicht genauer recherchiert, aber obschon Sili und ihr Mann Reto viel Holz und Arbeit vom eigenen Betrieb investiert haben, dürfte das Projekt mindestens eine halbe Million Franken gekostet haben. Mit Hilfe von Investitionskrediten und Subventionen von Kanton und Bund lassen sich solche Projekte meist zu mehr als der Hälfte finanzieren. Zu diesen Bedingungen ist ein solches Unterfangen vertretbar. Aber ist es auch die Agrarpolitik, die dahinter steht? Ich tendiere in diesem Fall zu einem klaren Ja: Theiler-Stegers bewirtschaften ausbaufähige 45 Hektaren Alpweiden und bewahren diese so vor der Vergandung. Sie schaffen Mehrwert für den eigenen Betrieb und mindestens einen zusätzlichen dezentralen Arbeitsplatz im Sommer. Schliesslich stellen sie eine Spezialität her und bieten eine touristische Attraktion im Biosphären-Reservat Entlebuch. Das entspricht unter dem Strich den Zielen der vom Volk abgesegneten Landwirtschaftsstrategie recht gut. (Bilder: Alp Äbnistetten)

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