Adve(r)ntedankfest (9/10/11): Landgeschichten

Die Landwirtschaft braucht Land. Und Land ist ein rares Gut. Und das führt zu Problemen. In weiten Teilen der Welt. Zum Beispiel in der Schweiz und Brasilien. Ich möchte Ihnen, liebe Leserinnen und Leser zu diesem Thema – und das wäre mein erstes Adventsgschänkli heute abend – kurz zwei exemplarische Geschichten dazu empfehlen. Fangen wir vor der Haustüre an. Ein Bauer in Zollikerberg, ein ganz besonders gefitzter Bursche, hat seinen Hof abgerissen, um auf dem Land Wohnungen zu bauen. Jetzt jammert er, dass er nicht mehr wohin weiss mit Vieh und Fahrhabe. Auch er, der sich Unternehmer nennt, muss noch lernen, dass das Geld, obwohl es kein Heu frisst, nicht verspeisen werden kann, weder vom Menschen noch vom Vieh. Mein Bedauern mit ihm hält sich in engen Grenzen. Ganz ähnlich geht es mir mit allen übrigen seiner Berufskollegen hierzulande, die lautstark den Kulturlandverlust beklagen, die aber hektarweise Bauland verkauft haben. Die ganze Geschichte, lesen Sie hier. Die zweite Geschichte führt uns nach Brasilien, wo der Senat soeben einer Lockerung des Regenwaldschutzes zugestimmt hat. Die treibenden Kräfte dahinter sind leider auch hier die Bauern selber, Latifundistas und Kleinbauern, die, statt brachliegendes Land unter den Pflug zu nehmen, lieber weiteren Regenwald abholzen. Ich finde es schwer verständlich, dass viele Landwirte aus kurzfristigem ökonomischen Interesse am Ast sägen, auf dem sie sitzen. Weihnächtlich gestimmt, wie wir sind, wollen wir aber nicht weiter lamentieren. Stattdessen gibt es jetzt noch zwei Geschenke abzuholen, die eng mit dem Land liiert sind. Das erste ist ein schönes Büchlein namens „Landjäger – 60 Streifzüge durch die Schweizer Dorflandschaft“ von Denise Locher und Flurina Gradin (siehe Bild oben). Secce Porträts von 60 Gemeinden, geordnet nach Einwohnerzahl, won Augio (22 Einwohner) bis Courgenay (2150). Gewinnen kann dieses, wer mir als ErsteR berichtet, wie gross die Fläche der Gemeinde Tschierv GR ist. Ziemlich viel, für ein Dorf mit gerade mal 170 Einwohnern, um es vorauszunehmen. Das zweite Gschänkli ist eine symbolische Schenkungsurkunde des Heks für eine Hektare Land für einen Kleinbauern in Asien, zum Beispiel auf den Philippinen. Mehr dazu auf dem Bild unten oder hier. Diese Hektare kann spenden, wer mir sagen kann, wie gross die landwirtschaftlich bebaubare Fläche auf den Philippinen ist. Frohes Raten wünsche ich, und weiterhin einen schönen Advent auf dem eigenen oder geliehenen Land.
     

10 Antworten to “Adve(r)ntedankfest (9/10/11): Landgeschichten”

  1. adherer Says:

    Dieser Artikel sollte zum Nachdenken anregen: http://adherer.wordpress.com/bestimmung-schoepfung/

  2. Heidi Says:

    Tschierv hat 42.57 m2 Fläche.
    Grüsse Heidi

  3. Heidi Says:

    So wage ich auch den 2. Wettbewerb: Philippinen Landwirtschaftliche Fläche 115 000 km2 gemäss WorldStat
    … übrigens bei uns gibt kein Bauer 1 m2 Land her in der Hoffnung auf Bauland … vielleicht auch Golfplatz, Skipiste …
    Grüsse Heidi

  4. Jonas Ingold Says:

    Ich würde eher sagen, Tschierv hat 42,57 Km2 Fläche. Lg

  5. adriankrebs Says:

    Liebe Wettbewerbsgemeinde! Bravo Heidi, bravo Jonas. Leider hastu liebe Heidi ein K vergessen, drum geht der Landjäger an Jonas. Aber zum Glück hast Du präventiv die zweite Frage richtig beantwortet. Euch beiden schon herzliche Gratulation. Wer jetzt enttäuscht ist, dass die Preise schon wieder weg sind soll nicht verzagen. Es gibt noch einen kleinen Zusatzpreis, ein Nebentörli sozusagen: Wer mir als erstes schreibt, wer neben den beiden Kühen das „Landjäger“-Büchlein betrachtet, dem winkt ein Stück Landliteratur: Carl Albert Losslis „Schattenmattbauern“, der mir gestern antiquarisch über den Weg gelaufen ist.

  6. Ursina Galbusera Says:

    Ein Ei… Ein Landei? Richtig??

  7. Heidi Says:

    Danke Adi! Ich mag ja Jonas das Büchlein gönnen, habe sowieso keine Zeit zum Lesen. Der 2. Preis freut mich sehr. Kontrolle ist halt wichtig, nicht nur die Vollzugskontrolle, auf der ich immer poche, auch die Selbstkontrolle!
    Ich hoffe, dass das Ei ein KAG- oder Bio-Ei ist …. oder wenigstens ein CH-Ei. ich befasse mich nämlich gerade mit der Hühnerhaltung!

  8. Jonas Ingold Says:

    Besten Dank Adi. Das war zwar ein fieser Abstauber, aber ich denke Heidi kanns dank ihrem Preis ja verschmerzen.

  9. adriankrebs Says:

    Ganz genau richtig! Gratuliere schon wieder, Ursina, der Loosli wird sich im Päckli an den Chäs schmiegen…

  10. Ursina Galbusera Says:

    Vielen Dank, Adi! Ich werde sie beide mit Heisshunger verschlingen…

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