Adve(r)ntedankfest(14): No farmer, no cry

Ich hätte im Adverntekalender hinter dem Törchen Nummer 14 natürlich gerne einen bäuerlichen Bundesrat präsentiert. Es wäre ja langsam höchste Zeit. Der legendäre Minger Ruedi war der letzte Landwirt in der Regierung, gewählt vor gut 80 Jahren, am 12. Dezember 1929, wie der „Schweizer Bauer“ dieser Tage vorgerechnet hat. Stattdessen hat die Bundesversammlung heute eine Anglistin/Romanistin, zwei Anwältinnen, einen Buchhalter, einen Elektroingenieur sowie einen Ökonomen bestätigt und einen weiteren solchen gewählt. Aber so tragisch ist das auch wieder nicht. Nicht nur weil es für Hansjörg Walter (im Bild oben, oben rechts) etwas eng geworden wäre in meinem Kalender, sondern weil die Agrarpolitik auch ohne bäuerlichen Bundesrat so ausgestaltet wird, wie es den Bauern zupass kommt. Wie schon seinen Vorgängern im Bauernpräsidium ist es auch für Hansjörg Walter sekundär, wer unter ihm Agrarminister, geschweige denn Direktor des zuständigen Bundesamts für Landwirtschaft ist. Wer jetzt trotzdem untröstlich ist über die angekündigte Niederlage des Thuragauers, dem lasse ich als kleines Trösterli gerne das Buch „Der Thurgau uns seine Menschen 1930-1990“ zukommen, das ich kürzlich aus zweiter Hand ergattern konnte. Dieser Band strotzt nur so von schönen Schwarzweiss-Bildern des Thurgauer Fotografen Hans Baumgartner, darunter viele aus der Landwirtschaft. Leider ist der Band in der unteren Hälfte ganz leicht gewellt. Das ist nicht etwa auf die thurgauischen Tränenströme nach der Nichtwahl zurückzuführen, sondern eher auf phasenweise nicht ganz trockene Lagerung, dem Bildgenuss tut dies aber keinen Abbruch. Die Wettbewerbsfrage ist natürlich thurgauisch: Ich suche eine süsse Thurgauer Spezialität. Der Most ist es nicht, das wäre zu simpel, aber ein bisschen beteiligt ist er schon auch daran. Kann man zum Beispiel in der Bäckerei in Ex-Kandidats Wohnort posten, die Gesuchte. (Bild oben Peter Klaunzer/Keystone)

2 Antworten to “Adve(r)ntedankfest(14): No farmer, no cry”

  1. wiskemann urs Says:

    lieber adi
    irgendwie scheints auch nicht so schaad um den walter. so wahltaktisch ist er ja eher typ verheizer als als lokomotive. ob der im bundesrat eher parteiunabhängig funktioniernen würde ist fraglich! obwohl bauer, hat er sich zweimal saudumm vor das fuhrwerk spannen lassen. somit warten wir doch lieber auf ein schneidigeres exemplar aus der bauernsame. thurgau oh du mis heimatland! ligr-u-rs

  2. adriankrebs Says:

    Merci Ürsu, das hast Du schön gesagt, eine gute Abrundung für das Trösterli.

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