Afrique: Les voix paysannes chantent ensemble

Seit einiger Zeit habe ich den Newsletter der „Voix du paysan congolais“ abonniert. Heute ist die Neuigkeit reingeflattert, dass die kongolesische Bauernstimme neu mit der „Voix du paysan“ aus Kamerun zusammenarbeitet. Die beiden Stimmen, die von bäuerlichen NGOs herausgegeben werden wollen sich gegenseitig mit dem Austausch von Informationen stärken und zur Entwicklung der bäuerlichen Presse in Zentralafrika beitragen. (Im Wortlaut: „Les deux médias s’engagent à se renforcer mutuellement dans les domaines de la formation, des méthodes et outils de travail; à faire la promotion de leurs organes respectifs; à échanger des informations de manière régulière et œuvrer pour le développement de la presse agricole dans la sous-région Afrique Centrale). Den Schritt kann man nur begrüssen. Die Aufforstung des dünn bepflanzten afrikanischen Agrarpressewalds ist wichtig für die Prosperität der Bauern, die oft nur unzulänglich ausgebildet sind. Hier leistet die Beratung durch die Zeitungen Weiterbildung. Da die Distribution von Zeitungen auf Papier in Afrika extrem hindernisreich ist, pflegen beide Blätter für örtliche Verhältnisse neben dem Print sehr vorbildliche Internetauftritte (siehe Links oben). Der Blick in die beiden Internetportale zeigt interessante Parallelen. Die Frontseite der jüngsten Printausgabe der kongolesischen Bauernstimme (siehe oben) könnte ohne weiteres auch den „Schweizer Bauern“ zieren: Massive Nahrungsmittelimporte bedrohen die örtliche Landwirtschaft. Dazu ein Editorial, das fragt: Hat man die Bauern vergessen? Das kamerunische Schwesterblatt dagegen macht mit einer Beratungsgeschichte zur Hühnerhaltung auf: „Verdienen Sie mit Riesenhühnern„, empfiehlt das Blatt seinen Lesern. Auch diese Story könnte man sich in der Schweiz vorstellen. Wenn man dann auf den Startseiten der Blätter weiter runterscrollt, kommen zwar klima- und einkommensbedingt bedingt andere, hierzulande weniger übliche Themen zur Sprache. Die Frucht des Monats Cassamango, die Holzköhlerei als Einkommensquelle, die Fütterung von Hühnern mit gemahlenen Muschelschalen. Derweil schlägt man sich im Kongo mit dem Rhinozeros als Pflanzenschädling herum. In der Schweiz gibt es vergleichbare Beratungsbedürfnisse: Im Zürcher Unterland übernehmen die Wildschweine den Rhinozeros-Part, die Fütterung mit günstigen Nebenprodukten kennen wir aus der Schlachtabfall-Diskussion und unsere Cassamango ist die neue Apfelsorte. Mich bestätigt die Lektüre dieser Voix paysannes in der Ansicht, dass die Bauern ungeachtet aller sehr grossen Mechanisierungs- und Einkommensunterschiede weltweit mit ähnlichen Problemen konfrontiert sind: Sinkende Produktepreise, unterdurchschnittliche Einkommenssituation, Rationalisierungszwang und eine Armada von vor- und nachgelagerten Stufen, die möglichst grossen Profit aus der Arbeit der Landwirtinnen und Landwirte schlagen wollen. Es braucht noch mehr Stimmen im globalen ländlichen Chor. 
 

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