Auf dem Milchmarkt wirds bald ruhigair

Meine treue Kuhbild-Lieferantin Monika Schlatter hat mir dieser Tage wieder einmal eine Perle zukommen lassen: „Habe die Aufnahme am vergangenen Freitag in der Nähe des Soppensees (LU) gemacht, fand die Originalaufnahme aber etwas ‚gewöhnlich‘. Ich habe deshalb ein bisschen daran ‚herumgebastelt’…“, schreibt sie mir. Danke bestens Monika! Auch für den Steilpass, den Du mir zuspielst, um wieder einmal den Milchmarkt zu thematisieren. Zu diesem Bild gibts wohl keine naheliegendere Metapher als das Schwarz-Weiss-Denken. Aber der Reihe nach: Je länger das Gezänk um die richtige Höhe eines „fairen“ Milchpreises andauert, desto mehr erinnert es mich an die Diskussion um die „faire“ Lärmverteilung rund um den Flughafen Zürich, die ich rund 10 Jahre lang als Redaktor begleitet und wortreich beschrieben habe. Unterdessen hat mir das Glück eine neue Aufgabe beschert und ein sehr talentierter junge Kollege hat sich des leidigen Themas angenommen. Geändert hat sich an der Lage aber nichts. Die Positionen sind bezogen, man hat sich die Welt eingeteilt in Gut und Böse, eben Schwarz und Weiss; es ist niemand bereit einen Schritt auf den anderen zu zu machen und das Resultat ist am Ende ein Status Quo, mit dem die wichtigsten Player einigermassen leben können, obwohl sie für die Kulisse noch ein wenig Lärm machen. 
Interessant ist vielleicht noch die Rollenverteilung in diesem Vergleich. Der Bund ist in beiden Konflikten der Bund. Im Fluglärmkonflikt ist seine Rolle noch etwas aktiver als bei der Milch, aber die Verhandlungserfolge gegenüber der deutschen Seite sind derart gering, dass er sich wohl ebensogut raushalten könnte. Der Flughafen erinnert mich an die Branchenorganisation Milch (BOM). Er organisiert den Verkehr und kann gut leben mit der Situation, immerhin hat ihm das deutsche Powerplay ermöglicht, neue Flugrouten zu öffnen. Das gilt auch für die Mehrheit der BOM-Mitglieder, der grösste Störefried ist mit den Schweizer Milchproduzenten ausgeschieden und man arrangiert sich ganz flott mit der Situation. Die Rolle der Deutschen im Fluglärmkonflikt gehört im Milchstreit den Molkereien und Milchhändlern. Sie machen Druck auf den Preis und schaden damit ihren Eigentümern, den Bauern. Beim Lärmkonflikt ist es der deutsche Staat, der mit seiner Korsettpolitik die eigene Fluggesellschaft, die Lufthansa, in die Enge treibt. Die Milchproduzenten und ihre Organisationen schliesslich, sind mit den Anwohnern rund um den Flughafen und ihren Bürgerinitiativen zu vergleichen. Sie lamentieren zwar noch, aber mit abnehmender Intensität. Die Zeit der grossen Aufmärsche ist allmählich vorbei und man findet sich mit den Zuständen ab, ohne dass man dies offen zugestehen würde. So, genug der Vergleiche. Zum Schluss lasse ich noch einmal Monikas Bild sprechen. Ich habe ein bisschen darum herumgebastelt, nicht etwa weil es zu gewöhnlich gewesen wäre, sondern weil es sich einfach grad so anbot. Finde den Unterschied… (Bild Monika Schlatter)
  

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