Bleiche Sommerlochkühe(3): Sibirjatschka

Mein Haus-Agrarfotograf Christian Mühlhausen war wieder mal unterwegs, in Sibirien. Von dort aus hat er mir das folgende geschrieben: „Bevor es Sonntag nach Moskau geht, möchte ich dazu beitragen, deine weisse Flecken der Agroblog-Rindvieh-Weltkarte zu tilgen.“ Ein derartiges Map-Tool sollte ich hier wirklich möglichst bald aufschalten. 
Wir fangen an mit einer weiteren bleichen Kuh, die in diesem Fall am Baikalsee rumlungert, derweil einige ihrer Kolleginnen im Abfall wühlen oder schlicht die Aussicht geniessen, so schreibt mir der Fotograf. 
Der zweite Teil der sibirischen Kuhparade stammt aus einem kleinen Dorf: „Gleich am ersten Abend, als uns ein folkloristischer Abend geboten wurde, wo es neben Abendessen in einer traditionellen Jurte auch diverse Trachten zu bestaunen gab sowie Bogenschiessen und Würfelspiele mit Schafknochen auf dem Programm standen, nutzte ich die Gunst der Stunde – schliesslich sah ich doch einiges an Kuhfladen auf der Dorfstrasse, nur Kühe waren nicht in Sicht. Das Fotografenglück war auf meiner Seite als just in diesem Moment aus der ferne Muhen erklang: es war Abend und die fürs Dorf gemeinschaftlich gehütete Herde, die eindeutig Simmenthal-Genetik innehatte, kehrte zurück von der Tagesweide. Brav löste sich jede Kuh, Rind, Jungbulle… aus der Herde und folgte dem Weg in den heimatlichen Stall. Fast jeder im Dorf hält Rindvieh zur Selbstversorgung, etwa 4 -10 Tiere pro Familie, insgesamt war die Dorfherde wohl 150 Kopf stark. Einem Bauern folgte ich auf den Hof. Weder sein Deutsch noch mein Russisch taugten dazu, Näheres über Haltung, Milch- und Fleischnutzung, Winterfutter (nirgendwo sah ich Strohschober oder Mähweiden – die Vegetationszeit liegt bei 100 Tagen bei 220 mm Jahresniederschlag) etc. zu erfahren. Gefreut hat er sich offensichtlich doch über mein Interesse an seiner Arbeit“, schreibt Christian. Besten Dank für die interessanten Eindrücke. Christian! Es dünkt mich, Du hast trotz fehlendem Russisch vieles mitgekriegt.
Jetzt noch zum Touristischen. In Sibirien habe ich diesbezüglich grad wenig Know-How zu bieten, aber habe dieser Tage von einem Kollegen von einem Reisebüro namens Russlandreisen in Kaluga, knapp 200 Kilometer südwestlich von Moskau, gehört. Unweit des häufig besuchten Emigrantenbetriebs Schweizer Milch bieten Andrea Schild und Berno Z’Brun („Wir sprechen beide sehr gut Walliserdeutsch und etwas weniger fliessend, aber gut Russisch“) Reisen in die Provinz, nahe zum Volk. Sieht sehr ansprechend aus, das Programm tönt spannend und die Preise sind vernünftig. Das würde mich reizen. (Bilder Christian Mühlhausen/Landpixel)

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