Vor Tabaski: Das Casting und der Schafmangel

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In wenigen Tagen begeht die islamische Welt das Opferfest. Eid-al-adha ist neben Eid-al-fitr, dem Fastenbrechen zum Ende des Ramadans das höchste Fest der Moslems. Man gedenkt des Propheten Ismail und seiner Bereitschaft, Allah den Sohn zu opfern. Zum Fest gehört, wie es der Name sagt ein Opfer, meistens ein Schaf. Das führt im Hinblick auf das Fest zu einem riesigen Schlachtschafbedarf.
In Senegal, das hier im Mittelpunkt steht, hat man heuer grössere Sorgen. Wie ein senegalesisches Internetportal meldet, droht Schafmangel. Hauptursache ist die Krise im benachbarten Mali. Statt wie üblich rund 30000 stehen für das Grosse Schlachten vom 26. Oktober nur 13000 Schafe an der Grenze. Die Vorfreude auf Tabaski, so heisst das Opferfest in Westafrika, lässt man sich dadurch aber nich schmälern. Die Behörden versichern, dass jeder der ein Schaf wolle, ein solches erhalten werde.
Seinen Beitrag zur Steigerung der Aufregung vor Tabaski leistet auch das Fernsehen, beziehungsweise die Sendung „Khar bii“ (das Schaf), ein Schönheitswettbewerb, aufgezogen wie eine tierische Castingshow. Youtube-Videos zeigen, dass hier mit grosser Ernsthaftigkeit mit Regionalausscheidungen, Profijurys und unter Beizug von Tierärzten gearbeitet wird. Im Onlineportal des Wiener „Standard“ fand sich kürzlich eine tolle Bildserie dazu (siehe die zwei Beispiele). Dem Siegertier übrigens winkt als Preis das Überleben von Tabaski. Danke an Überländerin Barbara Kanzian für das Storyspotting. (Bilder Rebecca Blackwell/ap)

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